Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Teilrevision des Luftfahrtgesetzes

Quelle: Admin.ch

Das enthält noch nicht die wichtigen Änderungen für Drohnen. Dank unserem Sitz im GASCO werden wir mit der GA (General Aviation) die Änderungen und Einflüsse auf uns erörtern.

Ein Punkt der aus der folgenden Mitteilung für uns schon an Bedeutung gewinnt: Spitallandeplätze für Helis werden neu als Flugplätze ausgezeichnet. Somit wird es neu auch eine 5km-Zone um die Spitäler geben und unseren Aktionskreis beeinflussen.


Bern, 05.06.2015 - Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung zur Teilrevision 1+ des Luftfahrtgesetzes eröffnet. Es handelt sich um eine grösstenteils technische Vorlage, die der Infrastruktur der Luftfahrt, der technischen Sicherheit und Organisation der Flugsicherung gewidmet ist. Der Bundesrat hat zudem den Schlussbericht zur Auslagerung der Aufsicht über den Luftverkehr in eine gebührenfinanzierte Organisationsform zur Kenntnis genommen. Die Abklärungen zeigen, dass das Gesamtsystem damit teurer würde und die zusätzlichen Kosten zulasten der Luftfahrtindustrie gingen.

Bei der Vernehmlassungsvorlage handelt es sich um eine vorab technische Revision. Sie zielt darauf ab, das Sicherheitsniveau, die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz zu erhöhen. Für die Flugplätze soll ein neues, differenziertes Konzessionierungs- und Bewilligungssystem vorgesehen werden, das die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen der einzelnen Anlagen besser berücksichtigt. Die heutige Regelung stellt die Landesflughäfen Zürich und Genf rechtlich auf dieselbe Stufe wie die Flugplätze Ecuvillens, Birrfeld oder La Chaux-de-Fonds-Les-Eplatures. Spitallandeplätze, die intensiv genutzt werden oder über ein Instrumentenanflugverfahren verfügen, werden neu ebenfalls als Flugplätze qualifiziert.

Im Bereich Flugsicherheit wird die ausschliessliche Verwendung des Englischen in der Radiotelefonie vorgeschrieben. So kann die Gefahr von sprachlichen Missverständnissen vermindert werden. Weiter werden mit einer Änderung des Fernmeldegesetzes Geräte zur Störung von Satellitennavigationssignalen verboten. Geregelt werden betreffend Luftsicherheit ferner die Bedingungen, unter welchen Skyguide Flugsicherungsdienstleistungen auslagern oder in Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit erbringen kann. Eine Änderung des Mineralölsteuerverwendungsgesetzes soll schliesslich neu mehr Flexibilität bei der Verteilung der Gelder aus der Spezialfinanzierung Luftverkehr ermöglichen.

Der Bundesrat hat heute zudem den Schlussbericht zur Auslagerung der Aufsicht über den Luftverkehr in eine gebührenfinanzierte Organisationsform zur Kenntnis genommen. Dieser wurde im Rahmen der vom Bundesrat beschlossenen Aufgabenüberprüfung (AÜP) erstellt. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Massnahme beim Bund zwar zu Einsparungen führen, das Gesamtsystem der Luftfahrt aber insgesamt verteuern und zusätzliche Kosten zulasten der Luftfahrtindustrie verursachen würde. Auf die Massnahme soll darum verzichtet werden.

Das könnte wirklich zum Problem für uns werden. Weiss man über welche Standorte hier gesprochen wird?

Wir müssen einbringen, die Spitallandeplätze von der 5km Regelung auszunehmen. Das schiesst weit über das Ziel hinaus und macht keinen Sinn.

Als Beispiele habe ich mir meinen nächstgelegenen Spital Männedorf genommen. Es wäre grotesk, wenn wegen dieses Spitals ein Flugverbot bis Oetwil oder Esslingen (andere Seite des Berges) oder bis Wädenswil oder Au (andere Seite des Sees) errichtet würde. Oder das Zürcher Stadtspital Triemli würde bewirken, dass in Birmensdorf (andere Seite eines Berges) oder Wettswil a.A. (andere Seite von zwei Bergen) nicht mehr modellgeflogen werden darf. Das hat nichts mit Flugsicherheit zu tun, sondern wäre nur noch absurd.

Ich bin einverstanden, dass in direkter Nähe eines intensiv genutzten Spitallandeplatzes weder Modell- noch Drohnenfliegen sinnvoll ist. Ich würde den Radius des Flugverbotes auf 500m oder max 1km setzen. Spätestens ab dieser Distanz vom Helilandeplatz sind die Helis auf Reiseflughöhe oder höher und haben sich soweit verteilt (“ausgedünnt”), dass kaum Mehrverkehr zu erwarten ist als sonstwo.

1 Like

@RetoB, @Nique
Sicher würde es streng nach Gesetzt dann für uns gelten… Aber vermutlich hat sich von offizieller Seite noch gar niemand über die Modellflieger Gedanken gemacht? Wie Reto sagt, wir müssen uns da wohl einbringen, damit da auf Seite VLK eine vernünftige Anpassung stattfinden kann.

Eine Ausnahmeregelung erachte ich nicht als sinnvoll. Wir haben heute schon diese Regel - und die gilt auch für bestehende Heliports. Warum sollen ausgerechnet die Spitallandeplätze ausgenommen werden? Wenn, machen mir eher die Sorgen, als bestehende Heliplätze und Segelflugpisten.

Was wir brauchen, ist eine grundsätzliche Regelung, wie wir in Flugplatznähe operieren dürfen. Ein wichtiger Punkt, der sich in Gesprächen auch mit Leuten von der Skyguide herauskristalisiert, ist: wenn wir Voice können, ist vieles einfacher. Und zwar nicht nur mit ATC, sondern auch für unkontrollierte Flugplätze - wie das die Spitallandeplätze eben auch sind. Hier sprechen sich die Luft-Teilnehmer mit Blind-Calls ab.

Diese Argumentation erachte ich als nicht Zielführend, wenn wir Sicherheit jeweils so stark in den Fokus rücken. Auf die Verteilung zu setzen und mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen sollte nicht unser Credo sein. Zumal Deine Annahme nicht stimmt, dass HEMS-Flüge auf Reiseflughöhe (also über der Mindestflughöhe stattfinden. Wenn ich die Rega in Bern beobachte, fliegen die schon sehr viel früher tief, respektive gehen gar nicht unbedingt hoch. Und denen zu sagen, sie sollen sich an einen vordefinierten Anflug halten, dürfte wohl in einem Schmunzeln enden. Da haben wir zuwenig Gewicht und zuwenig Support von anderen Stellen. Wenn wir sie aber am Funk hören, können wir uns mitteilen und bestätigen dass wir aus der Schusslinie sind.

Ich bin nicht sicher, ob die heutige 5km Regel auf für Heliports gilt. In der VLK steht “5 km von den Pisten eines zivilen oder rmilitärischen Flugplatzes”. Gilt ein Heliport als eine Piste? Ich habe bisher noch nie in einer Diskussion über Fluggebiete von Modellfliegern oder Drohnen das Argument eines Heliports gehört. Vielleicht gehören in dem Sinne die Spitallandeplätze auch nicht dazu.

Bei der Festlegung von Lufträumen, Vorschriften und Flugverboten geht es sehr wohl um die Dichte des Flugverkehrs, also um Verteilung (“Ausdünnung”). Auch in direkter Pistennähe eines Flugplatzes kann sicher Modellflug betrieben werden. Das wird zum Beispiel in Lommis, Winterthur und Grenchen seit Jahren so gemacht. Das geht bei nicht zu grossem Verkehr von manntragenden Flugzeugen und braucht besondere Aufmerksamkeit, Vorschriften und Schulung. Voice ist nicht einmal zwingend nötig, wie Lommis/Lauchetal zeigt, wo die Separation einzig mit See-and-Avoid seitens Modellflieger sichergestellt wird. Winterthur und Grenchen haben meines Wissens eine Voice Vorschrift. Genau mit Blind-Calls seitens der manntragenden Flieger. Beides funktioniert gut. Wenn es nicht um Verteilung (“Ausdünnung”) und Wahrscheinlichkeit ginge, müssten der Luftraum auch um alle Hochspannungsleitungen und über allen Hochdruckgasleitungen gesperrt werden. Denn dort fliegen regelmäsig Helis tief zur Inspektion und Überwachtung. Ebenso bei selten genutzten Heliports. Weil die aber selten genug fliegen, wird eine Separation einzig auf See-and-Avoid als genügend betrachtet. Handkehrum macht eine Separation im Endanflug von Zürich Kloten, wo alle 2min ein Linienflugzeug kommt, einzig auf See-and-Avoid oder auch mit Voice unterstützt, kaum Sinn und wird nicht als sicher genug eingestuft werden.

Meine Beobachtung der Helis in Zürich ist eine andere als Deine in Bern. Ich beobachte, dass die nach dem Start relativ rasch hochsteigen, mindestens auf 150m, eher 300m oder auch höher. Über der Stadt Zürich ist das nur schon aus Lärmschutz gewünscht, wenn nicht sogar vorgeschrieben. Auch beim Spital Männedorf habe ich noch nie einen Heli tief anfliegen sehen. Ich würde das als unverantwortlich (wenn nicht sogar verboten) erachten, wenn die Rega bei einem Krankentransport unter 150m Reiseflug macht. Da kann der Kranke noch so krank sein, so tief fliegen nützt dann auch nix mehr …

Im Dokument Teilrevision 1+ des Luftfahrtgesetzes - Erläuternder Bericht zum Vernehmlassungsentwurf steht:

"Einschliesslich der von der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) bestimmten 12 Polytraumazentren ist von insgesamt 25 Landestellen auszugehen, die unter die neue Kategorie fallen werden. "

Weiter steht:
“Die restlichen rund 260 Spitallandeplätze, welche aufgrund ihrer weit geringeren Nutzung nicht die erhöhten Anforderungen der Landestellen zur Hilfeleistung erfüllen müssen, (…) gelten weiterhin nicht als luftfahrtrechtliche Infrastrukturen.”

Die 12 Polytraumazentren sind:

– Universitätsspital Genf
– CHUV Lausanne
– Inselspital Bern
– Universitätsspital Basel
– Universitätsspital Zürich
– Kantonsspital St. Gallen
– Kantonsspital Luzern
– Kantonsspital Aarau
– Kantonsspital Graubünden
– Kantonsspital Winterthur
– Spital Lugano
– Gesundheitsnetz Wallis Sion

Weiss jemand von euch, welche 13 Spitäler sonst noch in Frage kommen? Offensichtlich stehen diese ja bereits fest.

Gilt ein Heliport als Piste?
Die Frage muss heissen, gilt ein Heliport als Flugplatz. Und das ist definitiv mit ja zu beantworten. Die VVR definiert Flugplatz wie folgt:

Festgelegtes Gebiet auf dem Lande oder Wasser einschliesslich der Gebäude, Anlagen und Ausrüstung, das ganz oder teilweise für Ankunft, Abflug und Bewegungen von Luftfahrzeugen bestimmt ist.

Aber auch die VIL ist hier klar:

Flugplatz: in einem Sachplan festgelegte Anlage für die Ankunft und den Abflug von Luftfahrzeugen, für deren Stationierung und Wartung, für den Verkehr von Passagieren und für den Umschlag von Gütern;

Sollte jemand noch unsicher sein, ob ein Helikopter ein Luftfahrzeug ist, darf gerne den Anhang 1 der LFV anschauen.

Wer das VFR-Manual kennt, kann im AGA unter 3-1-1 auch noch nachlesen, dass Heliports auf Deutsch als Helikopterflugplätze bezeichnet werden. Die somit im AIP genannten Flugplätze besitzen allesamt die 5km Regel, und das sind auch die 24 Heliports, und neu nochmals 25 “Landestellen zur Hilfeleistung”, die über den Artikel 36 Absatz 3 ebenfalls als Flugfeld bezeichnet werden.

Klar wird in Pistennähe Modellflug betrieben. Bei Winterthur und Grenchen sind die Zonen sogar in der VAC oder im AD-Info eingezeichnet. Und der Flugplatzbetreiber hat mit dem Modellflugverein einen Vertrag und ein Betriebsreglement. Doch unser Ziel ist es kaum, dass wir mit jedem Flugplatz einzeln über eine Zone verhandeln, in denen Drohnen betrieben werden dürfen. Denn genau dort dürfte kaum ein Auftrag für unsere Mitglieder sein. Nein, das ist der falsche Ansatz. Für uns sind die gleichen Regeln anzuwenden, wie das in der Luftfahrt sonst auch gilt. Das bessere Beispiel ist da eher der Lufttransport. Wenn also ein Heli in Flugplatznähe Material auf-/ablädt. Auf einem kontrollierten Flugplatz (wie z.B. Grenchen) geht das nur über die Clearance der ATC, die macht dann die Separation. Bei unkontrollierten Flugplätzen kann das nur über Blind Calls gehen. Und genau gleich kann mit Drohnen verfahren werden. Das ist simpel, praxiserprobt, benötigt keine Spezialvorschriften oder Ausnahmeregelungen und wer von uns Drohnisten sich das antut, kann sich von der Konkurrenz abheben/differenzieren.

Reto, auch das Beispiel mit Kloten funktioniert nicht, denn es ist ein kontrollierter Flugplatz. Die Separation wird durch die ATC sichergestellt, operieren geht nur mit Clearance. Die kannst Du grundsätzlich bekommen, denn es gilt ein Zulassungszwang, doch der Flpl kann/darf/wird Prioritäten setzen und Dich alt aussehen lassen.

Schön fliegen die Helis in Zürich höher. Jedoch teile ich Deine Meinung bezüglich Verantwortlichkeit überhaupt nicht. Gerade im urbanen Gebiet sind die HEMS-Flüge unter 300m alleine unter sich. Über der Mindestflughöhe müssten sie immer noch auf die Sportflieger achten… Klar, aus Lärmschutz gewünscht, doch wenn vorgeschrieben, kannst du die Vorschrift hier gerne mal posten. Wobei das für unser Thema eher irrelevant ist.

Die restlichen 13 Spitäler kenne ich auch nicht. Ich könnte mir hier noch Spitäler wie Interlaken vorstellen, die im Winter oft mit Sportverletzen angeflogen werden… Diese Frage nehme ich mit in das GASCO, ev weiss jemand mehr.

Danke für Deine Erläuterungen bezüglich der Klassierung der Helikopterflugplätze als Flugplätze, die somit formell eine 5km Zone haben müssten.

Wir können nun zwei verschiedene Ansätze verfolgen:

  1. Richtigstellung der Gesetzgebung bezüglich der unsinnigen 5km Zone um Helikopterflugplätze. Eine 500m oder max. 1km Zone wäre aus meiner Sicht nachvollziehbar und bezüglich Flugsicherheit sinnvoll und vertretbar. Dies entspricht der heutigen Praxis. [bevorzugt von Reto]

  2. Bekanntmachen und Durchsetzen der 5km Zone um Helikopterflugplätze inkl. intensiv genutzte Spitallandeplätze. Damit wird der Luftraum des Modellfluges und der unlizenzierten Drohnenpiloten eingeschränkt. Der Luftraum der lizenzierten Drohnenpiloten wird erweitert. Es entstehen neue Kosten und Ausbildungsbedarf, z.B. seitens Funkgerät, ADS-B und Voice. Die ATC und Voicefrequenzen werden höher belastet. [bevorzugt von Dominik]

Diese unterschiedlichen Grundsätze und Zielsetzungen sollten wir klären. Sie dürften auch der Grund sein, für gewisse etwas emotional gefärbte und wenig sachdienlichen Worte, die ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren möchte.

Einzig das Szenario der Freigabe durch die ATC und den Blindcalls will ich kommentieren. Es scheint mir wenig praxisgerecht. Vier Beispiele aus meinem Erfahrungsschatz: Erstens Grenchen: Wenn jeder Modellflieger, der auf dem Modellflugplatz Grenchen startet eine Freigabe der ATC braucht, wird die ATC hoffnungslos überlastet und die Funkfrequenz der manntragenden Flugzeuge ständig besetzt. Dies ist kaum durchsetzbar und dient nicht der Flugsicherheit. Die aktuelle massgeschneiderte Sonderregelung Grenchen macht sehr wohl Sinn. Zweitens Schänis/Reichenburg: Wenn jeder Modellflieger, der in Reichenburg startet, einen Blind-Call absetzt, wird die Frequenz Schänis massiv belastet und die Flugsicherheit mehr beeinträchtigt als gefördert. Drittens Lommis/Lauchetal: Analog Schänis/Reichenburg. Viertens Spital Männedorf/Stäfa Risi: Analog Schänis/Reichenburg. Die aktuellen Verfahren haben sich über Jahrzehnte bewährt. Es gibt nirgends ein Sicherheitsproblem. Es gibt kein Handlungsbedarf den Modellflug einzuschränken und die ATC und Voice der manntragende Fliegerei in bewährten sicheren Situationen zusätzlich zu belasten. Transportflüge unterscheiden sich bezüglich der Häufigkeit der Flüge wesentlich. Wenn zwei Mal im Jahr ein Transportheli vorbeikommt und eine Freigabe der ATC verlangt oder einen Blind-Call absetzt ist das sehr wohl tragbar und sicher. Wenn aber alle 5 min ein Modellflieger in die Luft geht, überlastet das die ATC und Voice der manntragenden Fliegerei und es wird eher ein Sicherheitsrisiko geschaffen als eines gelöst.

@RetoB
Wir besprechen hier die Anforderungen von Drohnisten und nicht von Modellfliegern. Jeder Modellflugverein hat ein Betriebsreglement für seinen Modellflugplatz und Vorschriften, wo man fliegen darf und wo nicht. Das ist dem Flugplatzleiter und der Flugsicherung sehr wohl bekannt und darum brauchen Modellflieger auch keine Blind Calls. Die Separation ist gewährleistet.

Wir sprechen hier aber über Drohnenflüge die nicht in zuvor vertraglich festgelegten Zonen stattfinden! Wir sprechen von ad hoc Flügen. Und dies mit Sonderregelungen zu lösen für 2 zusätzlichen Drohnenflüge pro Jahr (auch wenn es 10 oder 20 sind) macht keinen Sinn.

@Nique Sicherheit und Einfachheit stehen normalerweise im Konflikt, aber wenn die Methoden zur Wahrung der Sicherheit übertrieben kompliziert sind, bewirkt das schlussendlich genau das Gegenteil.

Wie wir ja sehen sind die Ausnahmeregelungen im Modellflugbereich bereits weit verbreitet. Und warum? Weil es eben einfacher ist sich an eine fixe Regulierung zu halten. Eine angepasste Regelung (Radius) für “kleine” Flugplätze/Heliports wäre deshalb eine absolut sinnvolle Ergänzung, und würde schon bei vielen Standorten Diskussionen vermeiden. Dies trägt mehr zur Sicherheit bei als jedem Drohnenpiloten ein Funkgerät in die Hand zu drücken. (Es gibt auch andere Länder die Abstufungen machen)

In Aarau beobachten wir wöchentlich Flüge von professionellen Fotografen die Aufnahmen für Immobiliengesellschaften machen. Operationen in Flughafen-Nähe halten sich sicherlich in Grenzen, aber sobald die Spitallandeplätze als Flughäfen gelten, reden wir von Operationen in Stadt-Nähe, und da ist die Frequenz wesentlich höher.

Blind-calls und Koordination mit ATC sollten wirklich auf die Ad-hoc Operationen reduziert bleiben. Dann sind sie das richtige Mittel zum Zweck.

Kein Einwand gegen eine angepasste Regelung. Die müsste aber generell für jeden Flugplatz angewendet werden können. Es dürfen hier gerne Vorschläge wie sie @RetoB gemacht hat (1km x 500m) gemacht werden. Aber bitte auch bedenken, dass es auf Flugplätzen Heliports mit Anflugverfahren gibt.

Wir sprechen auch von unlizenzierten Drohnenpiloten. Das ist die Mehrheit der Drohnenpiloten und wird voraussichtlich auch die Mehrheit bleiben.

Dem Flugplatzleiter und der Flugsicherung sind die Modellflugplätze nur in Einzelfällen bekannt. Zum Beispiel in Grenchen oder Winterthur dürfte das der Fall sein. Meistens sind die Modellflugplätze allerdings nicht bekannt und es gibt keine vertragliche Bindungen. Die Separation funktioniert bestens durch See-and-Avoid der Modellflieger. Persönlich kenne ich Schänis versus Reichenburg, Speck/Fehraltdorf versus Pfäffikon ZH, Speck/Fehraltorf versus Fehraltorf, Amlikon versus Weinfelden, Sitterdorf versus Biessenhofen und Lommis versus Lauchetal. Es gibt sicher unzählige weitere. Die liegen alle im 5km Radius. Das weist darauf hin, dass der 5km Radius selbst um Flugplätze mit richtigen Pisten so pauschal wenig Sinn macht, nicht durchgesetzt wird und wohl auch angepasst werden müsste. Für Helikopterlandeplätze macht ein pauschaler 5km Radius noch weniger Sinn, ist noch weniger bekannt und wird noch weniger durchgesetzt. Es freut mich zu lesen, dass wir bezüglich der Anpassung des Flugverbotes um Helikopterlandeplätze einig sind und diesbezüglich eine redimensionierte Regelung (z.B. 500m oder max. 1km Radius) anstreben.

Einverstanden, wir sprechen insbesondere von ad hoc Flügen, was dem “freien” Modellfliegen ausserhalb von Modellflugplätzen entspricht. Hier gilt das Grundprinzip des See-and-Avoid durch den Modellflieger im direkten Augenkontakt (VLOS). Sonderregelungen sollten nicht von “ad hoc” abhängig gemacht werden, sondern von der Flugart (VLOS/EVLOS/BVLOS), dem Flugort (Menschenmengen, kontrollierter Luftraum, Nähe Flugplatz) und der Risikoklasse des Flugzeuges. Für diese Regelungen haben wir ja bereits einen Entwurf und diese beinhalten Dinge wie ADS-B und Voice. Die Regelungen für die angedachten Drohnenflugzonen müssen wir noch entwickeln.

Nach einmal drüber schlafen, Studium zahlreicher Sichtanflugkarten (VAC Charts) und einigem Nachdenken komme ich bezüglich der 5km Regel zu folgendem Vorschlag:

  1. Der Betrieb von Modelluftfahrzeugen mit einem Gewicht zwischen 0,5 und 30 kg soll in einem Abstand von weniger als 5 km von den Pisten eines zivilen oder militärischen Flugplatzes untersagt bleiben. Helikopterflugplätze sind hiervon ausgenommen und werden im folgenden Buchstaben geregelt. [VLK Art. 17 Absatz 2 Buchstabe a; wie bisher, ergänzt mit dem Hinweis auf Helikopterflugplätze]
  2. Der Betrieb von Modelluftfahrzeugen mit einem Gewicht zwischen 0,5 und 30 kg soll in einem Abstand von weniger als 500 m vom Landefeld eines zivilen oder militärischen Helikopterflugplatzes oder intensiv genutzten Spitallandeplatzes gemäss Liste soll untersagt werden. [VLK Art. 17 Absatz 2 Buchstabe b; neu]
  3. Es können Ausnahmen von den Einschränkungen gemäss 17 Absatz 2 von der Flugverkehrsleitstelle oder dem Flugplatzleiter bewilligt werden. [VLK Art. 18 Absatz 1 Buchstabe a; wie bisher]
  4. Es wird empfohlen dauerhaft gemäss VLK Art. 18 Absatz 1 Buchstabe a bewilligte Modellflugplätze auf der Sichtanflugkarte (VAC Chart) einzuzeichnen. [Vorbild Flugplatz Speck/Fehraltdorf mit Modellflugplatz Pfäffikon ZH; neu, Empfehlung nicht in VLK, sondern sonstwo platzieren]

Folgende Unterscheidung scheint mir notwendig:

  • Flugplätze (5km)
  • Helikopterflugplätze und intensiv genutzte Spitallandeplätze gemäss Liste (500m)
  • wenig genutzte Spitallandeplätze (keine Flugverbotszone)

Ausnahmen gemäss VLK Art. 18 Absatz 1 Buchstabe a und neu b, die über dauerhaft bewilligte Modellflugplätze hinausgehen, würde ich weiterhin den Flugverkehrsleitstelle oder den Flugplatzleiter individuell bewilligen lassen. Das betrifft insbesondere die für uns wichtigen “ad hoc” Flüge. Hierzu eine generell akzeptable Regelung zu schaffen dürfte schwierig sein. In einem Fall ist der gewünschte “ad hoc” Flug in einem unkritischen Gebiet, wo der Flugplatzleiter ohne weitere Auflagen bewilligen kann. In einem anderen Fall müssen eine maximale Flughöhe, Gebietsbeschränkungen oder zulässige Zeitfenster vereinbart werden. Oder der Flugplatzleiter kann den “ad hoc” Piloten bezüglich Voice Verfahren (z.B. Hörbereitschaft wie in Grenchen oder neu mit Blind-Calls) instruieren. Oder er kann ihm die Bewilligung gänzlich verweigern. Ich glaube nicht, dass wir hierzu eine generell akzeptable Regelung hinkriegen. Zum Beispiel “ADS-B einschalten, Blind-Call absetzen und hopp mit dem RPAS über den unkontrollierten Flugplatz hinwegdüsen” wird nicht funktionieren. “Strobe montieren und per See-and-Avoid in Pistennähe rumdüsen” auch nicht. Wenn jemand eine Idee hat, bin ich natürlich offen. Bei kontrollierten Flugplätzen sehe ich es möglich, wenn wir uns an die offiziellen Flug- und Voice Verfahren halten und einen Transponder haben.

Ich kann mich dem Vorschlag von Reto nur anschliessen. Ob es 500m oder ev. 1km Sinn ergeben kann ich aber schlecht beurteilen. Ich hätte auch an max. 1km gedacht.

Es fliegen weit mehr als 50% Modellfluggeräte ausserhalb eines Modellflugplatzes, würde mann im Gebiet Kanton Zürich (inkl. Spitäler) mal alle Verbotszonen einzeichnen wäre da glaube ich keine Plazt mehr zu fliegen. Weiter wird es auch bei diesem Gesetz wieder so sein, dass nur Leute welche sich mit den Sicherheiten auseinandersetzen sich an die Gesetze halten werden. Seit dem 1. August wurden nun die Richtlinien für Drohnen verschärft, jedoch werden diese weder kontrolliert noch von unwissenden eingehalten oder respektiert. Beispiel Argoviafest: Hier fliegt eine Phantom über den 40`000 Personen welche sich ein Konzert anschauen, ohne Konsequenzen. Weiter fliegen diverse Produktionsfirmen dort wo sie gerade möchten, auch dies ohne Konsequenzen.

Voice etc. mag eine gute Idee sein aber meiner Meinung nach müsste das erst ab einer bestimmten Flughöhe gültig gemacht werden. Ich glaube nicht, dass die Jungs bei der Flugkontrolle Freude haben, wenn ich einen Tag lang anfunke und Dollyflüge auf einer Höhe von 5m ausübe.

Weiter bin ich der Meinung, dass es Flugtechnisch auch eine klare Trennung zwischen professionellen und Hobbypiloten geben müsste, jedoch wird auch hier wieder klar der professionelle am kürzeren Hebel stehen, weil er sich im Gegenzug zu unerfahrenen (gerade Sicherheitstechnisch) an die Regeln halten wird.

Wir als Verband müssen auf alle Fälle eine Lösung haben, bevor solch ein Gesetz rechtens gesprochen wird ansonsten
werden unsere Fluggeräte still gelegt oder der eint oder andere muss die Regeln so einhalten wie es 50% der unerfahrenen machen.

Danke @ricardo_perret

Wenn wir uns für die professionelle Seite einsetzen wollen, müssten wir uns überlegen, auch den unangenehmen Part zu übernehmen. Ein Verstoss gegen die VLK ist kein offizialdelikt und wird daher von den Behörden nicht aktiv überprüft. Es brauch also Anzeigen.

  • Anzeigen gegen Modellflugplätze im 5km Bereich von Flugplätzen, sofern sie nicht über eine Bewilligung verfügen
  • Anzeige gegen den Veranstalter, wenn wir von einem Anlass wissen, wo Drohnen über Menschenmengen flogen.

Ohne dass die Regeln durchgesetzt werden ist es so, wie Ricardo schreibt, eine Farce für die, die sich daran halten wollen und professionell agieren. Im Interesse unserer Mitglieder sollten wir hier vermutlich aktiver werden.

Noch zum Voice: So viel wirst Du nicht generieren:

  • wenn unkontrollierter Flugplatz / Spitallandeplatz: Du meldest den Start mit Blind Call und meldest wenn du fertig bist. In der Zwischenzeit bist du nur am hören und kannst reagieren wenn ein manntragender Flieger kommt und dich mit ihm absprechen
  • wenn kontrollierter Flugplatz: Du meldest den Start der ATC und meldest auch, wenn du fertig bist. In der Zwischenzeit bist du auch nur am hören, ob ATC dir eine Anweisung gibt. Denn wenn du eine Clearance bekommst, gilt die für die Operation die du eingegeben hast.

Warum sollten wir beispielsweise nicht fordern, dass Modellflug nur in dafür bestimmten Zonen betrieben wird? Diese müssten dem SMV bekannt sein (Das BAZL müsste den SMV beauftragen, ein Register zu führen). Wenn sie in der Verbotszone der Flugplätze und Helis sind, dann müssen sie zusätzlich in den VAC oder AD-Info publiziert werden. In diesen Zonen findet das Hobby statt. Ausserhalb darf auch geflogen werden, aber dann muss man ein professionelles Niveau erreichen und ein Minimum an Kenntnissen (Theorie und ev. Praxis) nachweisen (Das BAZL müsste uns beauftragen, Luftfahrzeuge und Piloten in einem Register zu führen, welche dieses Niveau nachgewiesen haben). Das kann dann immer noch ein Privater sein! Aber so wie in der manntragenden Fliegerei ein Hobbypilot ein Minimumskillset haben muss, sollten wir das in der unbemannten Fliegerei auch tun.

In die Diskussion sollten sich jetzt sehr schnell noch andere Gewerbler einbringen. Denn genau solche Dinge werden wir in Kürze mit der General Aviation besprechen und eine gemeinsame Meinung einzunehmen versuchen. Gelingt uns das, können wir so mit Bestimmtheit noch Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen. Wenn aber keine Stimmung aufkommt, wird es schwierig für uns werden, diese Nichtstimmung zu vertreten. Uns fehlen nicht nur die Argumente, sondern insbesondere das Gewicht der Argumente.

Ich seh das ähnlich wie Ricardo.
Wenn diese Regelungen durchkommen, dann sieht es für viele, ohne massiven Aufwand, sehr schlecht aus.
Schauen wir z.B. Luzern, Zürich, Zug etc an. Wenn es da eine 5km Regelung für Heliports gibt, ist so gut wie Ende Gelände mit dem meisten Aufträgen oder Flugorten.
Man sollte nicht vergessen, dass vermutlich über 95% nur auf Sicht fliegen und sich meist unter 150m Höhe bewegen. Ein Bereich welcher auch so in der Regel gefahrlos genutzt, oder rechtzeitig agiert werden kann.
Der Laie kennt weder Rechte, noch hält er sich in der Regel dran. Warum auch, hat ja keine Konsequenzen.
Wir sollten vorsichtig sein was wir einbringen. Eine Überreglementierung kann in der Regel kaum, oder nur sehr schwer rückgängig gemacht werden.
Ich vermute dass von allen Drohnenfliegern nur ein sehr geringer Anteil an VLOS Interesse hat.
D.h. wir als Verband sollten unsere Beratung dahingehend verwenden, dass wir unsere Energie auch erst Mal für die Mehrheit einsetzen und Sonderfälle auch gesondert behandeln.
Und bevor wir Pandoras Kiste öffnen, sollten wir bedenken, dass es bis heute noch nicht mal klar definiertes Anforderungen an das GALLO gibt. Verschärfen wir die Regeln ohne erst Mal eine Basis zu haben, können viele und auch die gewerblichen Flieger erst mal einpacken.

Ich bin da genau deiner Meinung

Vielleicht noch kurz ein Thema zur Rega und den Spital Landeplätzen. Wir durften Aufnahmen direkt neben dem Kinderspital und auf dem ETH Dach welches 200m Luftlinie zum Unispital liegt realisieren. Hierfür konnten wir unkompliziert mit der Rega in Kontakt treten und hatten auch einige Anflüge der Hubschrauber. Wir haben uns vor jedem Start bei der Flugleitung der Rega gemeldet und diese konnten uns immer ein genaues Zeitfenster angeben, wann ein Hubschrauber anfliegt. Weiter hatte die Rega auch unsere Nummer und hätte uns bei einem unvorhersehbaren Ereignis sehr gut kontaktieren können. Rega hat diesen Kontakt sehr geschätzt und nicht als Mehraufwand empfunden. Spricht solch eine kurze Absprache im Voraus und eine gute Kommunikation während den Einsätzen hat sehr gut ausgereicht.

Unbedingt müssen wir auch beachten, dass die gewerblichen Piloten für Filmaufnahmen zu 90 % in einem Radius von 200m fliegen müssen und an weiteren Distanzen gerade im Besiedelten Bereich nicht interessiert sind.

Ich bin überzeugt, dass solch eine Kommunikation ausreicht und mann für Flugdistanzen von 200m nicht noch eine Funkprüfung und Funkausrüstung anschaffen muss. Sollte das Schweizer Gesetz immer noch mehr verschärft werden, dürften zukünftig Kites, Modellraketen, Ballone etc. auch nicht mehr betrieben werden. Wir müssen schauen, dass wir denn Ball so flach wie möglich halten können und nicht Lösungen, welche mit sehr hohen Aufwänden umgesetzt werden müssen vorschlagen.

Man bedenke ebenfalls, dass Filmaufnahmen jeweils vom Morgen bis Abend umgesetzt werden und hier nicht noch zusätzlich einen Funker angestellt werden kann. Besser würde man ein Steckerfertiges Flarm für Drohnen entwerfen und
obligatorisch machen…