Tessin: Kollision Hubschrauber und Drohne

Kollision zwischen einem Hubschrauber und einer Drohne über dem Verzasca Damm. Die Spitze eines Rotorblattes wurde beschädigt. Der Pilot der Drohne wurde sofort identifiziert. Der Hubschrauber schaffte es in die Basis von Locarno zurückzukehren.

Bitte Luftraum immer mit voller Aufmerksamkeit überwachen um solche Kollisionen zu vermeiden!

Der Basisleiter der SwissHeli Locarno schreibt auf Facebook Folgendes::

"Dear friends, today a drone which was flying within the 5km radius around the airport of Locarno hit one of our Helicopters, damagin heavily one of the main rotor blades. The pilot took immediate action to reduce forward speed and landed just 2 minutes later at the Airfield.

The drone was around 750g, and thankfully to the rapid response of the Cantonal Police the drone pilot could be found and identified.

It seems the Drone Pilot was flying at around 3000 Ft AMSL (corresponding to around 1500 ft AGL) in FPV (First Person View, looking to the camera screen, but not directly to the drone) mode, and did not hear the Cabri helicopter arriving neither realized the collision.

With this action, the Safety and the Lifes of our Flight Instructor and his Student have been hardly endangered. I don’t want to think what could have happened, if instead of the blade, the Tailrotor would have been hit.

The rules for drone operators are published on the FOCA website, they are easy. So please follow them. Strictly. This can help to avoid unnecessary accidents."

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DJI Mavic Pro Platinum, 750g.
Ort ist ausserhalb der CTR Locarno, aber innerhalb der 5km Zone um die Pisten herum.

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Leider ist es zum Unglück gekommen. Das wirft ja wieder ein tolles Licht auf die seriösen Drohnenpiloten. Aber leider Gottes wird auch die Lizenzpflicht für Drohnenpiloten dies nicht verhindern können. Schwarze Schafe gibt es immer wieder… Zum Glück war es „nur“ Materialschaden. Hoffe er bekommt eine saftige Strafe.

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interessant sind die komentare.

mit “Hoffen” habe ich ein problem.
Man muss mal aufzeigen was das für konsequenzen hat.

Ich hab’ hier in diesem Zusammenhang grad noch eine Frage im Zusammenhang mit Helis, die ich sowieso mal stellen wollte.

Was den Vorfall im Tessin angeht, ist ja alles klar.

Aber: ich bin Anfängerin und übe mit meiner Mavic Pro gelegentlich in einer Zone, wo nach den Karten (MapAdmin, Airmap) keine Einschränkungen gelten (kleines Gebiet Nähe Hagendorn /St. Wolfgang bei Hünenberg, Kt. Zug).
Gerade in diesem Gebiet (Schneise Hagendorn-Hünenberg) fliegen aber öfters auch Helis, mindestens von Auge eher tief (d h. geschätzt um die 150 m, vielleicht sogar weniger - ich fliege deshalb nicht mehr als max. 120 m über Grund).
Ich habe auch schon einen sehr tiefen Heli über der Halbinsel Buonas (ebenfalls “grüne Zone”) beobachtet.

Muss ich jetzt jedes Mal vor dem Fliegen sämtliche grösseren und kleineren Flughäfen in der Umgebung anrufen? Bzw. wer überwacht den Luftraum dazwischen und weiss über die Flugpläne der Helis Bescheid? Skyguide?

Vielen Dank im Voraus für Eure Antwort!

Da wo Du prinzipiell fliegen darfst, bist dennoch Du alleine verantwortlich wie folgt:

  • VLK.17 (“Wer ein Modellluftfahrzeug […] betreibt, muss stets direkten Augenkontakt zum Luftfahrzeug halten und jederzeit die Steuerung gewährleisten können.”
  • SERA.3101 («Kein riskanter Betrieb, der Menschen/Sachen gefährdet»)
  • SERA.3201 («Ausweichen, Vermeiden von Zusammenstössen»)
  • SERA.3205 («Keine gefährliche Nähe»)
  • SERA.3210 («Ausweichregeln»)

Zudem gilt immer ZGB usw.

Da helfen Dir weder Skyguide, Flugplätze oder Helibetreiber. Skyguide hat weder Mandat noch Technologie, überall tätig zu sein, im besonderen nicht im Luftraum G (was mehr oder weniger der übliche Drohnenraum ist). Zudem dürfen Drohnen <30kg ausserhalb von CTR sowie den 5km Regeln auch in von Skyguide kontrollierten Lufträumen fliegen ohne Bewilligung (obiges gilt auch hier), und solche unter 500g praktisch überall.


Wer kann beschreiben, wie das Geofencing bei DJI funktionieren sollte in einem solchen Fall?

Grundsätzlich sollte jedoch die bemannte Luftfahrt (mit Ausnahme eines Notfalls oder z.b. REGA o.ä.) auch hier einen minimalen Abstand zum Boden von 150m in unbesiedeltem (resp 300m in besiedeltem) Gebiet einhalten.

Danke für Eure Antworten.
Dann bleibe ich - wie bisher - auf max. 120 m (und sowieso auf Sicht).
Dann sollte eigentlich alles ok. sein…

Einmal ist das erste Mal. Zum Glück gab es dieses Mal keine Verletzte oder gar Tote in der Luft oder am Boden.

Nur wie lässt sich sowas in Zukunft verhindern?
Bekanntlich gibt es die Drohnenpiloten der Klasse C^3 (clueless, careless and criminal - Ahnugslose, Sorglose und Kriminelle). Durch die angedachte (hoffentlich kostenloser) Registrierung von Drohnenpiloten und anschliessender (kostenloser?) Prüfung, abhängig von den gewünschten Möglichkeiten und (kostenpflichtiger?) Lizenz, könnten man mMn die Ahnungslosen zu einem wesentlichen Teil abgefangen werden.
Ein Dilemma ist aber hierbei dass dann ein lizenzierter aber sorgloser Pilot trotz den angedachten EASA-Regeln eine Drohne der Klasse C4 nimmt oder eine Drohne selbstgebaut und dann an Orten herum fliegt, an denen man nicht fliegen sollte. Hier nützen die angedachten EASA-Regeln einfach nichts.

Im Augenblick scheint daher m.E. sowas wie FLARM UAS eID (FLARM UAV eID Standard) am vernünfigsten. Ein eID Modul das bei allen importierten neu verkauften Drohnen und Fernsteuerungen (mit mehr als zwei analogen Kanälen?) fest in dem Empfänger des Fluggeräts verbaut sein sollte und automatisch die eID und Position der Drohne auf 1090 MHz min. 8 km weit aussendet. So hätten alle Flugplätze die Möglichkeit zu sehen ob und welche Drohne an einem Ort fliegt wo sie nicht sollte. Des weiteren hätten dann auch entsprechend ausgerüstete Privatflugzeuge eine faire Chance eine “sorglose” illegale Drohnen frühzeitig zu sehen. Und wenn solch ein Modul noch auf WLAN die eID 150m weit aussendet so hätten auch die Hausbewohner und Polizei am Boden eine faire Chance heraus zu finden wer die Privatsphäre stört.

Das Ganze ist aber m.E. in manchen Fällen, wo mit FPV-geflogen wird, nur eine Symptombekämpfung und keine Problemlösung. Es werden dann manche sicherlich das eID-Modul hacken um wieder “klassisch” FPV-Fliegen zu können. Die heutigen technologischen Möglichkeiten bieten es gerade zu an. Nur ist die heutige und auch von der EU angedachte Rechtslage die, wie wenn jeder ein Auto kaufen und dann mit dem EASA-Test auch das Auto fahren darf, aber bitte schön nur vor dem Haus und auch nur 100 Meter weit hin und her fahren und ja nicht das Quartier verlassen. Sowas macht niemand, bzw. sowas manchen m.E. nur Autoliebhaber welche stolz darauf sind ein bestimmtes Auto zu besitzen und mit diesem ein paar Meter weit zu fahren. Die meisten Autofahrer und vermutlich auch Drohnenpiloten wollen aber in ihrer Freizeit weiter als 100m fahren. Und hier sollte m.E. das BAZL und die EASA die technologischen Rahmenbedingungen festlegen damit Privatdrohnenpiloten dies auch dürfen und nicht in die Illegalität abwandern und solche Zwischenfälle auf eine Art provozieren. Im Sinne der angedachten EASA-Regeln vom Februar sollten die Privatdrohnenpiloten nur ca. 100 Meter weit (VLOS) fliegen dürfen. Und das ist mMn keine Lösung.

868.4 MHz

Ja, aber dazu gibt es viele berechtigte Ausnahmen. Und beim Zwischenfall wurden diese Regeln wohl eingehalten (Stausee ist 470m/M, Staumauer wohl etwa 500m, Zwischenfall auf etwa 1000m). Zudem ist die Regel im nicht-flachen bzw. im bewachsenen/bebauten Gelände nicht so ganz klar formuliert.

Aber wie auch immer: das Fehlverhalten der einen Seite gibt der anderen Seite nicht zwingend mehr Rechte. Bspw: Du darfst einen Fussgänger nicht überfahren, nur weil er neben dem Zebrastreifen die Strasse quert.

Die rechtlich interessante Frage finde ich, wie ein Gericht die grundsätzlich ähnlichen Pflichten eines Flz und einer Drohne im Fall eines Zusammenstosses beurteilen würde. Möglich, dass es nicht soweit kommt, weil die Drohne innerhalb der 5km um die Pisten geflogen ist.

Hier wird anscheinend etwas sehr Wichtiges vergessen:
Einen Helikopter höhrt man beim Tiefflug im Umkreis von mindestens 3 km!
In gröserer Hohe (500m AGL) auf 5 km. Der Heli im Verzascatal war auf 1500 ft AGL (= 500m AGL)
unterwegs. Im schlechtesten Fall bleibt immer noch 1,5 min. (bei 200km/h Heli) um abzusinken und zu Landen!
Augen UND Ohren offenhalten!

Ja Andrea, das Eine mögen die Gerichtsentscheide sein und das Andere, was vorliegend der Dame zu schaffen machen könnte, ist das Thema Haftpflichtversicherung.
Die meisten Versicherungen schützen sich indem sie in den AB schreiben, dass die Deckung nur gilt, wenn die Vorschriften eingehalten worden sind.
Schaut mal bei Eurer Haftpflichtpolice rein!

Wenn es sich tatsächlich nicht um einen technischen oder Softwaremangel handelt, der eine gewisse Entlastung geben könnte, so könnte dieser Vorfall teuer werden.
Der Heli musste notlanden, die Klinge muss technisch geprüft und allenfalls ersetzt werden, der Heli wird bestimmt auch durchgecheckt und dabei steht er am Boden und kann keinen Umsatz machen. Wahrscheinlich kommen noch weitere Kosten hinzu.
All das hängt kausal mit der Drohnenkollision zusammen.
Es kann also passieren, dass die Dame, je nach Versicherungsvertrag, als Pilotin mit ihrem Privatvermögen in der Haftung steht.
Und nicht zu vergessen, eigentlich auch der Halter, sofern der Kopter ausgelehnt worden ist.

Um an die Worte von Meerkat anzuschliessen:
Denkt nicht, „mir kann das nicht passieren, ich passe schon auf, wenn ich im verbotenen Bereich fliege“.
Nichts ist vorhersehbar, nur das Eine: die Versicherungen würden sich von Leistungen und Ablehnung unberechtigter Forderungen mit Recht fernhalten.
Also keine Unterstützung und keine Übernahme der angerichteten Kosten.

Im verbotenen Bereich zu fliegen ist kein Kavaliersdelikt, Nichtwissen hat keine Bedeutung.
Und denkt daran, wenn Ihr Euren Kopter jemandem gebt.
Auch der Halter trägt eine Verantwortung.
Die Strafe/Busse ist dabei wohl noch das kleinste Übel.

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Das Dilemma der 868.4 MHz liegt m.E. darin, dass dann alle Luftfahrzeuge, die in der Schweiz herum fliegen, diese verwenden müssen, auch alle europäischen und amerikanischen. Dem entsprechend müsste auch die EASA und FAA dahinter stehen. Letztendlich müsste auch die USAF diese verwenden. Nur ist Irrtum vorbehalten Flarm kein U.S. Unternehmen und folglich der “Nationalen Sicherheit” nicht unterstellt. Und die Amerikaner werden in ihren Flugzeugen kaum etwas verbauen das ihnen nicht zu 100% offengelegt wird mit allen Bauplänen und Softwarecodes. Die Nationale Sicherheit hat bei denen wohl die höchste Priorität, anders als in der Schweiz.

Und dann gibt es mMn noch den Effekt, dass kaum jemand freiwillig mit einer Autonummer herum fährt wenn es der Gesetzgeber nicht verlangt. Hier müsse m.E. das BAZL und EASA aktiv werden und Flarm zur Pflicht erklären.

Siehe …


Das mit dem 5 km Kreisen um Flugplätze, die aber bei DJI effektiv nur 1km Kreise waren, haben sie anscheinend seit einigen Monaten korrigert. Siehe https://www.dji.com/flysafe/geo-map
Davor hätte man auf Grund der damaligen Karte auch in der Schweiz spielend bis einen Kilometer an einen Flugplatz heran fliegen können.

Leider gibt es anscheinend nichts im Netz das die Funktionslogik der NFZ bei DJI im Detail beschreibt und ob ob die Koordianten der NFZ lokal auf dem Groud Controller, dem Smartphone oder zentral in China gespeichert sind und bei jedem Flug permanent abgeglichen werden.

Des weiteren haben ältere Firmware Bugs:

Von den bisherigen DJI NFZ halte ich gar nix. In Ostermundigen hätte man fliegen dürfen dafür über dem Stade de Suisse nicht. Bei mir erhalte ich lediglich einr Warnung obwohl im 5km Fenster. Lieber nix als was falsches.

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Gibt es zu dem Vorfall eigentlich Informationen aus offiziellen Quellen (BAZL/SUST)?

Umfälle passieren nicht, sie werden verursacht! Immer wenn die Möglichkeit besteht, dass ein Fehler auftreten kann, wird er auch auftreten. Früher oder später. Alle theoretischen Abhandlungen nützen nichts, wenn man sich nicht an die Grundregeln hält. Luftraumbeobachtung gilt auch im Elektronikzeitalter. Verantwortlich ist immer der Pilot!