Registrierungspflicht für Drohnen ab 2020

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Siehe auch den Thread U-Space/Skyguide.

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Zum Verständnis; müssen dann die Drohnen oder der Halter registriert werden?

Beides und zwar als zusammengehöriges Element. Letztlich geht es darum, durch die klare Zuweisbarkeit zum einen verantwortungsvolleres Handeln zu bewirken, zum anderen auch den Halter für sein Handeln bzw. das seiner Drohne haftbar zu machen. Allerdings stellen sich da diverse interessante Fragen, u.a. sind gewisse Haftungsaspekte juristisch unklar oder offen (siehe andere Post hier im Kontext einer im 2018 publizierter Dissertation, die trotz anders lautendem Titel im wesentlichen Teil auch nicht-autonome Drohnen behandelt).

Wann, für was und wie die Registrierungspflicht in der Schweiz kommt, werden wir sehen (aber die für uns mitgeltenden EU-Regeln sind kurz vor dem Ziel). Das BAZL kündigt das seit Jahren etwa jährlich prominent an, meist über den Pressesprecher und nicht über eine offiziellere Kommunikation. Beispiel: 14.07.2016, “Urs Holderegger vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). «Das Problem ist, dass wir fehlbare Piloten kaum je erwischen können. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, eine elektronische Registrierung einzuführen.»

Markus Farner vom BAZL hat am 27.04.2016 am UTM Forum Genf in etwa dasselbe gesagt, und ein gerade fertiggestellter RFI (Request for Information) zum Thema Drohnenidentifikation erwähnt, den ich dann auf Anfrage hin nicht erhielt. Im Sept 2016 hiess es dann, das BAZL hätte die Idee der Registration/Identifikation zurückgezogen, weil es politisch unerwünscht sei.

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Glauben die Politiker und Bundesämter eigentlich allen ernstes das jemand, der vorsätzlich etwas unrechtes tun will die selbsverständlich nur mit einer registrierten Drohne tut?

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Aso betreffend Haftung ist eigentlich alles sehr klar geregelt. In der Luftfahrt gilt die schärfste Form der Haftung, die das Schweizer Recht kennt, eine sogenannte “scharfe Kausalhaftung ohne Exculpation”. Diese besonders strenge Form der Haftung gibt es sonst nur bei Kernenergieanlagen (AKWs). Selbst für den Betrieb einer Sprengstofffabrik gelten weniger strenge Haftungsvorschriften als für den Betrieb einer Drohne!

Die Haftung der Luftfahrt wird für alle Luftfahrzeuge gleich geregelt, das bedeutet egal ob A380, Luftballon oder Drohne, die Haftungsvorschriften sind immer die selben, nämlich Artikel 64 bis 79 des Luftfahrtgesetztes (LFG). Im allgemeinen muss zwischen Schäden am Boden (Drohne fällt jemandem auf den Kopf) und Schäden in der Luft (Drohne kracht in Heli) unterschieden werden.

Schäden am Boden
Für Personen- und Sachschäden am Boden haftet immer und ohne Ausnahme der Halter der Drohne. Die Haftung ist völlig unabhängig davon, ob ein Berechtigter ein Unberechtigter (z.B. ein Dieb) oder die Drohne autonom fliegt oder weiss ich was los ist (LFG Art. 64). Genau das ist nämlich die Idee deiner “Scharfen Kausalhaftung ohne Exculpation”.
Wenn allerdings ein Unberechtigter fliegt, die Drohne also beispielsweise geklaut wurde, liegt eine sogenannte Schwarzfliegerei vor (LFG Art, 65). In diesem falle haften die Unberechtigte und der Halter solidarisch und unbeschränkt für die Schäden am Boden. D.h. der Dieb haftet zusätzlich zum Halter auch noch.

Schäden in der Luft
Für Schäden in der Luft ist die Haftungsfrage auch sehr klar geregelt, es haftet immer der Pilot für den entstandenen Schaden, sofern ihn ein Verschulden trifft (LFG Art 79 und OR 41).
Bedeutet im Klartext, fliegt jemand eine Drohne in der 5km Zone eines Flugplatztes und stösst mit einem Heli zusammen, muss der Drohnenpilot die Schäden am Heli ersetzen. Findet der Zusammenstoss jedoch abseits jeglicher Verbotszonen statt und der Helikopterpilot fliegt unerlaubterweise nur 50 Meter hoch und es kommt zu einem Crash, haftet nicht der Drohnenpilot (denn ihn trifft keine Schuld am Unfall), sondern der Pilot des Helis (in trifft ein Verschulden, er flog ja viel zu tief).

Bei autonom fliegenden Drohnen wird das natürlich schwierig, denn dort gibt es ja keinen “Piloten”. Allerdings darf eine autonom fliegende Drohne nicht ohne Bewilligung des BAZLs betrieben werden (VLK Art. 17 Abs. 1) und ich gehe mal stark davon aus, das das BAZL in der Bewilligung regelt, wer in solchen Fällen haftet.

Ich hoffe die Sache mit der Haftung ist jetzt für alle ein bisschen klarer geworden.

Bezüglich vorsätzlicher Regelverletzungen hat die Registrierung eine ähnliche Wirkung wie die Nummernschilder der Strassenfahrzeuge. Einverstanden, verhindern lassen sich vorsätzliche Regelverletzungen damit nicht. Aber es tritt eine gewisse Selbstkontrolle ein. Im Strassenverkehr sehen andere Verkehrsteilnehmer und Passanten, wenn einer ohne Nummernschild unterwegs ist. Bei Bedarf können sie die Polizei entsprechend informieren. Ähnlich kann jeder eine Drohne, die er in der Luft aber nicht in U-Space sieht, der Polizei oder einer anderen Behörde (Skyguide/BAZL) melden.

Sind dann die Registrierungen beim SVZD nicht gültig, oder werden diese Registrierungen übernommen?

Registrierung ist das eine.
Aber eine elektronische Fernerkennung ist was ganz anderes. Und wenn dazu noch öffentlich zugänglich, dann gute Nacht. Im Strassenverkehr kann ich auch nur sehen ob ein Nummernschild da ist. Ich kann aber nicht beurteilen ob das Nummernschild echt ist oder geklaut oder sonstwas. Und schon gar nicht wem dieses gehört.
Wir stehen jetzt schon unter Generalverdacht…viele denken erst mal wir machen etwas verbotenes oder hätten gerne das das was wir machen verboten wäre.

Das Fahrzeugregister ist längst öffentlich: http://www.fahrzeugindex.ch

Das Luftfahrzeugregister ebenfalls:
https://app02.bazl.admin.ch/web/bazl/de/#/lfr/search

Ja, Registrierung und elektronische Fernerkennung ist nicht das gleiche. Das wird abgestuft eingeführt. Für risikoarme Drohnen wird beides nicht notwendig sein. Drohnen mit leichtem Risiko nur registriert. Drohnen mit erhöhtem Risiko zusätzlich elektronisch fernidentifiziert.

Aus meiner Sicht hat das wenig mit Generalverdacht zu tun. Viel mehr mit der Integration in den Luftraum und damit verbunden dem Übergang von Drohnen als Spielzeuge zu vollwertigen Luftramteilnehmern. Mit U-Space eröffnen sich für Drohnen neue Horizonte.

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[quote=“RetoB, post:9, topic:2978, full:true”]
Das Fahrzeugregister ist längst öffentlich: http://www.fahrzeugindex.ch

Das Luftfahrzeugregister ebenfalls:
https://app02.bazl.admin.ch/web/bazl/de/#/lfr/search[/quote]
Ein Punkt liegt vielleicht darin dass es heute viele verschiedene Automodelle und Farben gibt. Wenn jemand das Nummernschild vom Nachbarn kopiert und damit herum fährt, dann müsste einer Überwachungskamera im Polizeiauto auffallen, dass die Nummer und die Farbe oder Modell nicht überein stimmen und die Polizei kann unverzüglich einschreiten. Für solch einen “Identitätsdiebstahl” müsste sich schon jemand anstrengen um ein zum Nummernschild passende Farbe und Modell zu finden. Oder man hat Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder Polizei-Datenbank.
Anders wäre es meines Erachtens heute bei Drohnen und einer Registrationsnummer. Da muss man nur im Netz oder in der Nachbarschaft schauen wer hat die selbe Drohne und was hat die aussen für eine Registrationsnummer oder QRQ-Code. Wenn man seine dann auch damit beschriftet kann man überall damit herum fliegen und der Nachbar bekommt Ärger. Zumal heute ist die Anzahl an verschiedenen Drohnenmodellen und Farbe massiv beschränkt im Vergleich zu Autos. Mit den neuen von der EASA angedachten Auflagen für die Entwicklung und Herstellung von Drohnen, diese mögen vielleicht für Profi-Drohnen und Flügen über bewohntem Gebiet sinnvoll sein, wird die Anzahl an unterschiedlichen Drohnenmodellen käumlich zunehmen wenn nicht gar abnehmen.
Das Ganze mit Registrieren ist gut gemeint, aber ohne Inverventionsmittel seiten Polizei um fehlbare Drohnen abzufangen und den Piloten zu ermitteln ist es irgend wie leider etwas fraglich. Es gibt bekanntlich die C3 (Clueless = Ahnungslosen, Careless = Sorglosen, Criminals = Kriminellen). Man kann mit einer guten Medienkampagne versuchen alle aufzuklären, dass die Drohnen registriert sein müssen, um die Ahnungslosen einzufangen. Aber Sorglose und Kriminelle werden trotz Registrierungspflicht weiter unregistriert fliegen. Man kann versuchen mit einem fix eingebauten Transponder-Chip bei Drohnen, die über den Ladentisch gehen, die Sorglosen abzufangen. Kriminelle werden aber auch dies umgehen zumal anscheinend jedes von Menschenhand geschaffene System Schwächen hat und Umgangen werden kann. Am Ende landet man da wohl wieder bei fliegenden Polizeidrohnen.

Wie teuer wird es in Zukunft für Freizeit-Drohnenpiloten sein eine entsprechende Versicherung, Registrierung, Fern-ID und U-Space**-Nutzung zu berappen?

** ob dies kommen wird ist m.E. auf Grund der EU-Politik fraglich und falls doch, dann eine positive Überraschung wenn die EU mal ein System der Schweiz als EU-Standard übernehmen würde

Meine Autonummer ist für Abfragen gesperrt. Ich finde diese Integration aktuell ziemlichen Overkill. Würde man sowas beim Auto fordern würden alle auf die Barrikaden. Sieht mam schon beim Blitzer. Da hat jeder das Gefühl zu schnel fahren sei ein Grundrecht, ganz zu schweigen von Abschnittskontrollen oder wehe man würde die Autodaten per Telemetrie übertragen und Schnellfahrer automatisch erfassen! Das wäre politischer Suizid.

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Abwarten und Tee trinken…
Wie soll das ganze gehen? Wie soll ein Selbstbau eine ID Aussenden? Muss ich jetzt ein FC vom Bund verwenden? Wie soll das Gesetzlich durchgesetzt werden?!
Was ist mit Modellflugzeugen? Wieso wird immer nur von “Drohnen” gesprochen? Darf ich also mit meinem Multikopter weiter ohne Registrierung fliegen? Brauche ich jetzt zwingend ein FC oder RC mit Simslot und Internetzugang?
Und ja: Wer und wie soll das kontrolliert werden? Wenn ich 2km vom Startpunkt aus bin findet mich eh niemand…
Auf Deutsch: Es wird einfach etwas gemacht, damit es gemacht ist. Analog den super Regeln die in DE vor ein paar Jahren eingeführt wurden - da gab es ja seither keine Sichtungen an Flughafen mehr ;-).

Dass man sich und sein Fluggerät anmelden soll, okay. Damit habe ich kein Problem und das gibts schon für andere Geräte. Meine Daten werden nicht weitergereich und wie die meine Fluggeräte tracken wollen ist mir auch schleierhaft. Ich warte dann gerne auf die gratis Umbauaktion des Bundes und die Ausstellung eines neuen Datenblatts meiner Ready-to-fly Drohne mit neuem Abfluggewicht damit wenn etwas passiert, die Versicherung dann nicht kommen kann in der Ansicht ich hätte Zuladung transportiert. Natürlich auch Herstellerverifiziert nicht dass es dann im Ereignisfall heisst ich hätte da was umgebaut.

Das wird langsam echt grotesk…

sehe ich aus so … mal abwarten.

Was ich bis jetzt verstanden habe.

  • Dein UAV muss keine ID aussenden. Eine ID reicht, welche du auf dein UAV klebst.
  • Diese ID bekommst du via U-Space App. Auch für Selbstbau.
  • Ruft jemand, aus irgend einem Grund, die Polizei, prüft diese ob eine ID auf deinem UAV klebt.
  • Bevor du startest, musst du das via U-Space App anmelden. (Da bin nicht ganz sicher - evtl. musst du bei gewissen UAV Typen und Regionen auf eine Freigabe warten)
  • Du musst KEINE Live-Positionsdaten an Skyguide senden. (Das ist freiwillig)
  • Nicht Modellflugzeuge sondern nur Drohnen sind betoffen. An der Definition zu Abgrenzung wird gearbeitet. Wie die aussehen wird, frage ich mich auch.

Hat der Drohnenverband denn da nicht mitgeredet? Ich war bisher nur aus dem Grund Mitglied, dass genau so etwas verhindert wird. Ich werde nun austreten. Schade…

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Hallo Chris

Eine Registrierung ab einer bestimmten Risikoklasse können und wollen wir nicht verhindern.

Zusammen mit BAZL und SMV haben wir die EASA Regulierung, die die Basis der künftigen Schweizerischen Regulierung bilden wird, in eine Form gebracht, die aus unserer Sicht akzeptabel ist. Dafür haben nicht nur Stunden, sondern Tage und Wochen eingesetzt. Die Inhalte, Stossrichtungen und Erfolge sind ausführlich in diesem Forum kommuniziert (suche nach “EASA”).

Der SVZD setzt sich mit zahlreichen Massnahmen erfolgreich für eine verhältnismässige Gesetzgebung und eine sichere Integration von Drohnen in den Luftraum ein. Ein zentrales Element dazu ist U-Space. Dies setzt mindestens eine Registrierung und besser eine elektronische Fernidentifikation voraus. In der Entwicklung von U-Space spielt die Schweiz und der SVZD im Speziellen mit dem jährlichen nationalen Swiss UTM Forum und der aktiven Mitwirkung in den Pilotphasen der Einführung von U-Space eine aktive Rolle. Auch hierzu findest Du in diesem Forum ausführliche Informationen (suche nach “U-Space” oder “UTM”). Wir sind überzeugt, dass die Mehrheit der Drohnenanwendungen - auch Deine - von U-Space nicht nur profitieren, sondern insbesondere dank der Möglichkeit zu BVLOS und auch vereinfachten Flugbewilligungen sogar ganz neue Horizonte erhalten werden.

Allerdings ist es schon so, dass FPV-Racing, das Dein Hauptinteresse scheint, nicht der Fokus des SVZD, sondern der des SMV ist. Der SVZD begleitet den SMV bezüglich FPV-Racing. Auch dies ist in diesem Forum bereits mehrfach dokumentiert.

Deinen Austritt hast Du bereits im Februar mitgeteilt und wir hatten Dir zeitnah eine höflich kommentierte Bestätigung zukommen lassen.

Beste Grüsse
Reto

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Eine Unterscheidung zwischen Modellflugzeug und Drohne erscheint mir ein wenig widersinnig. Das würde ja bedeuten, dass wenn ich mit meiner Mavic auf der Wiese hinterm Haus fliege, brauche ich eine Registrierung, tue ich selbiges mit meinem Modellflugzeug brauche ich keine Registrierung?? Wo ist jetzt der Unterschied in der Gefährdung?

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Eine Unterscheidung wie Du sie beschreibt ist nicht vorgesehen. Aber die Ausscheidung von Modellflugplätzen, wo Du ohne Registrierung und ohne elektronische Fernidentifikation all Deiner Fluggeräte fliegen kannst. Möchtest Du abseits der anerkannten Modellflugplätzen fliegen, werden wir um eine Registrierung und gegebenenfalls elektronische Fernidentifikation nicht herumkommen. Das ist aber nicht nur mühsam, sondern hat auch für uns einige Vorteile.

Ich bin ja sehr gespannt wie das für legacy Modelle umgesetzt werden soll/muss.

Ganz einfach mit der App. Ist bereits gelöst.

Darin kannst Du ganz einfach den Zylinder definieren, in dem Du fliegen möchtest.

Siehe die Beschreibung gemäss Robert Fraefel am gestrigen Skyguide Customer Board auf diesem Forum.