Es fehlten nur 20 Meter: Swiss-Airbus crasht in Zürich beinahe mit Drohne

Liebe Drohnenflieger, Kollegen, Freunde
es schadet unserem Anliegen eines gesicherten und organisierten Drohnenbetrieb massiv wenn solche Ereignisse (siehe Headline) vorkommen.
Darum gibt es nur eine Konsequenz wir als aktive und sicherheitsbewusste Drohnenflieger müssen mit unserem konsequenten Vorbild solche Dinge verhindern helfen.

Diese Drohne dürfte klar illegal geflogen sein. Sie flog weit über der an jenem Ort bewilligugnsfrei erlaubten Flughöhe von 150m. Zehn Kilometer vor der Pistenschwelle 14, also in der Region Stadlerberg. 20m über dem Airbus. Bei einem Gleitpfad von 3 Grad waren das je nach genauer Geländehöhe 300 bis 500m über Grund.

Bitte haltet euch an die Flugverbotszonen. Wir dürfen und wollen keine anderen Luftraumteilnehmer gefährden.

Fly safe, Reto

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Hier der SUST Vorbericht zu diesem schweren Vorfall, siehe auch beiliegendes pdf:
Eine Airbus A319 befand sich im Anflug nach Zürich mittels Instrumentenlandesystem der Piste 14. In einer Entfernung von 5 NM vor der Pistenschwelle kreuzte eine Drohne direkt oberhalb und in einem Abstand von weniger als 20 m den Flugweg der A319.

Wenn man es nachrechnet mit den Zahlen vom Sust-Bericht, dann flog die Maschine auf rund 909 m.ü.M. Subtrahiert man davon die Höhe von Stadlerberg (637 m) und die 150 m, dann flog die Drohne mindestens 122 m zu hoch.

Rätselhaft ist hier; jeder der mal eine Zeitlang in der Region Klotens lebte weiss dass dort Flugzeuge tief fliegen. Ein Einheimischer kann es daher kaum gewesen sein.
Und wie erkannte der Pilot bei der Fluggeschwindigkeit und geringen Grösse dass es eine Drohne war und kein Raubvogel?

Leider wieder einmal schade was da geht.
Ich denke nicht, das es Piloten sind die sich im Forum befinden , geschweige den, dieses lesen können.

Als ordentlicher Drohnenpilot, der ab und an Luftaufnahmen macht, frägt man sich schon, ob man aufgrund er vielen negativ Schlagzeilen, das Ding nicht doch an den Nagel hängen soll.

Es ist natürlich verlockend, das neu gekaufte Teil mal so richtig in die Lüfte steigen zu lassen. Es gibt keine Altersbeschränkung für Drohnen Piloten, so das jedes Kind, das Ding fliegen darf. Ich behaupte das sehr viele der Drohnenkäufer sich nicht mit Flugverbotszonen etc. auseinander setzten. Wahrscheinlich sollte da von Gesetzeswegen eine Regelung her. So das Drohnen für Private, a beim Kauf registriert werden, nur noch z.B. 100m hoch fliegen dürfen und auch der Bewegungsradius stark eingeschränkt wird. Bei Nachweis von abgelegten Prüfungen oder Schulungen kann danach eine Software Freischaltung erfolgen.
Gesetzlich währe dies durchaus möglich, da man eh nur auf Sicht fliegen darf.

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Ja, wahrscheinlich sind die fehlbaren Drohnenpiloten - die schwarzen Schafe eben - kaum Mitglied im SVZD und lesen kaum die Einträge in diesem Forum. Dennoch leistet der SVZD einen wichtigen Beitrag zur Klärung, Schulung und Verbreitung der Regelungen sowie zur Sensibilisierung der Gemeinschaft.

Zu “jedes Kind”: Leider sind es gemäss all unserer Erfahrung oftmals Piloten zwischen 20 und 40, die am waghalsigen und gefährlichsten Fliegen. Mir sind auch Fälle von Rentnern bekannt. Jugendliche oder gar Kinder, die solch gefährliche Flüge machen sind uns kaum - mir persönlich gar keine - bekannt.

Ja, die Gesetzgebung wird genau in die Richtung entwickelt, die Du beschriebst: Registrierung, Prüfungspflicht und Software Freischaltung für Flüge ab einem gewissen Risiko.

Und ich dachte die Märchenstunde findet erst auf dem Weihnachtsmarkt statt.

Das kann genauso gut ein Heliumballon einer Party oder sonst was gewesen sein.
Für mich ist diese Beschuldigung genauso glaubwürdig wie der Bericht vom Piloten welcher auf Sicht mit über 280km/h im Landeanflug ein Ausweichmanöver geflogen sein soll.
Was wurde eigentlich aus dem ach so gut bewiesenen Fall des Zusammenstosses mit einem Heli im Tessin?

20Min macht mal wieder auf Hype. Das gibt Klicks und Likes was sich am Schluss in Werbegeldern wiederspiegelt.
Viel schlimmer finde ich dass die Leute ihr Gehirn freiwillige abgegeben haben, nichts mehr hinterfragen und fröhlich mit Stammtischlogik versuchen sich als Spezialisten zu verkaufen.

20Min gilt als Meinungsmacher #1 in der Schweiz. Schon tragisch dass dort der Praktikant irgendetwas ohne Recherche, Fachwissen von anderen abschreiben oder zurechtdichten kann.
Aber bei Geiz ist Geil liegt halt qualitativer Journalismus nicht mehr drin.
Quote, Quote, Quote…

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Werter coyut,
man sollte dann schon bei den Facts bleiben und nicht irgend welche Vermutungen anstellen. Wenn die SUST eine Untersuchung einleitet, dann hat es klare Erkenntnisse diese Untersuchung einzuleiten und durchzuführen.
Dies gilt für den Fall im Tessin und für den Anflug Zürich. Polemik nützt der Sache nichts!

Ich bezweifle nicht dass ein solcher Fall möglich wäre. Die SUST hat halt den Auftrag jeder Meldung nach zu gehen. Egal ob es ein UFO oder sonst was war. Ich verurteile alle unkontrollierte Flüge im kontrollierten Luftraum.
Aktuell sind das jedoch alles nur Vermutungen. Das Urteil wird aber von den Stammtischmedien und selbst hier im Forum, jeodch schon ohne Ergebnis der Untersuchung ausgesprochen.
Die Vergangenheit zeigt auf dass es oft halt doch anders war.
Solange kein Abschlussbericht existiert, hat diese Meldung keinen Wert.und jede Wertung ist Wahrsagerei.

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Hatte diesen Sommer diesen Fall beobachtet.
2 km vom Pistenrand, direkt unter dem Landeanflug, schickte sich ein Vater an seinem Sprössling (etwa 12 Jahre) eine Phantom vorzubereiten. Habe ihn gefragt, ob er sich bewusst sei, dass er sich in der Nähe eines Flugplatzes befindet. “Ja, wir wollen aber nur schnell mal sein Geburtstagsgeschenk ausprobieren, wir müssen nachher weiter zum Mittagessen.” war die Antwort. Ich kam mir vor wie ein blöder Hilfssheriff, bin aber ruhig geblieben, habe ihm das Problem erklärt und dabei erwähnt dass er ein schlechtes Vorbild vor allem für seinen Sohn, aber auch für andere Drohnenpiloten, sei.

Hat zu meinem Erstaunen funktioniert. Er hat zusammen gepackt und ich habe ihn seither dort nicht mehr gesehen.

Wir können einander helfen, indem wir einander und andere auf unsicheres Verhalten aufmerksam machen.

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Wir sollten nicht urteilen, wenn die Sachlage nicht im Detail bekannt ist.

Diese weiss nur der Pilot und vielleicht auch der nicht so genau. Wem schon mal eine Drohne “unkontrollierbar” geblieben ist, weiss was ich meine. Es kann durchaus sein, dass er im 150 Meter Bereich fliegen wollte aber irgend etwas schief ging.
Was Coyut schreibt, ist wertvoll.

Es ist viel wichtiger von solchen Vorfällen zu lernen als darüber zu urteilen.
Ebenso wichtig ist es anderen zu helfen (velospinner), wenn sie sich in Unkenntnis (oder in Kenntnis) der Dinge falsch verhalten (könnten).

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Hallo zusammen

Grundsätzlich ist es so, dass die Sust eine Untersuchung einleiten muss, wenn eine Meldung erfolgt. Ob der Vorfall so war oder nicht spielt dazu keine Rolle. Ich habe mir die Sache angesehen, den Bericht gelesen und die Medienberichte dazu auch. Ich habe mir Gedanken dazu gemacht und bis jetzt aber noch keinen Piloten getroffen der mir plausibel folgende Frage beantworten konnte.

Meine Fragen hier an die Linienpiloten: Ist es möglich, eine Drohne zweifelsfrei als solche zu identifizieren, wenn man mit ca. 130 bis 150 Knoten (rund 240 bis 280km/h) im Endanflug ist? Zum Zeitpunkt des Vorfalls steht die Sonne fast 90 Grad zum Anflugkorridor. Der Airbus wird 10km vor der Pistenschwelle eine Höhe von um die 500 bis 600m haben – korrigiert mich, wenn meine Angaben nicht stimmen!

Videoaufnahmen von einem Ballon Nearmiss über Knonau stimmen mich dazu fraglich. Pilot sagt, dass er den Folienballon erst auf dem Video (am Leitwerk befestigt) in Zeitlupe identifizieren konnte. Das Flugzeug war ein Motorsegler (Taifun 17 E II), Reisegeschwindigkeit 205km/h. Der besagte Folienballon hatte doch einen etwas anderen optischen Querschnitt als eine Drohne.

Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass man hier aktiv auf Negativ-PR macht und so Druck auf Politik aufbaut um schneller grössere Restriktionen zu erreichen. Und natürlich sind Drohnenvorfälle für die «Gutter Press» ein gefundenes Fressen – Clickbaiting noch und nöcher.

Wünsche euch ein schönes Wochenende – fly safe!
Andy

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Einverstanden. Man berücksichtigt aber dabei noch weitere “Fakten” gar nicht (wenn es der Stadlerberg werden sollte). Über Stadlerberg sind die Flugzeuge im Durchschnitt 1000-1100 hoch (Angabe “Flugradar24”). Es gibt dort nur ziemlich lange Fusswege zum höchsten Punkt. Ein Kenner würde sehr wahrscheinlich nicht riskieren, dass er bei der Rückkehr von Berg erwischt wird. Ein doofe Amateur würde diesen Weg erstens kaum in Kauf nehmen und zweitens seine “Lieblingsdrohne” in 1100 m ohne Sicht mit dem Risiko sie zu verlieren zu schicken kann kaum ernsthaft gedacht zu werden. Also wie gesagt, Bericht abwarten, nicht gleich Wasser kochen lassen.

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Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man bei DJI-Drohnen die ich bisher geflogen bin (Phantom 4 Pro, Mavic Air, Mavic Pro) die Höhe nur bis max. 500m eingeben kann. Ob das mit Litchi und anderen 3th-Party-Software übersteuern kann weiss ich nicht. Und bei Eigenbaugeräten ist die Limite wohl nicht gegeben … Alles in allem sehr schwammig, was man da an Informationen erhält.

Naja der Stadlerberg ist schon 620 + 25m Aussichtsturm, reicht ja. Bei 3 ° Gleitwinkel sind die dort so ca 500-600m ü Grund.

Gerade mal selbst nachgesehen. Auf Höhe Stadler Berg haben die so ca 800-900 AMSL bei einer Höhe von ca 400m der Ortschaft Stadel muss man nicht mal auf den Berg hoch und hat 500m bis in den Gleitpfad.

Nichts desto trotz ist dort CTR und somit bei 150m Schluss. Muss man gar nicht diskutieren.