Ärger mit den No-Fly-Zonen von DJI

Meine Drohne benutze ich, um Wärmebilder von Photovoltaikanlagen zu machen. Das ist eine nützliche Sache, um Fehler zu finden und diese Tätigkeit wird auch breit akzeptiert. Bewilligungsanfragen bei Skyguide oder der Französischen Luftraumüberwachung (für Teile von Basel) wurden bisher auch problemlos beantwortet und bewilligt.

Ärger verusacht aber die Sperre von DJI. Ich sollte einen Thermographieflug in der Nähe des St.Jakob-Stadion in Basel ausführen. Die Anlage hat nichts mit dem Stadion zu tun, es liegt jenseits der Bahn und Autobahn, der Auftrag kommt vom Eigentümer der Anlage, es hat wenig Personen auf dem Gelände, die Flughphe ist maximal 20 m über Grund, alles ist eigentlich unkritisch. Aber: Die im Hintergrund laufende Applikation für die No-Fly-Zonen verhindert den Flug. Dies, weil DJI die No-Fly-Zone unsauber definiert hat. Dummerweise liegt die Anlage noch innerhalb des grosszügig bemessenen Radius rund um das Stadion.

Die Freischaltung auf der Website funktioniert nicht (bei einer Matrice100 wird die eigene Freischaltung verweigert), und nun muss ich mit einem Chinesischen Mitarbeiter der DJI herumkaspern, dem ich klarmachen muss, weshalb ich dort fliegen will. Dieser Mensch verlangt nun “Bewilligungen” (Ja von wem?) und dergleichen, verweist wieder auf die nicht funktionierende Freischaltung in der Website, also ein Kabarett ohne gleichen.

Diese Funktion und das Verhalten von DJI wirft grundlegende Fragen auf:

  • eigentlich sind Fragen wie Flüge um “kritische” Infrastrukturen in der Schweiz klar genug geregelt
  • ebenso Fragen wie Flüge über Menschenansammlungen, Privatsphäre, Naturschutz
  • die einzige Institution, die das in der Schweiz regeln darf ist meines Wissens das BAZL

Und nun kommt DJI und stellt eigene, weiter gehende Regeln auf und gebärdet sich als Bewilligungsinstanz. Zudem sind die Zonen unklar definiert, meist ein grosszügiger Radius rund im das betroffene Objekt. Ich finde dass das einfach nicht geht, es ist eine Rechtsanmassung von DJI und eigentlich nicht legal.

Gibt es fundierte Meinungen zu diesem Thema?

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Wir fliegen mit einer Dji M210 für die Photovoltaik-Sichtinspektion. Es wird angezeigt, dass man in einer Verbotszone fliegt. Aber gesperrt hat es bisher noch nicht. Dieses System zeigt übrigens über viele Km weit im Voraus an, wenn ein Flugzeug mit Transponder in den von der M210 erfassbaren Luftraum reinfliegt. Gute Sache von Dji.

Eine interessante Frage die Du gestellt hast, denn wird Dji und Co. die Software zeitgerecht den kommenden, neuen Vorschriften anpassen? Wenn Du mal wieder Kontakt hast, frag doch mal nach, ob sie das im Auge haben… Danke.

Wie schon öfters festgestellt sind die No-Fly Zonen von DJI für die Schweiz vollkommen untauglich. Die eingetragenen sind oft zu klein, dafür sind Dinge drin, die nicht rein gehören (Stadien z.b.) und ganz viele Flugplätze fehlen einfach.

Ich bin froh, dass ich für ernsthafteres keine DJI habe :wink:

Hallo zusammen,
ich finde die DJI No Fly Zonen grundsätzlich eine Gute Sache.
Um zu verhindern, dass verantwortungslose Personen unser aller Image schädigen geht der Schritt m.E. in die richtige Richtung.
Aber ja, es erschwert die Flugvorbereitung um einen weiteren Schritt.
Schade ist auch, dass die Zonen nicht so wirklich mit den effektiven Flugverbotszonen in der Schweiz übereinstimmen.
Mit der Freischaltung seitens DJI habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.
Es ist aber richtig, DJI will eine Bewilligung sehen um frei zu schalten.
Das geht aber nach meiner Erfahrung weniger als 36 Stunden.

Ciao Robert

Ich hab Dir ja anlässlich unserer Prüfung gesagt, dass ich da bin wen was ist.
Ruf mich bald an, dann schauen wir wegen Papieren für Basel. Ich bin am Dienstag noch bei DGAC.
Also anrufen. Tel. hast du ja. Natel weiss sogar die 1811. :wink:

Dominique

Wie ich ja schon in einem anderen Forum beschrieben habe ist mir dasselbe passiert und ich musste eine Woche warten bis ich endlich freischalten konnte… das finde ich äusserst mühsam.

Und nein im professionellen Bereich finde ich Sperrungen über die Software unsinnig.

Hallo Leute

Ich kann euch die App “AirMap” empfehlen, in dieser sind die CTR-, resp. No-Fly-Zonen richtig und detailliert dargestellt. Ausserdem unterstützt die App DJI Drohnen vollständig, d.h. ihr könnt die Drohne aus dieser App heraus mit den richtigen CTR-Zonen Informationen, genau wie in der DJI GO4 App fliegen.

Ausprobieren lonnt sich!

LG Markus

Das ist so nicht ganz korrekt, auch diese App ist fehlerhaft. So fehlt beispielsweise Olten (LSPO) eigentlich ist nur die Map des bazl sinnvoll

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Hallo zusammen
Gestern wollte ich auf einem Feld in Ascona meine J.me -Drohne starten. Nachdem ich ich Sie auf eine Höhe von ca 2 m gebracht hatte, erfolgte eine Warnmeldungen „Flugverbotszone, sofort landen“. Daraufhin konnte die Drohne nicht mehr gestartet werden. Nun, es war einmal… ein Aerodromo Ascona (ICAO-Code: LSZD, IATA-Code: ACO, auch Aerodromo di Ascona oder Flugplatz Ascona). Dieser wurde am 28. August 1947 als privater Flugplatz eröffnet und für den Flugbetrieb Ende 1997 geschlossen. Dass das Kartenmaterial der Feima Robotics das ganze Gemeindegebiet von Ascona als No Fly Zone qualifiziert, ist intolerabel umso mehr als ich noch keinen Weg gefunden habe, die damit verbundene Sperre aufheben zu lassen, wie dies bei Dji möglich ist.

Gruss Pietro

@MobileMoon
Hi Markus,
sorry, aber bei AirMap sind die Zonen auch fehlerhaft. In ihrem Kartenmaterial haben sie leider noch veraltete Angaben. Zum Beispiel wird bei denen immer noch der Heliport Domat Ems aufgeführt. Obwohl dieser seit Jahren nicht mehr besteht und da bereits andere Gebäude stehen. Zum Vergleich die ‘offizielle’ Karte von admin.ch. Ich hab sie anfangs Jahr auch schon mal darauf hingewiesen. War ein interessanter Kontakt, aber leider wurden die Zonen bis heute noch nicht berichtigt.

Ich danke für die vielen Rückmeldungen. Es scheint sich um ein echtes Problem zu handeln. Meine Haltung ist immer noch die gleiche: Es gibt in der Schweiz genug Regeln, an die man sich selbstverständlich halten soll, und wir brauchen DJI nicht auch noch als Verbots- und Bewilligungsinstanz.

Selbst habe ich das Problem mit DJI noch nicht gelöst. Mails gehen hin und her, und auf DJI-Seite ist eine Mischung von fehlendem Verständnis, möglichwerweise sehr eingeschränkter Handlungskompetenz (ich müsste mal mit dem “Boss” sprechen) und sprachlichem Unvermögen festzustellen. Ich schaffe es einfach nicht, ihnen klarzumachen dass sie mit der Sperre rund um das St.Jakob-Stadion sehr daneben liegen. Da werden nicht betroffene Zonen gesperrt, und das St.Jakob-Stadion müsste gemäss geltenden Regeln nur während Veranstaltungen gesperrt sein (kein Fliegen über Gruppen von Personen - ok und einverstanden). Aber die meiste Zeit steht das Stadion leer, also dürfte man auch dort fliegen. Also kann ich meinen Auftrag immer noch nicht ausführen und ich stelle mir langsam die Frage, wie man diese Sperrzonen aushebeln kann.

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Vielen Dank Martin für den Hinweis. Ich selbst verwende die App erst seit ein paar Wochen und ich empfand sie als Bereicherung. Dass dort veraltetes Kartenmaterial verwendet wird, war mir, bzw. in meinem Fluggebiet (Raum Zürich) bisher noch nicht aufgefallen. Es lohnt also im Zweifel zum Vergleich immer ein Blick in die offiziellen Karten vom Bund.

Super, merci!!

Jetzt mal noch ein blöde Frage, liegt das St.Jakob Stadion nicht sowieso innerhalb der 5km des Flughafens Basel-Mulhouse? Damit wäre die Sache ja dann sowieso klar. Oder bekommt man auch Bewilligungen für Flüge innerhalb der 5km Zone?

Ein Blick in die (offizielle) Karte (im Pilotenbriefing des Drohnenverband unter BAZL zu finden) zeigt, dass beim St.Jakob-Stadion keine Flugverbotszone ist. Es hat lediglich eine Höhenbeschränkung (blaue Zone, CTR, 150m). Wenn in Basel Flüge im Bereich von weniger als 5 km rund um den Flughafen geflogen werden soll, so muss man sich an die Französische Flugsicherung wenden (bale.atm-procedures@aviation-civile.gouv.fr). Im Rahmen der Thermographieaktion, worunter auch das bisher verhinderte Objekt fällt, habe ich für 5 Anlagen, die innerhalb der roten Zone lagen, problemlos eine Bewilligung erhalten. Die Französische Luftsicherung war rasch, zuvorkommend und höflich, was man von DJI nicht sagen kann.

Ein Update zu dieser unendlichen Geschichte. Nach wochenlangem Hin- und Her per Mail (immer mit einem Tag Verzögerung zwischen zwei Mails, der Sachbearbeiter sitzt in China) konnte ich ihn überzeugen, dass mein Flug von niemandem eine Bewilligung braucht und sich auch niemand zuständig fühlt, mir eine Bewilligung auszustellen. Dann hat er mir tatsächlich einen Unlock-Code geschickt, der im Büro funktioniert hat, und an Ort und Stelle verschwunden war! Ich musste dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Vier Stunden für die Katze.

Es wird noch komplizierter: Für meine Zwecke ist eine Wegpunkte-Applikation am Passendsten. Ich muss grössere Flächen lückenlos abfliegen, von Hand ist das zu unpräzis und auch viel langsamer. Deshalb verwende ich Litchi. Ob dann Litchi von den Freigaben weiss, ist eine andere Frage.

Das Projekt, wo ich mich jetzt gerade abmühe, ist klein, ich kann es verkraften wenn das nicht geht. Es wartet ein Grossprojekt in Flughafennähe, wo ich mir ein Systemversagen nicht leisten kann, zu teuer und zu gross der Reputationsschaden. Mit den aktuellen Erfahrung habe ich echt Bauchschmerzen.

Eigentlich gibt es nur eine Lösung: weg mit den Flugverbotszonen. DJI bricht damit Schweizer Recht und gängelt uns in einer Art und Weise, die einfach nicht geht. Selten hat mich etwas so gestresst wie gerade dieses Problem. Und ich habe ja auch noch anderes zu tun, ich fliege die Anlagen nicht zum Vergnügen ab.

Frage zum Aushebeln von Sperrzonen: es gibt Firmware-Hacks, welche die Sperrzonen löschen. Hat jemand Erfahrung? Ich bin etwas skeptisch, wenn ich die Drohne der Software von russischen Hackern anvertrauen soll.

Hallo solaroebi,
mit der Firmware-Hacks kann ich dir leider nicht helfen, aber ich habe vor kurzem Erfahrungen sammeln können in dem ich direkt neben der Landebahn von Flughafen Zürich einen Auftrag geflogen habe, ich weiss nicht was bei dir alles schief läuft bezüglich Dji, aber bei mir hat alles reibungslos funktioniert, ich konnte die No-Fly-Zone von DJi problemlos über das Internet freischalten.

viel gluck mit deinem vorhaben

Gruss Moritz

Wenn man mit der Matrice 100 fliegt (vielleicht auch 200 oder 600) wird man offenbar etwas strenger behandelt. Dann verwandelns sich die gelben Zonen in rote Zonen und dann muss man einen Code anfragen. Weshalb dann der Code nicht funktioniert hat kann ich nicht sagen. Vom BAZL habe ich zu dieser Thematik eine Antwort erhalten. Im Grundsatz: DJI kann ihre Kunden gängeln wie sie wollen, das ist ein reines Hersteller-Kunden-Problem. Als Kunde kann man nur mit den Füssen abstimmen: zum nächsten Lieferanten laufen. Aber zufriedenstellend ist das auch für das BAZL nicht. Es scheint eine nächstens Besprechung zu geben, wo das Thema zur Sprache kommt.

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Im zweiten Anlauf hat der Flug dann doch geklappt, aber nur im manuellen Flugmodus und nur mit DJI Go, nicht mit Litchi, das ich für die Wegpunktefunktion sehr mag. Nach Abschluss des Fluges habe ich die Drohne in die Hand genommen und bis so weit gelaufen, bis ich ohne Freischaltcode abheben konnte. Ich musste weit laufen! Ich habe herausgefunden, dass der Radius nicht nur 500m ist, sondern 750m. Die Fläche ist somit doppelt so gross! Der “Kollateralschaden” ist damit doppelt so gross, noch mehr unbeeinflusste Bereiche sind davon betroffen.

Fundiert nicht unbedingt …

… nur, die Gesetze legt meines Wissens naturgemäss der Staat fest, also Bund, Kantone und Gemeinden. Und so bestimmen auch diese drei auf der Strasse wie schnell usw. gefahren werden darf. Mit dem Grundbuchamt und der Kartierung (Landestopografie) ist es gleich. Ansonsten besteht heute das erhöhte Risiko, dass der eine oder andere private Grundbuch- oder Kartierungsverwalter gegen Bezahlung (Bestechung) oder aus purem Eigennutz (temporäre) Änderungen vornimmt und so Besitz- oder Gesetzverhältnisse verschiebt. Mit Luftfahrtkarten und No-Fly-Zone ist es meines Erachtens einen Schritt weit gleich wie mit einem Gesetz; sie sind nichts anderes als eine 2-, 3- oder n-Dimensionale Abbildung der Gesetze und wer dort Änderungen vornehmen kann hat die Macht die Regeln zu seinen Gunsten zu verändern. Sowas sollte m.E. nicht an der Demokratie und Rechtstaat vorbei in den Händen von Privaten oder Eigeninteressensvertretern anderer Staaten liegen.

Es ist daher gut dass die Landestopo eine öffentlich frei zugängliche Luftfahrtkarte mit No-Fly-Zone zur Verfügung stellt. Warum aber DJI diese nicht kopiert und die einzelnen Drohnen in der Schweiz mit einem direkten Zugriff auf Bern/BAZL in nahezu Echtzeit Änderungen übernehmen ist suspekt. Das Argument dass der Aufwand viel zu grosse wäre 1:1 die No-Fly-Zone jedes einzelnen Landes zu übernehmen wirkt leider sehr fraglich, zumal es im globalen Dorf zur Zeit nur 205 Staaten gibt, also eine kleine endliche Zahl. Und die Chinesen gelten zudem bekanntlich als fleissig! So wägen sich heute nun vermutlich somanche Freizeit-Drohnen-Piloten in falscher “Sicherheit” oder sie ignorieren die No-Fly-Zone von DJI grundsätzlich da sie in manchen Fällen falsch sind. Wie bereits woanders diskutiert; keine No-Fly-Zone von privaten Anbietern als falsche würden der Sicherheit vielleicht mehr dienen.

Was die Freischaltung betrifft, so ist es auf eine Art verständlich wenn DJI eine überzeugende Bewilligung einer Behörde haben möchten, ansonsten könnte jeder kommen und behaupten dass man für einen Auftrag z.B. über Kloten herumfliegen muss. Nur ist es zeitlich und administrativ sicherlich Aufwändig wenn zuerst ein Flugplatzleiter eine Bewilligung aussprechen und ein offizielles Dokument erstellen und dann ein Chinese dieses auch verstehen und von seiner Echtheit überzeugt werden muss. Hier wäre es besser wenn jemand in der Schweiz, ein lokaler Händler oder besser der Flugplatzleiter oder jemand im BAZL die No-Fly-Zone für eine bestimmte Drohne und Zeitfenster direkt und ohne Umwege über Private oder China freischalten kann. Sowas würde es auch einen Schritt weit ermöglichen rechtlich gegen Willkür oder Diskriminierung vor zu gehen und zu klagen. Technisch wäre sowas sicherlich machbar, nur ob die Wirtschaft und die Politik auch dazu gewillt sind?
Mal schauen ob sich die Wirtschaft und die Politik bei was einfacherem wie z.B. einen gemeinsamen eID-Standart für Drohnen auf eine sinnvolle Lösung einigen können. Es wäre nicht erstaunlich wenn dann vor jedem Flug vom Pilot die eID bei DJI in China erbettelt werden muss damit die Drohne ausserhalb von No-Fly-Zones überhaupt abhebt und selbstgebaute Drohnen für immer gegroundet werden.