Jagdbanngebiete - Keine Kontrollen?

Ein Kollege von mir war letztes Weekend mit der Familie am Creux du Van im Neuenburger Jura. Ein beliebtes Ausflugsziel mit schöner Kulisse. Das haben auch Drohnenpiloten gemerkt.

Nur: Da ist ein Jagdbanngebiet und zwar nördlich und nordöstlich von der Krete, also eigentlich alles was über dem Abgrund ist. Leider interessiert das scheinbar keinen, wie eine kurze Suche auf YouTube zeigt:

https://www.youtube.com/results?search_query=creux+du+van+drone

Auch an besagtem Wochenende war das leider so. Schon beim Aufstieg aus dem Tal surrten permanent mehrere (2-4) Drohnen umher. Der Kollege ist durchaus Technik Affin, hat selbst Drohnen und Modellflugzeuge, hat sich aber über das permanente Fliegen doch mehr als geärgert. Da sehr viele Leute den Tag dort genossen haben ist es auch zu grösseren Menschenansammlungen gekommen, wahrscheinlich in VLK relevantem Ausmass.

Ich halte mich an die gesetzlichen Vorschriften (auch wenn man die in einigen Fällen noch etwas hinterfragen muss), fühle mich aber auch verarscht, wenn geltende Verbote scheinbar nie kontrolliert oder geahndet werden. Es wäre ein leichtes gewesen die Piloten zu finden oder obigen YouTube Videos mal nach zu gehen.

Was ist Eure Meinung? Interessiert das überhaupt jemanden vom BAFU? Informieren die die lokalen Stellen?

Meiner Meinung nach ist mit map.geo.admin.ch eigentlich alles klar, das sollte jeder Pilot kennen und in der Zwischenzeit ein “Standardwerk” sein.

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Wissen und daran halten sind 2 unterschiedliche Dinge.
ich behaupte mal dass 95% aller Drohnenpiloten betreffend Jagdbannzonen oder Luftraum keine Ahnung haben und wie man nachschaut wo was man darf, wissen die eh nicht.
Betreffend Kontrollen gibts regional starke Unterschiede. Mancherorts kommen Wildhüter gleich her gerannt, anderorts interessiert es niemanden.

Da es vom BAFU grundsätzlich keine Bewilligungen gibt (ausser für Wildtierzählungen der Jäger), holt sich auch niemand eine ein.
Ich hatte schon Diskussionen für einen nationalen Werbespot, um evtl. 100m in eine Jagdbannzone einzufliegen.
Wie gesagt…evtl…vermutlich nicht aber was wenn wir dies benötigen würden.
Daraufhin gab es Diskussionen mit BAFU kantonaler Jagdaufsicht, Wildhüter etc. und ein Waldpolizist beim Dreh vor Ort.Wäre ein Reh an der äussertes Zonengrenze gestanden hätte es einen Drehabruch gegeben…
Schlussendlich hab ich die 100m dann noch nicht gebraucht und die Rehe hätte es eh nicht interessiert.

Wer mit dem BAFU kommuniziert handelt sich also mehr Ärger und Aufwand ein als wenn man einfach macht.

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Ich war letztens auch dort und wollte eigentlich ein schönes Panorama der Felswand machen und hatte deshalb vorgängig beim BAFU angefragt.
Ich bekam relativ schnell eine sehr nette, wenn jedoch negative Antwort. Flüge von Privaten sind gar nicht erst bewilligungsfähig.

So passte ich eben meinene “Flugplan” etwas an und flog ausserhalb des Perimeters der NFZ. Hat auch schöne Fotos gegeben. Mit der Swissmap-App war ich stets auf der sicheren Seite: Die NFZ beginnt übrigends nicht erst an der Kante… je nach Standort geht sie sogar über den Wanderweg hinaus.

Ich bin auch der Ansicht, dass viele Drohnen-Piloten gar nicht wissen, auf was sie alles schauen müssen.
Online bestellt und am nächsten Tag wird schon geflogen…
Viele Leute sehen in den Drohnen einfach nur ein Spielzeug und sind sich eigentlich gar nicht bewusst, was sie da steuern.
Aber wie ändern? Die Verkäufer mehr in die Pflicht nehmen? Muss der Verband aktiver werden? Können WIR als Piloten mithelfen?

Eines der Fotos will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Alles schön ausserhalb der NFZ aufgenommen und zu Hause in Lightroom entwickelt

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Schon beim Aufstieg aus dem Tal surrten permanent mehrere (2-4) Drohnen umher. Der Kollege ist durchaus Technik Affin, hat selbst Drohnen und Modellflugzeuge, hat sich aber über das permanente Fliegen doch mehr als geärgert…

Danke für diese interessante Aussage!
Genau deswegen plädiere ich dafür zuerst zu überlegen, ob ein Flug wirklich notwendig ist. Wenn ja ob er niemanden, so wie oben genannt, stören kann.

Genau dieses Verhalten wie tops4u schildert ist unter anderem einer der wichtigsten Gründe, weshalb die Gemeinden und Regionen eigene Vorschriften erlassen haben. Das höre und lese ich immer wieder, wenn ich mit den Gemeinden und Polizeistellen für den Eintrag in die Vorschriftensammlung im Kontakt stehe.

Bitte nehmt Rücksicht. Wir alle wollen doch nicht noch mehr solcher Einschränkungen.

Ja, dass die Naturschutz- und Jagbanngebiete nicht überall bekannt sind, scheint schon so zu sein. Gibt es z.B. eingangs eines Jagbanngebietes eine Drohnenflugverbotsanzeige an geeigneten Stellen? Wenn ja, dann wäre es doppelt traurig, wenn dennoch geflogen wird. Wenn nein, wäre dies vielleicht eine Möglichkeit direkt zu informieren.

Wenn Dein Kollege möchte, dass die entsprechenden Stellen wissen, dass dort geflogen wird, kann er es an die entsprechende Adresse mitteilen. Vielleicht ist es den Zuständigen nicht bewusst. Sie sind möglicherweise nur während der Woche dort und sehen diese Übertretungen vielleicht gar nicht.

Liebi Grüess
Peter

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Vielleicht wäre es für das nächste Mal aufschlussreich die betreffenden Piloten direkt zu fragen woher die kommen, warum sie gerade hier fliegen und ob sie die Karte von map.geo.admin.ch überhaupt kennen.

Auf eine Art ist diese Entwicklung leider nicht erstaunlich.

Wenn man somanche Youtube-Videos anschaut, dann gibt es anscheinend unterschiedliche Klassen von Drohnenpiloten. Manche fliegen gerne über unzugänglichen oder schwer zugänglichen Orten, andere dort wo es spektakuläre Aufnahmen gibt und wieder andere möglichst nah an der eigenen Haustür. Das Creux du Van bietet für Neuenburger gleich alles zusammen. An welchem mit Strasse und ÖV gut erschlossenen interessanten Ort sollten die Neuenburger Drohnenpiloten ansonsten fliegen? (Nicht dass ich das Fliegen in Wildschutz- und Wohnzonen oder in Tourismusgebieten gut finde)

Modellflieger sind in dem Punkt anscheinend anders und bevorzugen ein flaches offenes Feld ohne Bäume damit ihr teures oder selbstgebautes Modellflugzeug möglichst Hindernisfrei fliegen kann.

Das trifft es wohl auf den Punkt.

Früher hielt man sich auch so an Gesetze auch wenn keiner die Einhaltung kontrollierte. Heute geht es leider auf Grund der kulturellen Veränderung mehr und mehr in die Richtung, dass Gesetze nur noch eingehalten werden, wenn die Einhaltung überwacht und es dann empfindliche Konsequenzen gibt.

Auf Grund des kulturellen Wandels, den die Schweiz gerade durch macht, wird es hier wahrscheinlich nicht auf die Ursachenlösung sondern auf die Symptombekämpfung hinaus laufen so dass jeder Drohnenflug vom Skyguide überwacht wird und beim geringsten Verstoss augenblicklich ein Flugverbot und Busse ausgesprochen (und ggf. nebenbei die Kasse von Skyguide gefüllt) wird.

Ganz ehrlich, schau das Foto an und sage mir, dass das VLOS gefolgen wurde… Mavic Drohne oder? Selbst an die Nase fassen

Wir vom TCS sind Wöchentlich mit Erfolg am schulen. Das sowas in Zukunft Vergangenheit wird. Nur so kann man dies lösen.

Ja, bei meinem Foto wurde auf Sicht geflogen. Wenn ich mich noch recht erinnere, war ich auf ca 150m Höhe. Die Mavic zeichnete sich im blauen Himmel wunderbar ab. Sonst noch Fragen?

439 Fuss um genau zu sein. Der ganze Flug dauerte übringens gerade mal 4 Minuten. Hoch, Fotos schiessen, runter und gut ist…

“nur so kann man dies lösen”… da bin ich anderer Ansicht. Gerade die Piloten, die sich schulen lassen, sind die, die sich für ihr Hobby interessieren und sich sie Informationen holen.

Man muss die breite Masse der “ich kauf mal schnell ne Drohne”-Piloten erreichen. Gerade die wird man nie an Kursen sehen…
Aber genau die fallen dann negativ auf und schaden der ganzen Community.

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Antwort zu Pesche78: “Man muss die breite Masse der “ich kauf mal schnell ne Drohne”-Piloten erreichen.”

Dies ist Sinn und Zweck der Informationsplattform SAFEDroneFlying www.safedroneflying.aero, an der sich verschiedene Fachverbände, u.a. der SVZD, beteiligt haben. Inzwischen arbeiten rd. 20 Handelsunternehmen mit SAFEDroneFlying zusammen und informieren so ihre Kunden systematisch zu Regeln und Hinweisen für einen sicheren und rücksichtsvollen Drohnenflug.