Zusammenstoss Helikopter mit Mavic Drohne im Verzascatal (über Staumauer) vom 25.5.2018 - SUST Schlussbericht

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Der Bericht ist zwar interessant zu lesen, allerdings bringt er keine wirklich neuen Erkenntnisse ans Licht, ich hätte es spannend gefunden, wenn mehr auf die Schäden am Hubschrauber eingegangen worden wäre, ich kann als Laie kaum einschätzen wie gravierend die Schäden waren. Allerdings erkennt die Sust in ihrem Bericht, meiner Meinung nach richtigerweise, dass die 5km Verbotszonen um Flugplätze für alle Drohnen, unabhängig ihres Gewichtes, gelten sollte.

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Ganz nebenbei hat der Pilot mit ca 500m AGL wohl auch seine Augen etwas überstrapaziert… Das die Drohne in dieser Höhe dann mit dem Helikopter kollidiert ist (3000ft AMSL bei einer Terrainhöhe von ca 480m) und dann ziemlich genau über dem Startplatz runter gekommen ist deutet für mich auch darauf hin, dass man den anderen Helikoptern nicht richtig ausweichen konnte oder wollte und statt dessen einfach einen RTH eingeleitet hat.

Im übrigen sieht also so ein Schaden an einem Rotorblatt aus, wenn eine Mavic mit ca 730kmh aufschlägt (540RPM Hauptrotor / 7.2m Rotordurchmesser - der Einschlag erfolgt fast am äussersten Ende man darf also den ganzen Durchmesser rechnen).

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Interessant wären hier bei Bericht noch allfällige Sicherheitsempfehlungen um zukünftig solche Zwischenfälle zu vermeiden.

Und wie sähe der Bericht aus wenn die Drohne eine Mavic Air gewesen wäre?

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Allfällige Sicherheitsempfehlung:
Bei ertönen des (unverkennbaren) Rotorlärms eines Helikopters ist UNVERZÜGLICH (SOFORT) ein MAXIMALES ABSINKEN einzuleiten! Wenn der Pilot sich an die maximalen Flughöhen hält, ist genügend Zeit zur Vermeidung einer gefährlichen Annäherung (Geschweige einer Kollision) zur Verfügung.
Dieses Manöver ist eigentlich logisch!

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Naja, das ist auch leichter gesagt als getan. Ich bin zwar fest davon überzeugt, dass es das einzig Richtige ist, auszuweichen, allerdings ist das auch leichter gesagt als getan. Ich hab letzten Frühling in der Stadt Zürich ein Grundstück aus der Luft kartographiert. Bei diesem Flug war ich kilometerweit weg von jeglichen Flugplätzen oder Spitallandeplätzen. Die Drohen flog dabei auf ca. 30 Meter über Grund und ich war hochkonzentriert und damit beschäftigt die Drohne bei ihrem autonomen Flug zu überwachen und zu verhindern, dass sie in die umliegenden Bäume kracht. Wie aus dem Nichts werde ich plötzlich von einem Hubschrauber überrascht, der meine Drohne in maximal 100 Meter Höhe überfliegt ( Anmerkung: über dicht besiedeltem Gebiet gilt für die bemannte Luftfahrt eine Mindestflughöhe von 300 m). Das heisst, zwischen Drohne und Hubschrauber waren maximal 70 Meter in der Vertikalen. Vermutlich habe ich vor lauter Konzentration den Hubschrauber schlicht nicht wahrgenommen.
Aus diesem Ereignis habe ich dann zwei Lehren gezogen:

  1. Flüge, wenn immer möglich, mit Spotter durchführen

  2. Ich kann mich überhaut nicht darauf Verlassen, dass sich andere Luftverkehrsteilnehmer an die regeln halten und muss stets mit Fehlverhalten rechnen.

Ich halte es deshalb für fahrlässig, darauf zu setzen, dass man einen Hubschrauber rechtzeitig hört. Insbesondere ist die Zeit zum Ausweichen bei der niedrigen Sinkrate von Drohnen doch arg begrenzt. Ich würde deshalb auf optische Identifizierung durch einen Spotter setzen und zusätzlich die Flughöhe so niedrig wie möglich halten. Letztere Massnahme hat in diesem Fall wohl einen Unfall verhindert.

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Als Helikopterpilot kann ich nur eins sagen: wir sind immer öfters gerufen in dicht bewohnten Gebieten um pünktlichen Unterlast Transporten durchzuführen (sogenannten Aerial Crane Einsätze.). Es kann vorkommen dass ich zuerst einen „Lupf“ ausführen muss und dann nach einen Viertel Stunden wieder einen usw.
Da ein Helikopter erzeugt eine riesige Störung und auch viel kostet, soll ich irgendwo in der Nähe einen „Ausweich-Warte Landeplatz“ anfliegen und dort am Boden warten.
Natürlicher Weise im An und Abflug am Einsatzort sowie am „Ausweich-Warte-Landeplatz“ fliege ich bei niedrige Höhe und möglichst schnell; dazu tragen wir eine etwa längere Leine die meine volle Konzentration verlangt.
In diesen Momenten eine Drohne wäre für mich total unmöglich zu sehen; fazit es ensteht einen riesen Kollisionspotential obwohl wir beide Luftraum Teilnehmer für die respektiven Einsätze die notwendige Erlaubnissen eingeholt haben!
U-Raum Lösung? Mal sehen

Aus meiner Erfahrung geht zur Zeit das grösste Risiko von Armee-Helikopter aus.
Wieso? Armee-Helikopter fliegen „vielfach“ ohne Flarm-System und sind im Sinkflug
nahe am Boden manchmal kaum hörbar. Vielfach halten sich die Piloten auch nicht
an die AGL-Höhenvorgaben. Da sind Rega und andere Unternehmer viel vorbildlicher.
Für Missionen wie Heliseo beschrieben hat, sehe ich nicht so ein Problem wenn ein Flarm-System
eingebaut ist. Ich als Drohnenpilot sehe ja dann, dass ein Helikopter in der nähe aktiv ist und kann schon frühzeitig meine eigene Mission abbrechen bzw. gar nicht starten. Ich fordere aber, dass wir
Drohnenpiloten auch unseren Beitrag leisten und unsere Drohnen mit Flarm ausrüsten. Ist eigentlich
Stand der Technik und müsste überall drin sein. Nicht zu vergessen ist aber, dass es zum Teil noch
Empfangslöcher in den Bergen gibt, speziell in Graubünden.