"Defakto-Grounding" - DJI Modelle 2021 - Aussage "Stoepsel"

Mit grossem Interesse habe ich die Aussage unseres Verbandmitglieds „Stoepsel“ gelesen, wonach 2021 alle Drohnen des Herstellers DJI defakto „gegroundet“ werden. Auch rät er grundsätzlich davon ab, eine solche noch zu erwerben.

„Ich bin immer noch der Meinung, dass dies in der CH einem defacto Grounding gleichkommt. Ich finde es recht sonderbar, dass hier nicht heftiger darüber diskutiert wird auch von Seite Verband“

und…

„Dementsprechend würde ich zur Zeit keine neue Drohne mehr kaufen.“

Ohne genaue Zahlen zu kennen behaupte ich mal, dass an die 80% der hierzulande geflogenen Drohnen von diesem Hersteller kommen, sei dies zu privater oder gewerblicher Nutzung. Selbst die Vorstands-Mitglieder, mit denen ich anlässlich unserer GV 2019 gesprochen habe, fliegen fast ausnahmslos Modelle von DJI. Darüber hinaus verfolgen wir im Verband ja das Ziel, dass möglichst ALLE Besitzer (auch noch vor Inkrafttreten der neuen Bestimmungen) ihre Fluggeräte registrieren und versichern. Somit wären sehr viele Besitzer von Drohnen dieses Herstellers betroffen.

Meine Fragen sind speziell an den SVZD gerichtet, da sie ja die Interessen ihrer Mitglieder und Drohnen-Piloten vertreten (sollten).

Fragen an den SVZD:

  • Ihr seid ja an vordester Front, wie also ist der letzte Stand?
  • Was rät ihr Besitzern dieses Herstellers? Geht ihr einig mit der Meinung unseres Mitglieds „Stoepsel“?
  • Wurde/wird auf dieses Problem bei den Verhandlungen mit den gesetzgebenden Stellen seitens des SVZD hingewiesen? Ist ihnen dargelegt worden, welche Auswirkung dies für ca. 80% der Nutzer bedeuten würde?

Hochinteressant finde ich auch die Bezeichnung „Erholungsgebiete“ für die 150m-Einschränkung. In Badelaatschen kann das die Badi sein und mit Wanderschuhen der ganze Alpenbogen selbst. Klingt wie das Wort Lebewesen, ohne genauer zu definieren, ob dies meinen unartigen Langhaarkater, die Muschel an der Quaimauer oder meine Wenigkeit betrifft.

Ich habe jetzt das DJI-Grounding-Thema mal angeschoben und bin gespannt auf die Meinungen unserer Members, von denen ja nicht wenige davon betroffen wären. Ausserdem verfolge ich mit grossem Interesse die Haltung unseres Verbandes zu diesem Thema.

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Sallutti ich steige mal mit ein. So wie ich es sehe, passiert bis 2022 mal nicht allzuviel. Danach wird es bei Drohnen ohne CE-Kennzeichen (vermutlich alle im Moment) Richtung Klasse Specific gehen. Bis dann wird es mit der Kategorie Open A1/A3 möglich sein weiter zu fliegen. Ausser wenn man näher ran will, wird man um die A2 nicht herum kommen. Dies würde ich emmel so aus den Unterlagen ableiten! Klar wird man die Einschränkungen der Distanzen zu Gebäuden resp. Personen schon spüren, aber 150m hast mal noch schnell auf dem Feld! Fotografen resp. gewerbliche die müssen schon mehr Schulbank drücken und die A2 machen müssen. Finde ich aber auch nicht schlecht, es nimmt uns Piloten halt schon mehr in die Pflicht, steigert aber auch die Qualität.

Wie sich natürlich Dji verhällt, ob es im System im Bereich der No Fly Zone ein Grounding gibt, da die Drohnen gar nicht mehr Starten, dies weiss ich nicht.

hallo Rookie144

Grundsätzlich gehts mir nicht um die Schulung und die Lizensierung der Piloten, die kommt, wenn auch spät, endlich. Für eine zwingende Kennzeichnung der Fluggeräte und deren Versicherung plädiere ich schon lange, auch hier im Forum. Ich wundere mich nur, das ein SVZD-Member so eine Info streut, mit der Angabe sie gelte ab 2021, und Neumitgliedern davon abrät, Geräte eines Herstellers nicht zu kaufen, da sie ja bald illegal seien. Sollte es ohne Feuer keinen Rauch geben, würde ich gerne wissen, wer wo gezeuselt hat, und ob unser Verband von diesem Lagerfeuer Kenntnis hat. Übrigens bin ich voll bei dir, betreffend Piloten in der Pflicht und der damit verbundenen Steigerung der Qualität.

Gruss Beat

Am Besten wird es sein, bis zur finalen Lösung des BAZL abzuwarten. Bis jetzt wurde so viel geschrieben und alles unter dem Titel „es kann sein, dass - vielleicht - vermutlich“.

Jeder muss für sich selber entscheiden, ob er ein Gerät kaufen will, das und jetzt brauche ich es auch „vielleicht“ nach der Übergangszeit von …?.. Jahren nicht mehr benützt werden darf.
Das würde (ist schon wieder eine Vermutung) dann ja auch für alle bisherigen Geräte gelten.

Das hat und jetzt kommt es wieder - vielleicht - Rookie144 so gemeint.

Es gibt so unendlich viele Ungewissheiten, dass es einfach keinen Sinn macht soviel Zeit in Vermutungen zu investieren.

Nützt diese Zeit besser für die alten Freiheiten in der Luft noch aus.
Das BAZL wird bestimmt informieren und es wird durch die Medien gehen. Dann kommen die vielen Unsicherheitsfragen die dann wirklich final geklärt werden können.

In diesem Sinne wünsche ich Euch noch viele schöne und eben sorgenfreie Flüge.

Grüsse

Peter

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Das ist falsch.

Per 1.1. wird EU 2019/947 in der Schweiz umgesetzt werden und da ändert sich so einiges. Nennen wir sie mal Legacy Drohnen - also solche ohne Kategorien Sticker wie sie eigentlich doch schon lange zu kaufen sein sollten weil ja 945 schon länger in Kraft ist (hat schon jemand mal eine solche Drohne gesehen wie sie doch schon lange zu kaufen sein sollten?) …

Grundsätzlich darf man nicht mehr höher als 120m ab Grund
<250 gr schlüpft man durch alles durch - Glück gehabt.
<900gr muss man sicherstellen, dass man nicht direkt über unbeteiligte Personen fliegt (viel Spass sowas z.b. in einer Stadt sicherzustellen!!).
< 4Kg wird es noch etwas lustiger, dann da muss man 50m Abstand zu allen unbeteiligten Personen halten (Ich lese das so, dass damit Fliegen in urbanem Gebiet de facto nicht möglich ist, ausser man sperrt ein Gebiet ab).
>4Kg wird es noch etwas besser denn da muss man 150m Abstand zu Wohn-, Industrie-, Gewerbe- und!!! Erholungsgebieten einhalten - also nach meiner Lesart ist das die ganze Schweiz.

Ab 250gr wird eine Schulung und Prüfung in unterschiedlichen Ausprägungen verlangt.

Und nach 2 Jahren Übergangsfrist landen ALLE! Drohnen ohne Kategorisierung in der Klasse >4kg! Soviel zu Besitzstandswahrung.

So was hier nun wirklich für mehr Sicherheit sorgen soll mit diesen Regeln erschliesst sich mir nicht, aber die EU wird sicher (?!) etwas überlegt haben. Schliesslich sterben in der EU täglich Leute weil ihnen eine Drohne auf den Kopf fällt.

Mit kategorisierten Drohnen (neu oder der Hersteller macht eine entsprechende Zertifizierung und darf Legacy Drohnen gleicher Modelle nach „Stickern“). Ist das alles deutlich entspannter. Auch hier wird immer von einem Risk-Based Approach gesprochen. Warum eine Mavic oder eine Wingtra mit Sticker nun sicherer ist als eine ohne - auch das erschliesst sich mir nicht. Auch hier tausende toter Menschen mit Propeller im Kopf.

Verhindert das alles nun, dass ein Kopter z.b. einem Verkehrsflugzeug in die Quere kommt oder über Konzerte fliegt? Nein tut es nicht.

Ich baue Privat seit einigen Jahren Drohne und habe auch an z.b. PX4 mitgearbeitet. Ich investiere privat keinen Rappen in irgendwelche Fluggeräte mehr. Für unsere Firma sind die neuen Regeln ein richtiges Ärgerniss, da wir seit einigen Jahren immer mehr Flugoperationen haben und nun mit den neuen Regeln geschätzt 80% davon eingeschränkt oder unmöglich werden. Auch wir investieren dieses Jahr keinen Cent in HW.

Das BAZL ist dann noch der Gipfel. Seit April steht da ein FAQ über die neu Regulierung und was es braucht. Also ab 1.1. ist das dann scheinbar gültig.

  • Ist jemandem klar was man Schulen und Prüfen muss und wer das machen kann? Wir haben gegen 100 Piloten welche wir bis dann ausbilden sollten. Wie stellt man sich das so vor?
  • Anstatt OPEN könnte man dann LUC werden. Und wie soll das gehen? Bis vor kurzem ging mal ein Draft von einem Anforderungsdokument bezüglich der Dokumentation rum. Das wird extrem Aufwendig bis man so eine Zertifizierung machen kann. Aber kein Problem das ist ja erst in 3 Monaten!
  • Sollte unsere Firma nun für jedes Einsatzszenario und HW Kombination ein SORA machen? Klar ist ja ein Klacks und kostet ja auch nix.

Meiner persönlichen Meinung nach ist das Vorgehen ein absoluter Skandal. Stellt Euch mal vor man würde im Strassenverkehr so was machen und den Leuten sagen per 1.1. braucht Ihr übrigens einen neuen Führerschein aber wir wissen noch nicht so genau wie das gehen soll. Ach ja die Lastwagen dürfen übrigens nur noch 20t laden und nur noch 60 fahren, aber wenn Ihr Euch zertifizieren lasst, dann dürft ihr auch wieder 80 fahren oder Euch neue Lastwagen kaufen, das könnt ihr dann irgendwann nächstes Jahr mal.

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Hallo zusammen, ich verstehe noch nicht wirklich viel, ich denke aber das uns nicht weiteres bleiben wird als die einte oder Andere Prüfung machen zu müssen. Was ich nicht wirklich toll finde ist das gemachte Prüfungen nichtig sein werden sprich ev gibt es ja eine gute Lösung hierzu und sonst werde Ich warscheinlich A2 machen aber ich muss noch viel lehrnen, also packe ich es an.
Falls jemand Raum Bern mir noch einige grundlegende Radschläge oder Lehrnende Tips hat sehr gerne melden. Ich bin auch im allgemeinen interessiert um zusammen Drohnenflüge zu absolvieren um gegebenenfalls konstruktive Tips zu erhalten, wie gesagt ich muss und will noch viel lehrnen, denn ich liebe das Drohnenfliegen.

Alles Nerven nützt nichts, kopf hoch und einander helfen.

Das ist mein Motto.

In däm Sinn e guete Wuchestart euch
Lg Felix Stöckli

Das Zünglein an der Wage ist hier vielleicht für was man die DJI Modelle verwendet. Für gewerblichen Einsatz könnte „Stoepsel“ durch aus recht haben.

Und für private Anwender ohne eine entsprechende umfangreiche Prüfung ist die Definition für „Erholungsgebiete“ entscheidend. Falls die ganze Schweiz als Erholungsgebiet zählt, dann werden wirklich alle DJI-Produkte mit mehr als 500 Gramm gegroundet, es sei denn, der Pilot hat eine entsprechende Lizenz. Nur wo kann man heute eine Prüfung für solch eine Lizenz ablegen?

Die Frage nach der Definition für Erholungsgebiet und was alles darunter in der Schweiz zu verstehen ist wurde hier schon früher gestellt! Und solange das BAZL damit nicht raus rückt, dürfte es mMn Staatsrechtlich gesehen die EU-Verordnung nicht umsetzen. Denn, wie sollten die Stimmbürger gegen einen Bundesbeschluss das Referendum ergreifen können, wenn man sie über den Inhalt des Bundesbeschlusses im Unklaren lässt? Das ist wie bei einem Vertrag mit komischen Klauseln; da kann man auch nicht erwarten dass man diesen unterschreibt solange diese nicht geklärt sind.

Anders als in einer Monarchie sind in einer Demokratie die Stimmbürgerin, der Stimmbürger an der Urne die höchste Entscheidungsinstanz. Und wie sollte diese Instanz Entscheide treffen können mit einem Ja, Nein, Initiative oder Referendum wenn die Entscheidungsträger nicht umfassend informiert werden? Beim Vertragswesen ist es so dass manchmal bei neuen Umständen der Vertrag hinfällig wird und ein neuer aufgesetzt werden kann. Vom Betrug, dem bewussten Vorspielen falscher Tatsachen, ganz zu schweigen. Das selbe müsste m.E. auch hier bei den „Erholungsgebieten“ gelten. Das erfordert m.E. alleine schon der Respekt und das Herz gegenüber den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Miteinander statt Gegeneinander?

Stehst Du mit dem BAZL direkt im Kontakt?

Nun zumindest die bestehenden DJI Flotten sind betroffen, sofern sich DJI nicht entscheidet für diese Modelle eine Nachzertifizierung anzubieten (aber wir haben ja noch reichlich Zeit, ist ja erst in 3 Monaten). Da spielt es auch keine Rolle ob gewerblich oder privat, der Unterschied dürft sein ob der gewerbliche Nutzer ein SORA/LUC macht oder nicht, eine „Prüfung“ macht da keinen Unterschied.

Die Stimmbürger hatten dazu gar nie was zu sagen, denn die Übernahme wurde ja im gemischten Luftverkehrsausschuss 2019 beschlossen - sinnigerweise hat sich das Gremium selbst Geheimhaltung auferlegt, wir haben also gar keinen Einblick in die Details. Die Übernahme ist somit eigentlich beschlossene Sache. Die Motion zur Aussnahme des Modellflugs wurde ja vom Bundesarat zur Ablehnung im Parlament empfohlen (Siehe https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203916#tab-panel-acc-3), dort kannst Du auch dessen Argumente sehen. Ich folge den Argumenten zwar nicht ganz, die Schweiz hätte ja gut den Delegated Act übernehmen können ohne die Implementing Act in der Schweiz einzuführen. USpace hätte man auch unabhängig davon einführen können. Aber wahrscheinlich haben die Drohnen keine Lobby und man möchte wohl andere EU Dossiers nicht mit solchen „Kleinigkeiten“ gefährden.

Stehst Du mit dem BAZL direkt im Kontakt?

Ja.

PS: Wie ich gerade gesehen habe, hat der NR die Motion angenommen… Oh!

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Zunächst zum Thema Modellflug. Die übergeordnete Regelung ist die Verordnung EU 2018/1139. Und dort steht zum Modellflug:

(34) Modellflugzeuge gelten als unbemannte Luftfahrzeuge im Sinne dieser Verordnung und werden in erster Linie für Freizeitaktivitäten verwendet. In den delegierten Rechtsakten und Durchführungsrechtsakten in Bezug auf unbemannte Luftfahrzeuge, die auf der Grundlage dieser Verordnung erlassen werden, sollte berücksichtigt werden, dass solche Modellflugzeuge bislang eine gute Sicherheitsbilanz aufzuweisen haben, insbesondere wenn sie von Mitgliedern von Modellflugverbänden oder -vereinen betrieben werden, die spezifische Verhaltensvorgaben für diese Aktivitäten erarbeitet haben. Darüber hinaus sollte die Kommission beim Erlass dieser delegierten Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte der Notwendigkeit eines reibungslosen Übergangs von den verschiedenen nationalen Systemen zu einem neuen Regelungsrahmen der Union Rechnung tragen, sodass Modellflugzeuge weiterhin so betrieben werden können wie heute, und die bestehenden bewährten Verfahrensweisen in den Mitgliedstaaten berücksichtigen

Nach meinem Verständnis bedeutet dies, dass der klassische Modellflug ohne Autopilot usw. nach wie vor ohne Registrierung, Prüfung, Vereinszwang usw. wie bisher weiter betrieben werden können sollten wie bis anhin.
Gut, die 2018/1139 wiederspricht sich hier selbst da sie im selben Zuge Modellflugzeuge mit Drohnen gleich setzt und den UAS im Anhang IX und Artikel 55ff Auflagen machen.

Bei den Drohen stellt sich die Frage ob im Sinne der (EU) 2019/945 die „gegenwärtigen“ Drohnen von DJI und Co ohne UA-Klassen-Identifizierungskennzeichen usw. überhaupt noch verkauft werden dürfen da die Verordnung eigentlich nun in Kraft sein müsste.

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Also Felix, ich werde und muss auch die A2 machen, jedoch weiss ich im Moment noch nicht so viel über das was verlangt wird. Das A2 kannst du eh nur mit einer zertifizierten und der Klasse zugewiesenen Drohne machen, resp. fliegen. Onlineprüfung wie A1 und A3, Selbstdeklaration der Praxis und zusätzliche Theorieprüfung. Theorie für A2 Theorieprüfung ist noch nicht viel bekannt, oder weiss da jemand aus dem Forum mehr?
Ich wäre auch in der Region Bern, schreib mir wo du anzutreffen wärst.

Gruss
Ruedi

Hallo Ruedi

Ich bin in 3027 Bärn zu hause.

079 9611742
Lg Felix

Hallo Alex, werde dich kontaktieren
Lg Ruedi

Hallo @Diego2014 kannst Du mir sagen wo Du konkrete Informationen zu den Prüfungen A1-A3 erhalten oder gefunden hast?
Hast Du bereits irgendwo eine zertifizierte Drohne gefunden (gem EU-2019/945)??

Hallo tops4u
Nein die definitiven Informationen zu den Prüfungen A1-A3 habe ich auch noch nicht, sollten gemäss TCS, Hr. Reif bald aufgeschaltet werden. Bei A2 muss die Prüfung für A1-A3 gemacht werden, plus zusätzlich eine spezielle Theorie für A2.
Nein, habe bis heute noch keine EU zertifizierte Drohne mit Klassenzuweisung gefunden, weder DJI, Yuneec, Autel noch Parrot.