Legaler Flug oder nicht

Was halt ihr von diesem Flug? Besteht die Möglichkeit einen solchen Flug legal, sprich mit Erlaubnis des BAZL, durchzuführen oder nicht?

Nicht falsch verstehen. Ich will hier niemanden an den Pranger stellen, das ist nicht meine Aufgabe und auch nicht mein Anliegen. Der Pilot behauptet aber eine Erlaubnis nach dem Standardverfahren 3; “Drohnenbetrieb über dünn besiedeltem Gebiet in EVLOS (Extended Visual Line of Sight)” gehabt zu haben was hier nach meinem Erachten (persönliche Meinung, nicht beweisbar) aber nicht zutrifft. Wie seht ihr das?

Um legal zu sein, braucht es nicht immer eine Erlaubnis, oder eine solche vom BAZL. BAZL hat im Kontext von EVLOS schon Bewilligungen ausgestellt über verblüffend grosse Distanzen.

Es sollte nicht unsere Aufgabe sein, Polizei zu spielen. Es ist nachvollziehbar, dass Piloten behaupten, sich legal verhalten zu haben.

Es geht mir auch gar nicht darum Polizist zu spielen was ich auch so geschrieben habe. Es geht mir um den Versuch nachzuvollziehen ob und warum so ein Flug legal ist. Denn wenn ich den zitierten Gesetzestext zur Bewilligung bemühe geht das Ganze für mich einfach nicht auf. Darum geht es und um nichts anderes.

Ich verstehe nicht warum man nicht über solche Themen diskutieren resp gewisse Dinge einfach mal hinterfragen kann ohne gleich immer als Polizist oder Paragraphen-Reiter abgestempelt zu werden.

Ich wäre erstaunt, wenn für einen solchen Flug eine BAZL Bewilligung (selbst im Kontext eines SS) ohne grösseren Aufwand möglich ist.

Das Kriterium - eines davon - ist hier die vorgeschriebene stete Sichtverbindung. Die ist natürlich bei diesem Flug ohne Videobrille nicht gegeben. Da bräuchte es zwingend einen Piloten UND einen Operator. Da du nur vom Piloten schreibst, waren die diesbezüglichen vorgeschriebenen Vorraussetzungen demnach nicht gegeben.
Eine weiterer nicht vorschriftsgemässer Umstand war wohl, dass die vorgeschriebene max. Flughöhe mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht eingehalten wurde.

Das Standardverfahren, auf das hier Bezug genommen wird, enthält folgende EInschränkungen:
3. Drohnenbetrieb über dünn besiedeltem Gebiet in EVLOS (Extended Visual Line of Sight)

Das Standardverfahren wird für Flüge ohne direkten Sichtkontakt zwischen Piloten und Drohne angewandt für Film- und Fotoaufnahmen unterhalb von 150 m über Grund. Allerdings müssen für diese Art von Drohnenbetrieb Luftraumbeobachter eingesetzt werden, die jederzeit einfliegender Luftverkehr erkennen und den Piloten darüber informieren können. Die maximale Distanz zwischen Beobachter und Drohne darf 2 Kilometern nicht überschreiten.

Das sind die Rahmenbedingungen.

Wenn die Mission in einem Stück geflogen worden ist (könnte ja auch theoretisch zusammengeschnittene Sequenzen mehrerer Flüge sein), wären da auch mehrere Luftraumbeobachter denkbar, allerdings müssten diese “am Berg” gewesen sein um die 2 Km maximalabstand einhalten zu können. Die legale Durchführung dieser Operation wäre aus meiner Sicht also denkbar, wenngleich sehr aufwändig in der Durchführung.
Was meint der Pilot?
Wolf.
http://rpas-test.ch

P.S. Ich stimme Tigertrail zu, dass solche Fragen und die daraus entstehende Diskussion in einem Fachforum legitim sind; man kann ja nur aus Erfahrung lernen! Und diese Operation ist interessant.

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Meine grundsätzliche Frage:
Könnte jemand hier kompetent darlegen, welche Richtlinien Punkt für Punkt nicht eingehalten sind. Ich möchte lernen.
Danke schon im voraus.
rojeg

Was hier mit Sicherheit schon mal klar nicht eingehalten wurde sind die max 2 Kilometer Flugdistanz… nicht mal ansatzweise. Aber da ist bestimmt einiges mehr.

Ich lese bei wolfden:
Die maximale Distanz zwischen Beobachter und Drohne darf 2 Kilometern nicht überschreiten.
Also warum maximal 2km Flugdistanz?

War etwas unglücklich resp falsch formuliert. Ich meinte natürlich 2 Kilometer Distanz zwischen Beobachter und Drohne. Aber das macht den Braten auch nicht mehr fett. Wir reden hier von einer ein paar Zentimeter grossen FPV Racing Drohne welche man nach spätestens 200 Metern nicht mehr sieht, auch aufgrund des Tempos. So oder so geht die Sache nicht auf, was sich in der Zwischenzeit aber auch bestätigt hat.

Jetzt wird es mir ein wenig unsachlich; @Tigertrail Könntest Du uns aufklären, wo Du Deine Informationen her hast; mich würde es - wie rojeg auch - wirklich interessieren, wie und mit was die Mission geflogen wurde. Deshalb würde mich eine Aufklärung des Piloten auch brennend interessieren.
Und was meinst Du damit:

Interessiert uns wirklich um daraus zu lernen.
Danke für Aufklärung.
Wolf

Die EVLOS Bewilligungen welche ich bisher gesehen habe, beschränken sich darauf, dass ein Spotter auch mal per Funk mit dem Piloten verbunden sein darf, dieser jedoch selbst keine technischen Hilfsmittel (Feldstecher o.ä.) einsetzen darf.
Meiner persönlichen Meinung nach ist es absolut ausgeschlossen einen flachen Racer mit 30cm Diagonalen in einer Saugeschwindigkeit das Matterhorn rauf rein optisch zu verfolgen, da ist nach 200m - spätestens nach 400m - die Luft draussen. Und wenn der Spotter auf halbem Weg steht muss er den Vogel beim Rauffliegen erst mal finden. Also ich bin ziemlich sicher, dass das rechtlich nicht verhebt.
Weiter fliegt der Pilot mit einer Brille, alleine dafür muss er neben sich schon einen Spotter haben welcher eingreifen kann. Die Distanz bis zum Matterhorn und um den Gipfel herum ist mit legalen 25mW schlicht nicht zu schaffen.

Spekulation: Das Video ist aus mehreren Sequenzen zusammengesetzt somit kann man nicht beweisen, dass der Pilot nicht selbst auch den Berg hoch geklettert ist, ich würde jedoch schwer davon ausgehen, dass er brav bei der Bergstation der Bahn gesessen hat und das dann so zusammengeschnitten hat. Dazu passt die letzte Sequenz, der Standort wäre dann ca hier: https://s.geo.admin.ch/84ad2accca

Ach davon abgesehen fliegt der Pilot ja über die Landesgrenze nach Italien. Dort gilt max 200m vom Piloten entfernt zu fliegen und das EVLOS vom BAZL (sofern wirklich eines vorliegt - kostet ja auch 90.-) gilt ja dann nicht mehr.

Die ersten 30 Sekunden fliegt der Pilot im Gebiet Riffelhorn. Rote Zone Heliport Zermatt.
Die zweiten 30 Sekunden im Gebiet Hirli, problemlos.
1 Minute fliegt der Pilot dem Hörnligrat entlang von circa 3100 Meter bis auf 4600 Meter.
Über dem Matterhorngipfel fliegt der Pilot mehrmals über italienisches Gebiet. Hier ist die Drohne aus Schweizergebiet, auch mit einem guten Fernrohr nicht mehr zu beobachten.
Der Sinkflug ist aus mehreren Sequenzen zusammengeschnitten.

Jetzt hat sich das schon mal versachlicht. Versuche Verstösse aufzulisten, für Eure Korrekturen wäre ich dankbar:

  • Flug in No-Fly (roter) Zone
  • Fliegen in Italien (ich müsste jetzt wieder nachschauen, was in Italien zulässig ist und was nicht)
  • Fehlender Sichtkontakt
    Gab es weitere?

Uebrigens: diese FPV Drohnen sind (wenn ich mich nicht täusche) sehr leicht, gibt es da vom Gewicht her eine “legalere” Situation?
Danke!

Die ersten 30 Sekunden fliegt der Pilot im Gebiet Riffelhorn. Rote Zone Heliport Zermatt.Flug in No-Fly (roter) Zone.

Dies stimmt nur begrenzt.
Ich war 14 Tage rund um Zermatt unterwegs… Riffelhorn, Gornergrad, Rothorn, kleines Matterhorn.
An all diesen Orten bin ich mit einer Bewilligung vom Heliport geflogen.

Vor meinem Urlaub habe ich mich angemeldet und eine Telefon Nummer erhalten.
Vor jedem Flug musste ich mich anmelden… die Koordinaten durchgeben… bekanntgeben wie hoch, wie weit und wie lange ich in etwa fliegen würde.
Anschliessen musste ich mich über die selbe Nummer wieder abmelden.

Das hat sehr gut funktioniert… auch der persönliche Kontakt beim Besuch des Heliports war sehr freundlich.

Natürlich habe ich mich an die anderen Auflagen gehalten… fliegen auf Sicht… nicht über Menschenansammlungen fliegen… persönlichkeitsrechte wahren.

Auch wenn ich nicht denke, dass der Flug 100% Legal war, es wird wohl so einfach nicht beweisbar sein…

bis 500g sind Flugplätze grundsätzlich nicht bewilligungspflichtig…
es könnten wie schon gesagt mehrere Flüge gewesen sein von unterschiedlichem Startort

Was sicher Fakt ist: mit seinem 2Watt FPV Sender war er deutlich über den erlaubten 25mW, das ist aber flugtechnisch nicht relevant…

Was ich sagen kann: Vor Jahren war ich bei einem Flugplatz zu besuch um meine Copterflüge zu besprechen. Der Flugplartleiter sagte mir da, dass am nächsten Tag vom besagten Flugplatz ein Multikopter Flug auf BVLOS basis stattfinden werde und dies in enger Zusammenarbeit mit dem BAZL geschehe. Ich denke also, dass es allenfalls durchaus solche Bewilligungen geben kann…

Mal ganz ehrlich. Was soll dieser Bünzlischeiss hier? Hört ihr euch eigentlich selbst zu?

Was ist, wenn jemand bei rot über den Fussgängerstreifen läuft? Wenn jemand durch ein Fahrverbot fährt? Wenn ein Fahrzeug frisiert ist? Macht man dann auch immer so ein Riesen trallala?

Klar es mag nicht immer alles legal sein. Was ich aber weiss, dass solche FPV-Drohnenpiloten die Gesetze, wie auch ihre Drohne und deren technischen Eigenschaften sehr gut kennen. Die Flüge sind geplant, die Flugkarten gecheckt, das Risiko abgeschätzt. Oft sind es Piloten die mehrmals pro Woche fliegen und wohl einige Videodröhneler hier von den Flugskills links liegen lassen.

Nein das rechtfertig diesen Flug nicht. Dennoch wo ist das Problem? Gibt es nicht wichtigere Dinge um die man sich kümmern könnte anstatt hier zu werweislen?

Die Wahrscheinlichkeit das etwas passiert, wenn jemand bei Rot über einen Fussgängerstreifen läuft ist meines Erachtens grösser, als ein kleiner 500g Copter der vom Himmel fällt und ggf. jemanden in den Bergen trifft.

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Vielleicht liegt es auch daran, dass die geschilderten Übertretungen einige 100 bis auch 1000ende von Franken Busse nach sich ziehen können und nicht 20.- bis ein paar wenige 100.- wie in deinen Beispielen. Zudem sind die von dir geschilderten Übertretungen ziemlich klar und logisch nachvollziehbar (kein Ermessensspielraum) wir bewegen uns in der Drohnenfliegerei aber vielmals in Grauzonen und unklar formulierten Gesetzen, welche nur selten und dann auch nur von Personen mit Sachkenntnis im Alltag angewendet werden. Daher ist diese Diskussion durchaus wertvoll und wichtig und aus meiner Sicht nicht „Bünzlihaft“. Unabhängig davon ob es im Endeffekt legal oder nicht legal war. Aufgrund fehlender Informationen bleibt uns nichts anders übrig, als die Diskussion zu führen und daraus zu lernen. Dein Beispiel ist das klassische nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Auch wieder jemand der in keinster Weise und so gar nicht versteht worum es hier geht oder was der Sinn dieser Diskussion ist. Hättest du alles aufmerksam gelesen und verstanden hättest du gemerkt worum es hier geht und dass das Ganze absolut nichts, aber rein gar nichts mit „Bünzlischeiss“ zu tun hat. Und das hat auch nichts, aber absolut rein gar nichts mit dem Verein zu tun. Swissair01 hat eigentlich alles resp das Meiste dazu gesagt. Mir kämen da noch ganz andere Dinge in den Sinn. Aber damit die Diskussion einigermassen intelligent und zielgerichtet weiter läuft verkneife ich mir weitere Kommentare.

P.S. Eine Sache habe ich doch noch. Was bitte schön haben irgendwelche Skills damit zu tun ob ich ein Gesetz übertreten darf oder nicht? Gemäss deiner Argumentation dürfte dann ein Rennfahrer auf der Autobahn permanent massiv zu schnell fahren? Dass solcher „Bünzlischeiss“ nicht nur, aber auch denjenigen schützt der gegen das Gesetz verstösst ist dir aber schon klar.

Ich bin absolut nicht Deiner Meinung. Wir hatten auch schon Flüge mit Absprache Flughafen etc und plötzlich taucht dann halt plötzlich doch ein Heli genau in unserer abgesprochenen Flugroute auf, worauf wir unseren Einsatz abbrechen mussten. Das sieht man aber eben nur wenn man vor Ort ist. Was passiert, wenn sich Leute nicht daran halten, sah man z.b. in der Verzasca.

Und es ist mir echt egal ob Du findest, dass ich ein Bünzli bin, Regeln sind dafür da um eingehalten zu werden. Wenn ich Dir einen Bleistift klaue ist es ok, wie ist es mit einem Kugelschreiber, Bankkarte, Mobil Telefon, Auto… ab wann ist es für Dich nicht mehr ok? Oder bis wohin denkst Du kannst Du selbst entscheiden ob eine Übertretung nun ok ist oder nicht? Und warum denkst Du das Du das darfst?

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