Drohnenpiloten sind eine Minderheit

Im Zusammenhang mit der Regelung für Drohnenflüge in der Stadt Winterthur hat medioline.TV mehr Respekt und Fingerspitzengefühl gegenüber Anwohnern, der Oeffentlichkeit und den Behörden vorgeschlagen. Mit juristischen Streitereien sind die Erfolgsaussichten geringer. Als Beispiel haben wir die Stadt Rapperswil aufgeführt.

Obschon wir von den Juristen deutlich kritisiert worden sind, bestätigt der Lauf der Zeit unseren Vorschlag: “20 Minuten” berichtet für ihr Millionenpublikum: “Aescher-Pächter erleben lästige Drohnenplage”. Ein solcher Titel sitzt.

Verordnungen und Gesetze sind eine Folge der Ansichten der öffentlichen Meinung und der Behörden, nicht eine Folge der jurstischen Streitereien.

Das nötige Flugtraining sollen Drohnenpiloten nicht in urbanen oder heiklen Gebieten absolvieren, nur weil das lustig ist. Drohnenflüge in urbanen Gebieten sollen einen Grund haben und stets mit den lokalen Zuständigkeiten abgesprochen werden. Mit einer solchen Positionierung und aktiver Pressearbeit könnte der SVZD Boden gut machen - oder zumindest verteidigen. Zudem obliegt es jedem einzelnen Drohnenpiloten, verantwortungsbewusst zu handeln.

In der Luftfahrt ist verantwortungsbewusstes Handeln allgegenwärtig. Die Zivilluftfahrt hat den Vorteil, dass das Publikum auch Nutzniesser ist (“ich fliege ja auch in die Ferien”). Für Drohnenpiloten sind solche Argumente rar. In Sachen “Aescher” wäre aufzuführen, dass Wirtin Gmünder dank Drohenaufnahmen zu internationalem Interesse (und Umsatz) gekommen ist.

Ich nehme an, dass mit “Juristen” unter anderem ich gemeint bin. Um das klarzustellen, ich bin gegen Trainingsflüge in Wohngebieten, für Fingerspitzengefühl und für Regulierung. In diesen Punkten dürfte wohl auch bei den Verbandsmitgliedern Einigkeit bestehen.

Allerdings braucht es für Gesetze und Verordnungen eine passende Rechtsgrundlage. Für die Gemeinden und Städte besteht diese, abgesehen von wenigen Ausnahmen, im Grundsatz nicht. Es gilt nun abzuwägen zwischen dem Wunsch nach Regulierung und dem Wunsch nach Rechtsstaat. Meiner Meinung nach muss bei dieser Abwägung letzterer gewinnen. Die grosse Meinungsverschiedenheit zwischen mit und mediolineTV ist, dass ich ausschliesslich für Regulierung innerhalb des Rechtsrahmens bin, mediolineTV hingegen nicht.

Ich kann nachvollziehen, dass die jetzige rechtliche Situation bei der breiten Bevölkerung auf Unverständnis stosst. (Es ist anzumerken, dass die Kompetenz für die Regulierung der Luftfahrt schon seit 1874 beim Bund liegt!) Insbesondere deshalb muss eine Debatte über den Rechtsrahmen stattfinden. Dieser Punkt bereitet mir dann auch grosse Sorgen. Mit der europaweiten Regulierung der Drohnen durch die EASA ist für regionale Regulierung durch Gemeinden und Kantone wohl definitiv kein Platz mehr. Des weiteren habe ich das Gefühl, dass auf die Sorgen und Wünsche der breiten Bevölkerung mit der kommenden Gesetzesänderung keine Rücksicht genommen wird und das Unverständnis für die Gesetzgebung und den Rechtsrahmen weiter wachsen wird.