Fotokite: Wie Schweizer Drohnen-Tech den Feuerwehren hilft

Aus meiner langjährigen Feuerwehr Erfahrung (Ausbildner, Atemschutz, Strassenrettung, Chemiewehr, Strahlenwehr, Höhenrettung etc.). Sehe ich eine gebundene Drohne als Totgeburt an.
Sie wird immer am falschen Ort schweben und erlaubt keine zwingend benötigte Freiheit im Raum.
Der Vorteil einer möglichen Stromversorgung durch die Leine und das reduzieren von Personal ist ein Plus. Jedoch braucht es eh jemand welcher die Bilder auswerten kann. Und der kann dann ja auch gleich pilotieren.
Viel wichtiger wären Themen wie EX-Schutz, Witterung und Temperaturen, Adaption an zusätzliche Messgeräte, optimalerweise diejenige welche schon verbreitet vorhanden sind.

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Ciao Mat ! Vor allem den Punkt EX-Schutz/ Zertifizierung find ich ganz gut ! Das hab ich mich schon des Öfteren gefragt.
Da wird dann wohl die Drohne an der Schnur irgendwann zur Drohne an der Lunte :wink:

Gruss D.

Vor einem Jahr sprach ich mit einem Ausbildungschef einer grösseren Chemieabwehrschule.
Es ging um die Frage, können Messgeräte in eine heikle Zone geflogen werden?
Wenn ja, was wäre der Nutzen?

Es wurden dann rückwärtig mit den CH Chefs Abklärungen getroffen.
Die Rückmeldung war interessant:

  • Derzeit gibt es keine Messinstrumente, welche verlässlich per Funkübermittlung arbeiten würden.
  • Der Flugwind (Propeller) würde die Luft derart verwirbeln, dass es die Resultate verfälschen könnte.
  • Die C und EX Sicherheit ist nicht gewährleistet.
  • Chemische Zusammensetzungen könnten den Drohnen zusetzen und die Elektronik oder das Gehäuse angreifen.

Es wird erwartet, dass irgendwelche Firmen sich dem Thema annehmen und eigens dafür Drohnen bauen, welche all die Sicherheits- und Übertragunseinrichtungen mitbringen. Sie rechnen damit, dass dies dann die Drohne für die Chemieabwehr werden könnte.

Bis dahin ist Zurückhaltung aus den obigen Gründen angesagt.
Über den aktuellen Stand der Dinge bin ich nicht informiert, vielleicht weiss jemand mehr dazu.

Liebi Grüsse

Peter

Hallo zusammen

Da ist man schon lange viel weiter…das geschah 2016 zum Beispiel in NRW. Dabei fliegen Drohnen im Schwarm und sind bestückt mit diversen Sensoren. Es wurde dazu eigens ein Fahrzeug entwickelt und fand 2017 erstmals Einsatz. Die C- Bedrohung und die EX- Zertifizierung sind von zwei Seiten zu betrachten, wobei die C-Bedrohung nicht latent ist. Da der Flug über einen Vulkan im Regen, Schwefelsäure freisetzt und dies nach meiner Erfahrung in Island, zu keinem grösseren Problem führte. Die C-Bedrohung kann eine Bedrohung für das Fluggerät sein, was aber im Einsatzfall nicht als Killerkriterium gilt. Die Einsatzmittel sind normalerweise als consumables zu betrachten. Die EX Bedrohung ist da eher problematisch, wobei der M200/210 ja bereits auf EX hinarbeitet und in einem Gasbefüllten Raum getestet wurde, ohne weitere Probleme. Diese Tatsache muss nur noch in der EN-ISO Zertifizierung abgeschlossen werden. Zum Thema auch der Artikel aus dem Jahr 2015, wobei ich bei einem Flug im Jahr 2017 zugegen war.

Gruss Dominique

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