Post-Drohne stürzt erneut ab

Die Drohne von der Post ist schon wieder abgestürzt, diesmal nicht in den See, sondern im Wald. Quelle: https://m.tagesanzeiger.ch/articles/24505789

Schon wieder :scream:

Medienmitteilung: https://post-medien.ch/drohne-ueber-zuercher-wald-abgestuerzt/

In der Druckversion Region Zürich mit Stellungnahme SVZD:

20190510 20min Postdrohne Absturz.pdf (574,2 KB)

Die wichtigste Erkenntnis aus meiner Sicht ist, dass das Paketdrohnensystem noch erheblich zuverlässiger werden muss. Ziel muss aus meiner Sicht sein, dass sich im Schnitt höchstens alle 10’000 Flüge ein Zwischenfall ereignet. Da ist Matternet aktuell noch gut Faktor zehn darunter. Ich erwähne dies an dieser Stelle, weil meine diesbezüglichen Aussagen leider der Kürzung von 20min zum Opfer gefallen sind.

Das Fazit aus diesen und anderen Unfällen betreffend Sicherheit und Pilotenverhalten für die Drohnenfliegerei ist eigentlich einfach.

Nichts ist sicher!!!
Auch wenn uns das die Herstellerindustrie mit ihren technischen Wunderwerken anders verkaufen will.

Darum muss die Pilotin / der Pilot immer damit rechnen, dass etwas passieren kann.
Ist diese Erkenntnis beim Piloten angekommen, wird sie/er das Flugverhalten entsprechend danach richten und damit bei einem technischen Versagen mögliche Schäden am Boden, insbesondere verletzte Personen oder Tiere zu verhindern wissen.

Unter Anderem kann das bedeuten niemals und wenn, dann nur in Notsituationen, über Menschen und Tieren zu fliegen. Selbst wenn es die Vorschriften zulassen würden.

Liebe Grüsse

Peter

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Distanzfliegende Drohnen über urbanem Gebiet sind neu, die Gesellschaft ist damit nicht vertraut und skeptisch, ergo auch die Politik, Regulierung, Aufsicht. Von gewachsenen Gewohnheiten (grandfathering rights) können Drohnen nicht profitieren.

Insofern sehe ich die gesellschaftlich tolerierte Limite nicht bei der relativen Unfallhäufigkeit (bspw. 1E-4/Flug oder 1E-3/Flugstunde, etwa was Reto oben schreibt), sondern bei der absoluten Unfallzahl ‘multipliziert’ mit dem tatsächlichen Schaden, dem offensichtlich möglichen Schaden (wenn’s 20m oder2s früher geknallt hätte) bzw. dem Medienhype.

Letzteres ist auch steuerbar: es muss ja nicht zwingend sein, dass die Publizität eines Unfalls vergleichbar ist wie bei manntragenden Flz (aber es gibt starke Gründe dazu, namentlich für die Player UVEK, BAZL, SUST und Post).

Ein Betrieb über der Stadt erhöht die Wahrscheinlichkeit von ground risk und media hype extrem. Man kann sich fragen, ob das das sinnvolle gesellschaftliche Herantasten an das Thema ist, parallel zum Fortschritt in Technik, Betrieb, …

Auf Basis erwarteter 10k/25k solcher Drohnen per 2025/2035 (CH-Sicht auf die 2016er UAV-Outlook Studie der EK/SESAR), und 2 Flügen/UAV/Tag, würde ich eher noch 1-2 Grössenordnungen sicherere Ops erwarten, wenn sich die Drohnenszene nicht selbst im Weg stehen will. Oder halt sicherstellen, dass die Unfälle weitgehend in der Pampa und unbeachtet stattfinden.

Der Aufwand, eine Bewilligung für BVLOS zu kriegen, ist heute bereits extrem hoch und bringt Neueinsteiger und schwach dotierte Player zum verzweifeln. Das hält zum einen die Zahl der Anwendungen tief (was man im obigen Kontext als Vorteil sehen mag), verleitet andererseits die bestehenden Bewilligungsträger dazu, sich nicht mehr allzu innovativ zu betätigen. Das wiederum ist nicht im Interesse der Gesellschaft.

Der gordische Knoten liegt darin, diese Gegensätze zu vereinen. Seitens der Politik spüre ich in der Schweiz hierzu mässig Interesse.

Daraus lässt sich schliessen, dass sich der Fallschirm zwar geöffnet hatte, aber von der Drohne getrennt (abgerissen) wurde. Vielleicht bei seiner Öffnung, vielleicht beim Auftreffen auf einem Baum.

SUST Voruntersuchung ist da.

Tönt nach Auslösen des Fallschirms mitten im Flug.

Flugregeln VFR? Ist das korrekt?

Nein, korrekt ist das nicht. Es fehlt aber einfach an alternativen und so nimmt man halt das am wenigsten falsche. Interessanter ist eher die Immatrikulation der Drohne (SUI-9903). Normalerweise beginnt die Immatrikulation mit HB und nicht mit SUI. Des Weiteren ist diese Nummer auch nicht im Luftfahrzeugregister eingetragen. Weiss vielleicht jemand genaueres darüber?

Es muss VFR sein, da IFR bestimmte Instrumente und Ausbildung voraussetzt die hier nicht gegeben sind. Auch wenn es eigentlich falsch ist erfüllt es IFR nicht, bleibt also nur VFR. Das war schon beim 1. Absturz so.

Die SUST hat heute den Zwischenbericht des zweiten Unfall mit einer Postdrohne veröffentlicht. Dies betrifft die Drohne M2 V9, SUI-9903.

Es gibt einen Zwischenbericht der SUST zum 2. Absturz der Postdrohne (https://www.sust.admin.ch/inhalte/AV-berichte/ZB_SUI-9903.pdf)

Fazit: Aus noch unbekannten Gründen wurde eine Flight Termination ausgelöst. Der Fallschirm wurde ausgelöst, aufgrund des ruckartigen Bremsmanövers wurde die Fallschirmleine auf Seite Fluggeräte jedoch getrennt und somit ist die Drohne abgestürzt.

PS: Oh, gleichzeitig :wink:

Unter dem Strich ist das peinlich für den Hersteller. Kabel werden mit einem Scheuerschutz versehen und durch Kunststofführungen geführt, das Seil für den Fallschirm macht man einfach um eine scharfe (Carbon?) Struktur?

Schon er erste Absturz mit nur einem GPS (wenn man weiss, dass dieses Missionskritisch ist) lässt ja Spielraum für Interpretationen…

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Nun auch in der Presse (mit leicht anderem Heading):

https://www.derbund.ch/schweiz/standard/post-drohne-stuerzte-knapp-neben-kindern-ab/story/16684799

Wie anderes Heading…? Das ist doch ein sachlicher, neutraler und objektiver Titel? :joy: