Wieder ein Zwischenfall

Ich sehe das jetzt ehrlich gesagt nicht so negativ. Ja, Unfälle, insbesondere mit Personenschaden, sind immer schlimm und gehören verhindert. Allerdings gibt es an diesem Fall auch positives, der Pilot hat etwas falsch gemacht, wurde ermittelt und mit einem Bussgeld (CHF 471) bestraft. Dieses Beispiel zeigt wieder einmal ganz deutlich, dass es nicht an Regeln oder Strafverfolgung fehlt, sondern nur das Erwischen der fehlbaren Piloten Probleme macht.

Des weiteren ist in diesem Artikel das erste mal aufgeschlüsselt worden, wie hoch die Bussgelder für Verstösse gegen VLK Artikel 17 (d.h. 5 km Zone, Sichtkontakt, …) denn genau ausfallen. Zitat:

“Die Bussenhöhe startet bei 150 Franken für «Nichteinhalten des Augenkontakts zwischen Drohne und Pilot» und geht bis 300 Franken für «verbotener Überflug von Menschenansammlungen».”

Da ist der eigentliche Skandal an diesem Artikel. Eine Genehmigung für einen Flug in einer 5km Zone kostet gerne mal CHF 100, eine Bewilligung für einen Flug über einer Menschenansammlung kann in komplizierten Fällen gerne mal bis zu CHF 1000 kosten. Dazu kommt dann noch der ganze Arbeitsaufwand, den man hat. Ganz ehrlich, in Anbetracht des geringen Risikos erwischt zu werden und der “geringen” Höhe der Bussgelder lohnt es sich eigentlich überhaupt nicht, eine Bewilligung einzuholen.

Ja, in Ausnahmefällen kann das Bussgeld bis auf CHF 1200 ansteigen (Quelle: verlinkter Artikel), allerdings werden in der juristischen Praxis äusserst selten 50% der Maximalstrafe überschritten, d.h. dieses Bussgeld wird wohl nie verhängt werden. (Ein Vergewaltiger kann z.B. mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe bestraft werden, in der Praxis kommt da aber so gut wie nie vor).
In diesem Punkt muss das BAZL sofort handeln und die Bussgelder drastisch erhöhen, d.h. für mich: mindesten verdreifachen! Es hat schon einen Grund, wieso Artikel 90 des Luftfahrtgesetzes bis zu CHF 40’000 beim Bussgeld zulässt…

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Aus dem Grunde steht vermutlich in den EASA-Designrichtlinien …

“be designed and constructed in such a way as to minimise injury to people during operation, sharp edges shall be avoided, unless technically unavoidable under good design and manufacturing practice. If equipped with propellers, it shall be designed in such a way as to limit any injury that may be inflicted by the propeller blades;”

“[Drohnen sollten]… so konstruiert und gebaut sein, dass Verletzungen von Personen während des Betriebs auf ein Minimum reduziert werden, scharfe Kanten müssen vermieden werden, es sei denn, dies ist nach guter Konstruktions- und Herstellungspraxis technisch unvermeidbar. Wenn sie mit Propellern ausgerüstet sind, muss sie so beschaffen sein, dass Verletzungen, die durch die Propellerblätter verursacht werden können, begrenzt werden.”

Ein Dilemma bei Bussen von Heute liegt meines Erachtens darin, dass einen gar kein Geld haben um diese zu bezahlen und für andere wiederum die Busse lächerlich klein ist. Mit dem heutigen Bussystem “plagt” man nur der Mittelstand. Und wenn es diesen nicht mehr gibt, dann können sich nur noch die paar Reichen Drohnen leisten. Für was braucht man für die paar Drohnen dann noch Gesetze?