Mavic Mini

Hallo zusammen!

Mein 16 Jähriger Sohn wünscht sich zum Geburtstag am 10.07 2020 eine Drohne. Ich will ihm gerne das erfüllen…aber was darf er den da überhaupt nach dem neuen Gesetz was da raus kommt? Ich würde ihm die Mavic mini kaufen wo jetzt raus gekommen ist…249 Gramm schwer…Vielen Dank für FB…

Es ist zur Zeit noch nicht wirklich absehbar, wie die neuen EASA Vorschriften in der Schweiz umgesetzt werden. Insbesondere noch unklar ist, wie mit bereits bestehenden Drohnen umgegangen werden soll. Theoretisch kann sich alles änderen, wir müssen einfach abwarten, was passieren wird.

Allerdings gehe ich fest davon aus, dass er in jedem Fall eine Modellluftfahrzeug-Halterhaftpflichtversicherung benötigen wird. Einfach mal die Versicherung fragen, die wissen, was gemeint ist. Des weiteren gehe ich davon aus, dass die Verkehrsregeln für Drohnen < 500g verschärft werden, d. h.: auch mit solch leichten Drohnen wird man künftig nicht mehr bei Flugplätzen fliegen dürfen, Menschenmengen müssen gemeiden werden und es gilt eine Höhenbegrenzung von 150m. Eine Lizenz zum Fliegen oder eine Zulassung (ähnlich Mfk) für die Drohne wird er vermutlich nicht benötigen.

Insgesamt halte ich die Mavic Mini für den Einstieg für sehr empfehlenswert. Ich würde aber abwarten, wie sich die Vorschriften entwickeln werden, bis Frühling wird da Klarheit herrschen. Des Weiteren erachte ich es für sinnvoll, mal mit dem Sohn über die heutigen Vorschriften zu sprechen und ihm klar zu machen, dass mit dem Führen eines Luftfahrzeuges viel Verantwortung einher geht. Drohnen sind kein Spielzeug. Er darf beim Fliegen auch mit einer gehörigen Portion Gegenwind von der Allgemeinheit rechnen. Wenn ich meine Drohne nutze, ist es normal, dass Anwohner mich anbrüllen oder gleich die Polizei rufen. Und das, obwhol ich mich nur im legalen Rahmen bewege. Jemandem aus dem Forum wurde die Drohne sogar schon mit dem Gewehr abgeschossen…

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Die Mavic Mini - in diesem Fall nur 249g - wäre von vielen Regeln ausgenommen da diese als “Spielzeug” gilt.

… as long as there is no camera on board…

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Ok ich warte mal ab. Nehme auch alles sehr ernst aber zu sehr darf man glaube auch nicht alles auf die Goldwaage löstlegen. Sicher werde ich auch nur mit meinem Sohn gemeinsam fliegen gehen! Leider habe ich hier festgestellt das es bei euch im Verband viele, und nicht nur einzige Mitglieder gibt die da gerne mal Polizei spielen. Das sollt ihr einfach wissen da das auch der Grund ist im Moment diesem Verband nicht beizutreten. Würde mich sehr freuen wenn ihr das intern mal löst…Ist nicht böse gemeint von mir. Aber die Wahrheit…

Hallo Finn… Vielleicht liegt es daran, dass auch die Polizei in diesem Verband vertreten ist und es kein „Spiel“ ist.

Dem muss ich mich anschliessen. Ich mag zwar wie ein Polizist klingen, bin in Tat und Wahrheit aber ein 19 Jähriger Physikstudent.

Fakt ist: Mit einer Drohne fliegen ist kein Spiel. Wenn ich mich falsch verhalte, kann auch eine solch kleine Drohne erhebliche Schäden verursachen.

Im Verzasca Tal im Tessin ist eine ca. 750g leichte Drohne mit einem Hubschrauber kollidiert. Da enstand ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich!

Dir muss auch klar sein, dass beim Fliegen von Drohnen die Gefahren sehr unterschiedlich sind und von Einsatz zu Einsatz stark varieren können. Es ist wohl war, dass das Risiko, das von einer Mavic Mini ausgeht, eher überschaubar ist. Viele hier im Verband fliegen aber wesentlich schwerere Drohne (teils > 20kg !) und auch wesentlich gefährlichere Einsätze (z.B. nahe an landenden Flugzeugen oder versprühen giftige Chemikalien). Wenn dann was passiert, sind die Folgen halt gravierender. Und zuguter Letzt sorgen halt unachtsame Hobbypiloten für immer mehr Regeln, die Profis einschränken. Deswegen reagieren viele hier im Forum energisch gegenüber Personen, die meinen, dass Drohnen ein nettes Spielzeug sind.

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Die Entwicklung der Mavic Mini mit weniger als 250 Gramm ist meines Erachtens ein guter Schachzug von DJI. So könnten sie dann ab dem 1. Juli 2020 gleich Drohnen der Klasse C0 verkaufen die in Wohngebieten herumfliegen können. Vorausgesetzt, sie limitieren die maximale Geschwindigkeit auf 19 m/s, die maximale Flughöhe auf 120 m und bei “mit Propellern ausgerüstet ist, ist es so zu konstruieren, dass die Gefahr einer von den Propellerblättern ausgehenden Verletzung begrenzt wird” schaut genau niemand hin.
Da die Drohne vermutlich eine Kamera mit Speicherchip hat müsste aber der Drohnenpilot in der EU auf Grund der Verordnung (EU) 2018/1139, Anhang IX, Abschnitt 4.2 und 4.3 nicht nur der Online-Test machen und sich registrieren, sondern die Drohne ebenfalls mit seiner Registrationsnummer kennzeichnen.

Aber letztendlich gilt wohl …

Am Drohnenmarkt unter 250g gibt es mitlerweile auch von der Firma AFCC e.U. ein
Drohne aus Carbon die allerdings ein Gopro Hero black 7 oder jetzt die Neu Gopro Hero black 8 aufnehmen kann und trotzdem unter 250g liegt.
Der Name der Drohne “der Spion” fliegt schon mit 20km/h besitzt GPS _ 6Achs Gyro u. Beschleunigungssensoren und eine automatische Landefunktion.

Auch eine Drohne < 250gr ist auf Sicht zu fliegen (Visual Line of Sight - VLOS).

ZHAW hat unter “Zivile Drohnen - Herausforderungen und Perspektiven” die folgende Formel zur Berechnung der Flugdistanz unter VLOS Bedingungen veröffentlicht:

VLOS_Distanz = (Querschnitt / 2) / (TAN(0.05°/2))

Dabei wird unter “Querschnitt” die jeweils kürzeste Gehäuseabmessung verwendet, was meists der Höhe entspricht. Eine Mavic hat dabei 8.3 cm was somit 95m Flugdistanz unter obiger Definition von VLOS ermöglicht. Bei einer Mavic Mini wären es dann noch 60m.

Dazu gibt es noch keine Gerichtsurteile, sollte die Frage ob VLOS oder nicht jedoch mal im Raum stehen würde ein Gericht sich jedoch ggf. auf die ZHAW und das BAZL berufen.

Ich denke das diejenigen die im SVZD verband sind, wissen was sie tun mit ihrer Drohne. Auch ich fliege ein Phantom 4 pro, wurde auch schon von Leuten dumm angemacht und sie hatten mir mit der Polizei gedroht. Ich halte mich stets an die Vorschriften, daher darf die Polizei gerne kommen und zuschauen!
Das Problem sind diejenigen Piloten die sich nicht an die Regeln halten, fliegen wo sie gerade wollen, sich keine Gedanken machen wo sie gerade sind. Dann kommt dieses fehlverhalten in den Medien und schon hat man die ganze Bevölkerung negativ am hals. Auch wen man legal fliegt, sieht einer eine Drohne, drehen sie gleich durch.
Ich musste fest stellen, dass alle die mich verbal bedrohten, keine oder wenig Ahnung hatten vom Drohnenfluggesetz, (was darf man, was darf man nicht).

Überlege dir daher, ob du diesen ganzen stress deinem Sohn antun willst, als Drohnenpilot hat man nur wenig Freunde.
Gruss Jürg

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Gibt es dazu öffentlich zugängliche Informationen, zum Beispiel bei der SUST?

Was meines Erachtens weniger an den Drohen als an der Geräuschentwicklung liegt, übrigens auch bei der Mavic Mini.

Selbstverständlich gibt es dazu eine Quelle:

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Vielen Dank!

Im SUST-Bericht kommit zwar immer wieder die Drohne vor, aber effektiv wird nirgends bestätigt, dass der Hubschrauber wirklich mit der Drohne kollidiert ist.
Da der Drohnenpilot ganz auf der rechten Talseite war und gemäss Bericht mit der Drohne die “Dammwand” abfliegen wollte, ist eine Kollision mit einem, warscheinlich in der Talmitte fliegenden Helikopter, irgendwie unlogisch. Zudem scheint der Hubschrauber auch keine mindesthöhe eingehalten zu haben. Der Staudamm ist recht schmal, umso erstaunlicher ist es, dass die Drohne, wenn sie denn mit dem Hubschrauber-Rotor kollidiert ist, so abgestürzt ist, dass sie der Drohnenpilot überhaupt gefunden hat…
Da ist einiges unklar und komisch…

Was du schreibst ist doch ziemlich grober Unfug!

  1. Der Helikopter hat die Mindestflughöhe eingehalten. Er flog in einer Höhe von 3000 ft AMSL was bei einer Staudammhöhe von ca. 460 m AMSL einer Höhe von 454 m AGL entspricht. Die Mindestflughöhe beträgt dort 150 Meter AGL (Sera 5005 Lit. b Zif. 2).

  2. Im Bericht der SUST wird doch detailliert beschrieben wie es zur Kollision gekommen ist und das Schadensbild wird detailliert dargelegt. Was für Fragen stellen sich da eigentlich noch?

Sehr viele Fragen sind da nicht beantwortet worden.
Siehe auch da (deinen und den nächsten):

Nach meiner Umrechnung entsprechen 3000 ft = ca. 900 m. Somit wäre die Drohne ca. 450 - 500 m über dem Staudamm geflogen.
Es ist eher unwarscheinlich, dass die Drohne so hoch war, auch ist unwarscheinlich, dass die Drohne bei einer Kollision mit dem Heli genau auf der Staumauer abstürzt.
Was sagt das Log der DJI-GO-App welche Route die Drohne geflogen ist ?

Warum sollte das unwahrscheinlich sein? Wenn der Pilot eine gute Sicht tiefer in die Schlucht hinein oder über den Lago Maggiore haben wollte kann das sehr wohl sein, dass er über 400m aufgestiegen ist, zumal DJI ja bei 500m ein Höhenlimit hat.

Ich würde annehmen, dass die SUST die vorhandenen Daten der Drohne (Log) sowie der App ausgewertet hat um zu prüfen ob die Kollision in der Fluglinie des Helikopters verlaufen ist.

Aus welchem anderen Grund sollte die Drohne einen solch starke Beschädigung erfahren? Dazu reicht ein “normaler” Absturz nicht aus. Wie geschrieben “holte der Pilot” seine Drohne zurück, ich vermute stark wie 90% aller unbedarften Drohnenpiloten mittels RTH womit die Drohne genau über den Startplatz fliegt (in 450m Höhe) um dann Senkrecht zu landen. Sogar die Kollision mit dem Helikopter dürfte die Position der Drohne horizontal um weniger als 100m verschoben haben um dann im freien Fall runter zu kommen.

Der Hauptrotor bewegt sich an der Spitze mit ca 720kmh (+/- Reisegeschwindigkeit). Bei dieser Geschwindigkeit machen sich auch kleine aerodynamische Abweichungen (aka Delle durch Drohne) doch recht unangenehm bemerkbar. Mal davon abgesehen ist nicht klar wie gross innere Strukturelle Schäden vorhanden sind.

Warst Du schon mal auf der Verzasca-Staumauer ? +/- 100 Meter sind dort oben extrem viel. Schon +/- 10 m entscheiden ob die Drohne ins Wasser fällt oder in den Wald oder 220 m in die Schlucht. Bei einem RTH wäre die Drohne ja ganz rechts aussen gestanden, gemäss SUST-Kartenausschnitt. Was macht der Heli in solchem Gelände, so weit ausserhalb der Tal-Mitte ?

Wurde der Drohnenpilot verzeigt oder angeklagt ? Was war das Ergebnis ?

Wir können es drehen wie wir wollen, da sind einige Fragen nicht beantwortet.