Flug in Naturschutzgebiet

Hallo zusammen

Ich habe eine Frage zu Flügen bez. Genehmigungen für Flüge in einem Naturschutzgebiet.
Von der Burgergemeinde Bern habe ich den Auftrag auf der St. Petersinsel am Bielersee zu filmen.
Die Burgergemeinde ist Eigentümerin von den Gebäuden die wir filmen sollen. Sie konnten mir aber nicht sagen, wo ich eine Bewilligung bekommen kann.

Danke für Hinweise!
Andreas

Salut Andreas

Schau hier auf geo.admin.ch --> https://map.geo.admin.ch/?lang=de&topic=ech&bgLayer=ch.swisstopo.pixelkarte-farbe&layers=ch.bazl.einschraenkungen-drohnen,ch.bazl.luftfahrthindernis&layers_opacity=0.6,1&E=2577185.55&N=1212078.99&zoom=6 und klicke auf den gelben Bereich. In den Objekt-Informationen wirst Du finden was Du suchst.

Grüsse
Stefan

Erstmal, du hast korrekt erkannt, dass das Fliegen im Wasser- und Zugvogelschutzgebiet eine Bewilligung erfordert. Für solch eine Bewilliung ist die Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität des BAFU verantwortlich.

Allerdings werden solche Bewilligungen in der Regel nur zu wissenschaftlichen Zwecken erteilt. Filmaufnahmen eines Gebäudes zählen wohl eher nicht dazu, entsprechend wirst du für dein Vorhaben kaum eine Bewilligung erhalten.

Super, herzlichen Dank! Ich wurde nun an die Jagdverwaltung des Kantons Bern weitergeleitet.
Hoffe es klappt!
Grüsse
Andreas

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Hallo Andreas
Könntest du uns im Anschluss berichten, ob du dafür eine Bewilligung erhalten hast?
Liebe Grüsse, Marco

Hier die Antwort:
Wir haben ihre Anfrage um Bewilligung von Drohnenflügen zum Erstellen eines Filmes im eidgenössischen Wasser- und Zugvogelreservat und kantonalen Naturschutzgebiet St. Petersinsel erhalten und äussern uns dazu wie folgt:

Die Verordnung über die eidgenössischen Wasser- und Zugvogelreservate verbietet im Schutzgebietsperimeter den Betrieb von zivilen, unbemannten Luftfahrzeugen – also auch den Drohneneinsatz (WZVV; SR 922.32, Art. 5 Abs. 1 Bst. f bis 17). Der Einsatz von Drohnen ist in den eidgenössischen Wasser- und Zugvogelreservaten verboten, weil ihr Störungseinfluss auf die Vogelwelt hoch ist. Vögel reagieren grundsätzlich stärker auf Drohnen als andere Wildtiere. Verschiedene Vogelarten zeigen auch auf Distanzen von mehreren hundert Metern eine Fluchtreaktion. Tiere dürfen aber in den eidgenössischen Wasser- und Zugvogelreservate nicht gestört, vertrieben oder aus dem Gebiet gelockt werden (WZVV; SR 922.32, Art. 5 Abs. 1 Bst. b).

Das Bundesamt für Umwelt, welches die Oberaufsicht über die Bundesschutzgebiete hat, ist der Ansicht, dass für gewisse Flugzwecke Ausnahmebewilligungen durch den Kanton möglich sind; dazu zählen beispielsweise wissenschaftliche Forschung, Inspektionen an Infrastrukturen, Produktionen von öffentlichem Interesse oder polizeiliche Einsätze.

Wir begrüssen einerseits ihr Anliegen, das Parlament der Burgergemeinde Bern über die Besucherlenkung im Schutzgebiet zu informieren. Andererseits sehen wir nicht die Notwendigkeit, dass dies mit Drohnenaufnahmen geschehen muss; es gibt alternative Möglichkeiten einen attraktiven Film zu drehen. Zudem erkennen wir kein öffentliches Interesse, da der Film für ein ausgewähltes Publikum gedreht werden soll. Aus diesen Gründen müssen ihr Gesuch um eine Bewilligung ablehnen. Wir hoffen, sie können unsere Abwägungen nachvollziehen und akzeptieren unseren Entscheid.

Hallo Andreas,
Tut mir für Dich leid, dass Du diese Absage bekommen hast. Sehr interessant wäre natürlich, wenn wir Dein Gesuch auch sehen könnten, um eine umfassende Information zu erhalten.
Wenn Du sie nicht ins Forum stellen magst, wärst Du eventuell bereit, mir diese per Mail zu senden. Ich finde, man kann nur lernen dabei.
Liebe Grüsse
wolf@wolfden.ch
Wolf

Im Ablehnungsschreiben erkenne ich trotzdem eine positive Seite. Die Entscheidungsträger haben sich wirklich mit Deinem Gesuch befasst.
Die Begründungen sind auch gut nachvollziehbar.

Was immer alternativ sein kann.

Irgendwo im Forum habe ich mal von einer Höhe gelesen aus der ein solches Gebiet überflogen werden darf. Weiss aber nicht mehr wieviel das war und ob dem wirklich so ist.

Wenn die Höhe wirklich massgebend ist, wäre es mit einer gut auflösenden Kamera oder Zoomkamera möglich, dass Du trotzdem gutes Bildmaterial schaffen könntest.

Bedingung ist allerdings, dass Du nicht im geschützten Gebiet starten darfst - so habe ich den Beitrag in Erinnerung.

Gut möglich, dass es sich dabei um einen meiner Beiträge gehandelt hat :wink:. Um mal aus dem Gesetz zu zitieren (Art. 5 Abs.1 Litera f bis WZVV):

In den Wasser- und Zugvogelreservaten gelten folgende allgemeine Bestimmungen: Der Betrieb von zivilen, unbemannten Luftfahrzeugen ist verboten.

Jezt drängt sich natürlich zwangsläufig die Frage auf, was “in” einem solchen Gebiet bedeutet. Die räumliche Ausdehnung der Wasser- und Zugvogelreservate ist nur in der Fläche definiert, nicht aber in der Höhe.

Daraus ergiebt sich viel Raum für Interpretation. Bis zu welcher Höhe wird eine Drohne “in” einem solchen Gebiet betrieben und ab wann ausserhalb…? Ein Anhaltpunkt liefert Sera 5005. Die Mindestflughöhe für bemannte Luftfahrzeuge (im VFR Flug) liegt bei 150 Meter. D.h., ein bemanntes Luftfahrzeug darf ein solches Schutzgebiet in 150 Meter Höhe überfliegen.

Dementsprechend darf davon ausgegangen werden, dass ein Überflug (mit einer Drohne) eines Schutzgebietes in 150 Metern Höhe nicht mehr als “in” sondern als “ausserhalb” des Schutzgebietes gilt und folglich nicht verboten und nicht bewilligungspflichtig ist.

Rein aus dem Bauch heraus würde ich diese Höhe sogar noch tiefer auf 50 bis 100 Meter schätzen. Letzten Endes müsste darüber aber wohl ein Gericht entscheiden.

PS: Ich bin selbst sehr überrascht über die Ansicht des BAFU bezüglich der Bewilligungen in solchen Gebieten. In der Verordnung steht klipp und klar, dass der Betrieb “verboten” ist. Daraus folgt insbesondere, dass es überhaupt keine Möglichkeit gibt, eine Drohne in einem solchen Gebiet zu betreiben. Auch nicht durch eine Ausnahmebewilligung durch das BAFU oder sonst jemandem. Was das BAFU sicht wünscht oder will ist dabei völlig irrelevant.

Stimmt, genau das war das Thema. Damals schrieb jemand, dass man mit dem Heli ab 150 Meter darüber fliegen dürfte.

Nur, ob das dann weniger schlimm ist als eine Drohne bleibt den Fachleuten überlassen.

Ich selber stehe dazu, dass man an diesen geschützten Orten die Tiere wirklich in Ruhe lassen sollte. Eigenbedarf, Geschäft oder Forschung - egal, nichts kann so wichtig sein, dass man die Tiere auch hier noch mit Drohnen oder Helis belästigen muss.

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