Fluhöhe ab 1.Juli 2020

Hallo Drohnenpiloten,
ich bin neu im Forum und habe 2 Fragen.

  1. Ist es korrekt, dass ich mit meiner Phantom 4 ab 1.Juli 2020 nur noch mit Registrierung bzw. einem Wissenstest fliegen darf ?
  2. Ist die maximale Flughöhe über Boden ab 1.Juli 2020 120 Meter. Das würde bedeuten, dass ich in den Bergen kaum mehr fliegen kann!?

Danke für eure Hinweise,
Viele Grüsse, Ronny

Zur zweiten Frage gibt es da meines Erachten ein gutes Bild vom Modellflugverband:

Danke für den Tipp! Das bestätigt meine Befürchtung! Ich kann also nur noch zwischen Erdoberfläche und der roten Linie fliegen. Nichts mehr mit schönen Videos in den Bergen :-((

Gruess Ronny

“Maximalhöhe für Segelflugzeuge” meint wohl Segelflugmodelle.

Die meisten schönen Drohnen-Luftaufnahmen habe ich alle unter 120m gemacht. Allgemein sind Aufnahmen über dem Boden eh spezieller als einfach aus der Luft. Luftaufnahmen sind 0815 das kann jeder.

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In flachem Gelände ist das schon so. In hügeligem Gelände bin ich aber subito höher als 120 Meter über Boden, auch wenn ich die Drohne anfänglich z.Bsp. nur auf 50 Meter Höhe fliege (siehe Skizze oben). Ich kann zum Beispiel auf der Rigi nicht mehr fliegen, dort ist man sofort zu Hoch auch wenn die Drohne auf Augenhöhe ist…

Ja so gesehen stimmt es schon. Kaum überm Abgrund im Thal ist man zu hoch. Das ist Mist, ist aber leider so.

Genau genommen ist die Grafik oben nicht einmal richtig. Denn richtig sähe es so aus.

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Super! Das ist gerade nochmals ein interessanter Aspekt!! Wird die Höhe lotrecht oder im rechten Winkel zur Erdoberfläche gemessen. Im Gesetz ist das nicht eindeutig ersichtlich. Mir scheint Deine Version (leider) eher wahrscheinlich.
Mit Drohnen ab Gewicht 250 Gramm ist es somit fast unmöglich, die neuen Regeln einzuhalten…

Danke für die Inputs! Beste Grüsse, Ronny

Sehe es auch so.
Wörtlich heisst es unter UAS.OPEN.010 (4):

Abweichend von Nummer 2 können unbemannte Segelflugzeuge mit einer MTOM, einschließlich Nutzlast, von weniger als 10 kg in einem Abstand von über 120 m vom nächstgelegenen Punkt auf der Erdoberfläche geflogen werden, sofern das unbemannte Segelflugzeug zu keiner Zeit in einer Höhe von über 120 m über dem Fernpiloten geflogen wird.

Die Frage ist ob das BAZL diese Regelung so auch übernehmen wird.

Ich denke eher nicht, dass eine Errungenschaft des SMV für “ihre” Piloten. Da müsste der SVZD wohl intervenieren. Mich erstaunt einfach etwas, dass die Drohnenhändler noch so ruhig bleiben, das müsste doch eine deutliche Absatzeinbusse bewirken, diese neuen Regelungen…?! Janu, vielleicht öffnet sich ja noch eine Türe, um auch weiterhin etwas höher zu fliegen.

Geniessen wir vorläufig noch die guten alten Regeln :wink:

Beste Grüsse, Ronny

Sehe es zur Zeit etwas anders wenn ich die UAS.OPEN.010 (2) lese.

Beginnt bei einem UAS-Betrieb der Flug des unbemannten Luftfahrzeugs von einer natürlichen Erhebung im Gelände oder über einem Gelände mit natürlichen Erhebungen, ist das unbemannte Luftfahrzeug in einem Abstand von 120 m vom nächstgelegenen Punkt auf der Erdoberfläche zu halten. Die Messung des Abstands ist an die geografischen Merkmale des Geländes, wie Ebenen, Hügel oder Berge, anzupassen.

Die Deutschübersetzung ist hier köstlich; Die Drohne muss genau 120 m hoch liegen, nicht tiefer und nicht höher. :grinning:
Und wenn der Flug von einem Ort aus startet wo es weit und breit keine natürlichen Erhebungen gibt, weil alles einfach flach ist, oder in einer Stadt wie Berlin, wo es anscheinend nur künstliche Erhebungen gibt, oder von einem Boot auf einem See, dann gelten die 120 m nicht. :smiley:

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Warum sollten die Drohnenhändler hier unruhig werden?

  1. Die Regelung ist erst ab Juli 2020 gültig. Und wenn man eine Drohne mit weniger als 500 Gram hat, dann kann man meines Erachten bis Juli 2022 mehr oder weniger weiter Fliegen wie bis anhin. (Link)
  2. Müssten dann alle die in Wohngebieten mit mehr als 250 Gram MTOW herum fliegen wollen so oder so eine neue EU-Konforme Drohne kaufen. Dies generiert dann Umsätze für die Händler.
  3. Gibt es wahrscheinlich noch keine EU-Konforme Drohnen. Die werden vermutlich zur Zeit in China entwickelt und kommen dann nächsten Frühling auf den Markt.
  4. Gibt es dan noch die LUC und die Standartszenarios. Vielleicht gibt es damit die Möglichkeit die bestehenden Drohnen weiter zu betreiben.

EU Technisch gesehen ja. Schweiztechnisch gesehen nein (bis zu einer Maximalhöhe von 150m über Grund geflogen werden.) In Kontrollzonen versteht sich.

Um es einfach zu halten, ab 1.Juli 2020 wird ein 120 Meter dicker Luftteppich über das Schweizer Reliev gelegt. In dieser Luftschicht, kann man unter Einhaltung der Flugverbotszonen, fliegen (open category).

@Meerkat Wissen überhaupt alle Drohnenverkäufer davon?

Und ja, erfahrungsgemäss wird bis am letzten Tag verkauft. So war es zum Beispiel auch vor dem kürzlich erfolgten (weitgehenden) Verbot von Laserpointern in der Schweiz … Im Endspurt gab es dann Rabatt beispielsweise bei Digitec.

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Weis hier irgend jemand ob mit der neue Regelung auch Mindestflughöhen über bewohntem Gebiet für schwerere Drohnen z.B. 20 kg und der Klassen SPEC, LUC und CERTIFIED angedacht sind? In der Regelung fand ich noch nichts diesbezüglich.

Politisch könnte dies noch ein heisses Eisen werden, denn nicht jeder wird es mögen wenn eine kommerzielle Drohne ala Google-Auto 10 Meter über seinem Haus oder vor seinem Fenster herum fliegt und das LUC ihn dazu berechtigt. Das könnte im schlimmsten Fall zu einer Volchsinitiative und Abstimmung führen. Speziell falls das LUC oder SPEC in Ausland erteilt wurde und Gültigkeit auch in der Schweiz hat.

@Meerkat Bitte denk in jedem Fall daran, dass es nicht allein luftrechtliche Regelungen gibt. So hat das Grundeigentum auch einen gewissen vertikalen Umfang:

«Das Eigentum an Grund und Boden erstreckt sich nach oben und unten auf den Luftraum und das Erdreich, soweit für die Ausübung des Eigentums ein Interesse besteht.»

(Art. 667 Abs. 1 ZGB)

Ein Eigentümer muss sich nicht gefallen lassen, wenn eine Drohne in 10 Metern Höhe über seinem Grundstück fliegt.

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Soweit ich von einem Basler Anwaltsbüro gelesen habe beträgt der Abstand zw 30-40m wobei es noch keine Gerichtsurteile dazu gibt.

Die genau Höhe ist unbekannt weil nicht festgelegt und ohne gerichtliche Praxis. Wie auch immer: konkrete Höhen wird es nie geben, weil das von den Umständen abhängt. Je höher desto weniger hat der Grundeigentümer was zu sagen.