Mindestflughöhe von bemannten Kleinflugzeugen

Hallo zusammen
Da ich weis, das unter euch auch einige Sportflieger sind, habe ich einmal eine Frage:

Was ist die Mindestflughöhe bei einem kleinen Privatflugzeug?

Ich habe immer wieder Sichtungen von Kleinflugzeugen, die in einer höhe von unter 300 meter herumgaukeln. In diesem Gebiet, darf ich mit der Drohne 500m hoch fliegen, also keine Beschränkungen. Wie verhält sich das?
Heute sind gerade mal 5 Stück binnen einer halben Std. durchgeflogen. // Gebiet Bubikon - Dürnten, in Richtung Alpen - vielleicht auch Richtung Flugplatz Lachen.
Ich war heute ohne Fluggerät unterwegs, doch ich bin dort auch schon geflogen.

Gleiches treffe ich auch immer wieder auf dem See ( Zürichsee) an, auch in Bereichen, wo ich keine Höhenbeschränkungen habe.

Grüss Dich Peter.

Ein etwas heikles Thema. 500 Meter hoch mit einer Drohne, da wird die visuelle Wahrnehmung problematisch und die Argumentation schwierig im Falle eines Unfalls Der geschilderte Bereich ist eine Zone mit sehr dichtem Verkehrsaufkommen.
Über dem Zürichsee ist die Höhe über Grund der Drohne halt entscheidend. Wenn du auf dem Pfannenstiel startest auf 50 Meter und Richtung See fliegst, bist du sehr schnell in der CTR2 HX von Zürich da die Höhe deines Standortes und die Flughöhe der Drohne addiert werden. So bist du dann plötzlich zu hoch. In Bubikon hast du sehr viel Verkehr auf/vom Flugplatz Speck, da dort die Südvolte meistens durchführt um evtl. von Pfäffikon her auf die Piste oder im Turnaround Inbound von Illnau her anzufliegen. Das Flugregime kann aber auch angepasst worden sein. Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Flieger zum Beispiel an vorgegebenen Orten auf unter 150 Meter absinken. Dies zu Schulungszwecken. Generell kann man das nicht sagen, vor allem nicht bei der General Aviation. Ich empfehle dir dringend die Swissmap App zu benutzen und die Ansicht der ICAO Karte zu aktivieren. Weiter kannst du Dich auf Skybriefing orientieren oder dich einem der Lehrgänge bekannter Ausbildungsinstitute anschliessen, wo die Thematik ausführlicher behandelt wird.

Fly safe !

Gruss Dominique D. Peter

Commissionleader public safety & SAR
Exam Expert SFCD

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Hallo Dominique
Danke für die Antwort.
Ich fliege eigentlich nie höher als max. 300m, auch dies bin ich noch nicht geflogen, da kein bedarf war. Die Mappen von Swissmap habe ich. Es ging mir nur generell um die Frage, ob es eine Mindestflughöhe für die “kleinen” gibt.

“Wenn du auf dem Pfannenstiel startest auf 50 Meter und Richtung See fliegst, bist du sehr schnell in der CTR2 HX von Zürich da die Höhe deines Standortes und die Flughöhe der Drohne addiert werden.”
Sollte eigentlich jedem Drohnenpilot bekannt sein.

Gruss Peter

Hoi Peter

Ja das sollte jedem bekannt sein. Wir treffen jedoch immer wieder Leute an, denen dies nicht geläufig ist. Ich wollte Dir nichts unterstellen, wenn du dies so empfunden haben solltest. Sorry dafür !

Gruess Dominique

Hallo Domenique
Nein alles Ok, geht mir auch so, auch ich sehe immer wieder Sachen von den Dronenfliegern, wo ich nur den Kopf schütteln kann.

Gruss Peter

Mindestflughöhen sind national anders. In der Schweiz gilt grob 300m über bewohntem, 150m über unbewohntem Gebiet. Was genau unbewohnt/bewohnt heisst, ist nicht so klar. Was genau “Bodenhöhe” ist, ist nicht so klar. Wie das konkret umgesetzt wird, ist eine andere Sache, u.a. haben die meisten Flz ja kein Bodenhöhen-Messgerät. Und dann gibt es eine grosse Zahl von zulässigen Ausnahmen, sowie von absichtlichem und unabsichtlichem Unterfliegen.

Solange Du nicht in einer Tiefgarage sitzt, kannst Du nicht davon ausgehen, dass kein Flz da fliegt.

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Also praktisch ausser der evtl. Fluganmeldung , und beachten der Flugverbotszohnen bzw. anmelden beim durchfliegen,Narrenfreiheit :slight_smile:

Die Mindestflugöhe ist klar geregelt und international recht einheitlich:

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20141955/index.html

Zuitat:

Art. 28 Mindestflughöhen

1 Bei Sichtflügen gelten sowohl am Tag als auch in der Nacht die Mindestflughöhen gemäss SERA.5005 Buchstabe f.

2 Diese Mindestflughöhen dürfen, soweit erforderlich, nur unterschritten werden:

a.
bei Such-, Rettungs- und Polizeiflügen;
b.
für die Bedürfnisse von Abflug und Landung;
c.
im Rahmen von Notlandeübungen mit Flugzeugen ausserhalb von dicht besiedeltem Wohngebiet, sofern ein Fluglehrer, eine Fluglehrerin, ein einweisungsberechtigter Pilot oder eine einweisungsberechtigte Pilotin an Bord ist;
d.
mit Hubschraubern zu Ausbildungszwecken ausserhalb von dicht besiedeltem Wohngebiet sowie, mit Zustimmung des Flugplatzleiters, zu Übungszwecken auf einem Flugplatz oder in der Nähe eines solchen;
e.
mit Ballonen zu Ausbildungszwecken, wenn ein Fahrlehrer oder eine Fahrlehrerin an Bord ist; oder
f.
mit besonderer Bewilligung des BAZL.

3 Bei Hangflügen mit Segelflugzeugen beträgt die Mindestflughöhe 60 m über Grund. Dabei muss ein genügender seitlicher Sicherheitsabstand zum Hang eingehalten werden.

Und dem Entsprechend hier:

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Na das ist mal eine Antwort die man sich so wünscht.
Danke Walter.
Ist doch alles geregelt, dachte ich mir doch. Somit ist meine Frage beantwortet und ich kann so damit gut leben.
Wir haben es gerade heute wieder diskutiert, wahrscheinlich ist die Flughöhe auch höher als man meint, die Flugzeuge sind ja doch auch einiges Grösser als eine Drohne. Gleiches gilt für den morgendlichen Anflug der grossen Jumbos über Stäfa, beeindruckend und je nach Wetterlage, meint man das die recht tief sind. Beachtet man jedoch die Grösse, sind sie doch noch recht hoch oben.

Gruss und danke
Peter

Hallo Peter

Die besagten Orte von dir werden wohl viele vom Flp. Speck-Fehraltorf sein.
Solange Du auf Sicht VLOS fliegen musst und bei > 300m deine Drohne noch sichtbar ist und Du über unbebautem Land fliegst kann es kritisch werden. Drohnen haben ja auszuweichen.

Ich handhabe es immer so:

Nahe und ausserhalb dem 5km Radius max. 150m AGL.
Sinnvollerweise noch kurz auf die Flugdienstleiter Tel-Nummer (siehe AIRMAP-App) anrufen und kurz anfragen, ob Du in einem Anflug-/Abflugsektor bist. Dort gibt es oft definierte Flughöhen. Dann eben immer UNTER diesen Flughöhen fliegen.

Wie bereits richtig erwähnt kann der PPL-Pilot die Höhe über Grund nur schätzen bzw. Höhe umrechnen und auf der ICAO-Karte schauen (Umrechnung ft in m: durch 10 mal 3 ). Solange kein RA (Radio Altimeter) an Bord ist => Höhe über Grund schätzen/berechnen des PPL-Piloten

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Hallo Peter
den Ausführungen was für nach VFR fliegende Kleinflugzeuge gilt ist nichts beizufügen. 150m über unbewohnt, 300m über bewohntem Gebiet. An Hanglagen manchmal etwas schwierig zu sagen wie hoch über Grund man nun ist. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass über dem See und Stadt Luzern Leute mit kleinen Fliegern, wohl auf Sightseeing-Touren zu tief, eindeutig unter 300m, fliegen. Scheint Kavaliersdelikt zu sein. Bei Drohnen ist man da weniger tolerant.
Peter

Ich war mal in Orsellina, oberhalb von Lugano. Da ist mal in der Nachbarschaft eine Drohne gestartet worden, die nach kurzem Steigflug horizontal weg ist. Weil sich Orsellina 250m über dem Talboden befindet, war die Drohne vermutlich einfach ganz schnell 250m über Boden, das noch im nahen Umfeld der 5km-Zone um den Flugplatz Magadino-Ebene!

Eine andere Beobachtung: Flüge über Rigi Kulm. Nebst der Lärmbelästigung: Fliegt da einer über die Bergkante, ist er ganz schnell 300m über dem Boden, auch nicht so schlau.

Ueber 120 Meter AGL hat eine Hobbydrohne und generell eine Consumer-Drohne schlicht nichts zu suchen!

Und wieso hat eine Consumer-Drohne über 120 Meter AGL nichts zu suchen? Wenn man seinen Flug entsprechend plant und die nötige Vorsicht walten lässt, kann man problemlos auch höher aufsteigen. Ich selbst bin such schon mal auf ca. 250 Meter AGL aufgestiegen.

Es hat wohl nicht jeder Pilot einer Consumer-Drohne ein Privatpilotenbrevet. Zum anderen ist eine Consumer-Drohne kaum nach den üblichen Regeln in der Luftfahrt ausgelegt und intensiv getestet worden. Ansonsten wäre sie wohl massiv teurer. Gerne lass ich mich hier korrigieren.

Hmm, auch wenn ich mir hier jetzt den A… verbrenne mit meiner Aussage… meiner Meinung nach entstehen die besten Aufnahmen eh unterhalb von 120m AGL. Was ich mit einer Steady nicht filmen kann (zu kurze Arme), und nicht von der Robin aus filmen will (ich geniesse lieber den Flug selbst, und wenn dann gibts dafür GoPro’s), nehme ich mit meinen Brummsekten auf. Gerade deswegen hab ich mir damals so ein Teil gekauft.

Glaubt man einer Publikation der Handelszeitung von 2017, wurden in der CH schon über einhunderttausend Drohnen vertickert. Wäre ich naiv und glaubte noch an den Weihnachtsmann der die Ostereier bemalt, würden sich die meisten an die Grundregeln halten, da diese ja den meisten Verpackungen bereits beiliegen.

Neulich filmte ich in Diepoldsau SG bei der Rheinbrücke, und da schwirrten gleich mehrere Mavics auf weit über 1000ft AGL im Schweinetempo links und rechts des Flusses bis fast nach Kriessern, um das Hochwasser zu filmen. In diesem Bereich beginnt der Approach nach LOIH (A-Hohenems). Völlig überraschend war das auf Nachfrage bei den Jungs völlig unbekannt. Auch die Frage nach einem Haftpflichtausweis der Versicherung wurde durchwegs verneint, und einen Reg.-Sticker auf den Drohnen habe ich vergeblich gesucht. Könnte ich entscheiden, würde ich sofort einen grossen Löffel in den heissen Brei stecken. Erstens, JEDE verkaufte Drohne muss zwingend registriert werden (erinnert sich noch jemand an die Mobiltelefone?). Zweitens, jede verkaufte Drohne muss haftpflichtversichert sein (Ausweis passt perfekt in jedes Gucci-Portemonnaie). Dazu eine Karenzfrist für die nachträgliche Registrierung, bbw. 3 Monate. Das löst noch längst nicht alle unsere Probleme am Himmel, aber es würde die Spreu schon beim Erwerb vom Weizen trennen.

Das waren nur mal meine Gedanken zum Thema AGL, und ich wollte betr. Registrierung auch keinen neuen Thread eröffnen, wurde ja sicher schon x-mal diskutiert hier in Forum.

In diesem Sinne wünsche ich euch genug Füsse unter euren Props, aber auch nicht zu viele :wink:

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Es gab und gibt Bussen und Verfahren gegen Piloten, die zu tief fliegen. Kleinflugzeuge sind ja problemlos zu identifizieren und am Boden gibt es genügend Personen, die – manchmal auch unberechtigt – an die Behörden gelangen.

Auch die Ju-52 traf es mal, als sie noch fliegen durfte:

Der Eindruck täuscht aber häufig. FR24 hilft allenfalls weiter. Über dem See genügen 150 Meter. (Was aber nicht besonders schlau ist, denn wenn der Motor ausfällt, sollte man es im eigenen Interesse noch in die Nähe des Ufers schaffen.)

Ganz falsch, was ist eine Hobby-Drohne? Ist eine Parrot, oder DJI Drohne eine Hobby-Drohne?
Wenn ich mit meiner Drohne eine Inspektion an einer Sendeanlage mache, muss ich z.T. bis auf 250 m AGL aufsteigen. Etwas effizienteres als die DJI-Drohnen, was auch Bildqualität angeht, gibt es fast nicht. Logisch ich kann mit einer 20kg Drohne und einer Fotokamera aufsteigen, welch Equipment mich 25kCHF kostet und bei einer Berührung runterfällt, da die meisten Notsysteme bei diesen Drohnen nicht funktionieren.