20min: Mehrere Drohnen stören Flugbetrieb in London

Solche Meldungen lesen wir nicht gerne. Auch wenn es sich erst um Vermutungen handelt. Bitte respektiert die Flugverbotszonen um Flugplätze, fliegt immer in sicherer Distanz von anderen Luftraumteilnehmern und haltet euch an alle weiteren gültigen Vorschriften.

Fly safe, Reto

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Was sind das bloss für Deppen, die sich zu solche Sachen hinreissen lassen. Normalerweise funktioniert das Einfliegen in Flughafennähe nicht wegen dem Geofencing. (Ich zumindest kriege nicht einmal die Motoren dort gestartet) Da hilft nur eine Freischaltung in der Firmware vom Hersteller oder wenn man GPS ganz abschalten kann. Solche Drohnen sind auf dem Markt jedoch kaum noch zu finden.

UTM/U-Space kann nicht helfen, wenn bewusst solche Störungen erzwungen oder in Kauf genommen werden.

Das auf sehr alten Designs aufgebauten System der bemannten Luftfahrt können durch eine Vielzahl von einfach zu beschaffenden und zu betreibenden Möglichkeiten gestört werden, bei denen es schwer bis unmöglich ist, den Verursachenden ausfindig zu machen. Für vieles reichen traditionelle Mittel, teilweise muss man SDR nutzen, welche auch sendend sehr leistungsfähig für unter 1000$ zu haben sind.

Beispiele:

  • Klassische Bombendrohung (dazu reichen Papier oder Telefon)
  • Funkstörungen auf Flugfunk (Voice), Navigation (VOR, DME, NDB, ILS) oder GPS
  • Einspeisen von Falschinformationen in Flugfunk (Voice) oder Positionsmeldungen (ADS-B), bspw. durch Replay früherer Meldungen oder Relay von anderswo
  • Denial of Service, bspw. durch obiges

Es gibt nur sehr wenig Bewegung, diese Probleme technisch (statt über Vorschriften, Bussen und Gerichte) zu handhaben. Drohnen ergänzen insofern das Gefahrenpotenzial, aber die Verwundbarkeit per se hat sich durch Drohnen nicht fundamental verändert.

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@ralf056 man(n) könnte fast meinen das du ausschliesslich dji-Produkte fliegst :wink: Ich habe kein einzige Drohne mit der ein Start in dieser Region nicht möglich währe. Alle sind gut erhältlich und sind 2kg+ keine hat ein Geofence oder eine Sperre

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Lieber Ralf, es gibt unzählige Drohnen, mit welchen sich das Geofencing locker umgehen lässt. Nicht die ganze Welt fliegt DJI.
Jedoch ist diese Attake absoluter Stumpfsinn und bringt uns Fotografen und Filmer wieder in Verruf.

Ja Dani. Ob DJI oder nicht spielt wohl eine untergeordnete Rolle. Es ist jedenfalls absoluter Schwachsinn solche Aktionen durchzuführen. Der Ruf der Dronisten wird dadurch nicht gerade gebessert. Übeigens flog ich vor meinen jetzigen DJI-Drohnen div. Selbstbau-Modelle und auch einen Asctec Falcon 8. GPS konnte ich bei allen abschalten. Aber wozu???

weshalb schreibst du denn als Profi derartige Geofencing-Stories? Es geht bei dem Thema doch nicht um den Zaun, es geht um die Sache…und die ist traurig und primitiv obendrein…auf deutsch einfach Scheisse

Liebe Kollegen

Ja wir finden es alle nicht gut, dass ist klar, jedoch muss das Ganze im Kontext betrachtet werden:
Bei der ganzen Story geht es nicht um Drohnen, sondern um Politik und Anwohner…

Ich war Gestern auf dem Flughafen Salzburg und habe mich mit Mitgliedern der Kommissionen, EASA, Austrocontrol, DFS und der CAA, getroffen. Die Lage ist etwas brisanter in der Gegend, Aufgrund der Umstrukturierungsmassnahmen, der Ausbaupläne und des neuen Anflugregimes, entstehen mehr Emissionen für die Anwohner. Das Projekt sieht vor, die Kapazität bis 2023 um 6 Mio. Passagiere zu steigern (56 Mio.), womit man dann etwa das Doppelte erreicht, wie in Zürich (2017: 29.3 Mio.). Es ist kein Zufall, dass es zwei oder mehrere Drohnen waren, was für uns natürlich schlecht ist. Eine politisch motivierte Aktion kann es immer geben, mit welchen Mitteln auch immer. Mit der kompletten Stilllegung des Flughafens begibt dieser sich politisch sehr geschickt, in eine Opferrolle. Mit Flugsicherheit hat das nur am Rande zu tun.

Gruss DPe / Public Safety, SAR, SVZD.

Bild: Neues Terminal Gatwick
(Copyright Gatwick Airport)

Gesetze, ein Überwachungsstaat und selbst drakonische Strafen werden sowas bestenfalls einschränken aber nicht verhindern können. Die Flughäfen und Polizei sind gefordert technologisch aufzurüsten.

Aber warum baut man Wohnungen in der Nähe von Flughäfen? Und warum erklärt die Politik nicht das Gebiet rund um Flughäfen sowie deren Anflugschneiden nicht als Naturschutz- oder Gewerbegebiet in dem niemand wohnen darf?

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Absolut ! Diese Diskussion wurde bei uns auch schon des Öfteren geführt. Gatwick wurde 1958 eröffnet. Darauf hat sich die Schlinge immer weiter zugezogen. Es wurden immer weiter Gebiete eingezont und bebaut. Dieses Phänomen ist nicht neu, da man halt die Verkehrsanbindung will, nicht aber die Emissionen. Dieses Politikum ist auf allen großen Flughäfen aktuell, da alle versuchen ihre Umsätze zu steigern und die Daseinsberechtigung zu stärken. Gatwick ist ein typischer Transitflughafen, wo zum Beispiel Zürich „noch"“ als Hub gilt. Transitflughäfen haben tiefere Rentabilität, bei jedoch hohem Verkehrsaufkommen.
Der Schutz der Infrastruktur ist sicher auf Seite der Behörden ein Thema, wobei ich überzeugt bin, dass der gesunde Menschenverstand bei uns weit verbreitet ist. Zudem sollte man das Gefährdungspotenzial nicht dauernd überzeichnen. Solange keine schlüssigen Versuche in dieser Richtung gemacht wurden, haben alle Horrorszenarien rein spekulativen Charakter. Eine Drohne auf ein Flugzeug zu schießen, sagt nichts aus. In der Luft nähert sich das Flugzeug der Drohne. Die Effekte sind anders, da weitere Wirkgrössen zum Tragen kommen.
Die latente Angst vor Drohnen erlebe ich nur bei Leuten, die sich auf einem Bürostuhl befinden, nicht aber bei Piloten. Anders gesagt: Der Luftraum, den wir gratis nutzen, soll freigeräumt werden, um die Rentabilität zu steigern. Die ganzen Projekte zur Neustrukturierung des Luftraums, zur Freigabe von UAV Operationen über automatisierte Tools usw. sind Geschäftsmodelle für Einzelne, die zudem aus dem Ausland kommen und hübsch mit Sicherheitsanforderungen garniert werden um so ihre Rechtfertigung zu finden. Dazu wird die Presse instrumentalisiert und in der Bevölkerung Panik geschührt. Von der EASA werden dann noch viele Anforderungen definiert, die den Rahmen des Anwendbaren für Exekutive und Judikative bei Weitem sprengen werden. Als Beispiel hier: Lärmemission einer an sich leisen Drohne auf 100 Metern Höhe. Absoluter Mist. Das geht in die gleiche Ecke, wie das Dieselfahrverbot, wo daneben Schiffe mit Schweröl vorbeifahren.
Sicherheit ja, wenn im anwendbaren Rahmen. Das BAZL hatte immer eine gute Regelung und war auch immer sehr pragmatisch unterwegs. Jetzt entstanden europäische Regelungen, die die Spanier erzürnen, die Engländer vor den Kopf stossen und die Schweizer gar nicht benötigen. Die Deutschen waren schon jetzt die Ersten, die die Umsetzbarkeit anzweifelten, was viel über dieses Ungetüm aussagt. UTM ist dabei eine Nebenveranstaltung, die für Operateure Vorteile bringen kann. Nur wenn das Pricing noch nicht steht, kann man auch noch nichts sagen.
Am Schluss des Tages, wie bei andern Einrichtungen und bereits richtig bemerkt: Wenn einer Mist machen will, kann er das auch nachher tun. Bestraft werden die Korrekten.

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Bis Dato wurden KEINE sogenannte und angebliche Drohnen BEWEISBAR gesichtet. Schaut euch an was er, der berühmte Modellflieger aus Neuseeland, zur ganzen Geschichte sagt:

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Der Mann war offenbar nur ins Visier der Ermittler geraten, weil er begeistert von Drohnen war. Sein Arbeitgeber hatte Journalisten gesagt, dass der 47-Jährige zum fraglichen Zeitpunkt gearbeitet habe und nicht der Täter sein könne.

Zum Verständnis; von der Drohne in Gatwick gibt es keine Kamera- oder Radarauszeichnungen seitens Flughafen?
Jeder kann zum Beispiel am Flughafen Gatwick oder Zürich das Gerücht streuen “da fliegt eine Drohne herum” und schon wird der Flughafen lam gelegt? Mehr noch, man könnte dann nach Lust und Laune Leute denunzieren wie “man habe Eye_in_the_Sky oder RetoB gesehen ihre Drohne in Auto zu verstauen” und schon werden sie verhaftet und für ein paar Tage weg gesperrt? :open_mouth:

Nebenbei: Warum haben Polizei und Flughäfen nicht Drohnen die mit einer NetGun ausgerüstet sind und damit jagt auf unkooperative Drohnen machen?

20 Min. scheint für den SVZD immer mehr zu der wichtigsten Informationsquelle zu werden.
Das gilt wahrscheinlich auch für die Sprecherin des Flughafen Zürich, die behauptet (in der Handelszeitung am 21.12.2018 zitiert) : "In der Schweiz gilt um Flugplätze und Heliports eine Sperrzone von fünf Kilometern. Sie gilt für Drohnen ab einem Gewicht von 500 Gramm aufwärts. “Diese Drohnen sind registriert. Das heisst: Man kann sie einem Halter zuordnen.
Alles sehr interessant.

Hallo Nixisi

Sorry wenn wir in den Medienberichten oftmals 20min zitieren. Hat den Vorteil, dass es schnell und für jeden auch ohne Abo verfügbar ist. Gerne kannst Du den Pressespiegel mit anderen Quellen ergänzen und entsprechende Links zu interessanten Artikeln beifügen.

Die Aussage vom Flughafen Zürich scheint mir vielleicht etwas unpräzise, aber im Grundsatz schon richtig. Erstens würde ich präzisieren, dass die Distanz von 5km ab den Pisten gemessen wird, was gerade bei Flughäfen wichtig sein kann. Zweitens würde ich formulieren, dass die zugelassenen Drohnen “erfasst” oder “bekannt” sind, um eine Verwechslung mit der formellen Registrierung beim BAZL (mit SUI Nummer) zu vermeiden. Hast Du noch weitere Kritikpunkte?

Übrigens, mit den Drohnenverantwortlichen des Flughafen Zürich pflegt der SVZD einen regelmässigen direkten Austausch. Hast Du Punkte, die wir direkt einbringen sollten?

Beste Grüsse
Reto

Dies ist wohl eine interessante (oder gewagte?) Alternativ-Version der Vorgänge in Gatwick von einem lokalen Insider. Er scheint fachlich kompetent und sehr gute Kenntnisse der Gatwick Airport Organisation zu haben. Seine Aussagen betreffend dem inkompetenten, und schludrigen Vorgehen und Verhalten der lokalen Polizeistellen, geben mir schon stark zu denken.

Hallo Reto, vielen Dank für Deine Erklärungen.

Zu 20 Min. (es existiert kein Abo für diese Gratis-Zeitung) : Ja eben hauptsächlich schnell, nicht überprüft, unglaubwürdig, verdreht,… und dann hier diskutieren, sehr oft sinnlos ohne Ende. Ist das unsere Aufgabe?
Die Aussage vom Flughafen ist nicht etwas unpräzis, sie ist einfach falsch. Dabei ist nicht in so einem Artikel wichtig woher die 5 km gemessen werden sollen aber das, dass die Dame als Sprecherin des Flughafens Zürich mehr oder weniger keine Ahnung hat. Sie hat erstens im ursprünglichen Radiointerview wörtlich gesagt, dass in der Schweiz JEDE Drohne über 500 g registriert ist, und dass man sie deshalb ohne Probleme dem Besitzer zuordnen kann. Zweitens ist mir nicht bekannt, dass sich die Drohnen die weniger als 500 g wiegen in der 5 km Zone ohne Bewilligung bewegen können. Das will nun der Flughafen nach Ihrer Aussage ändern. Aha?
Wenn es so ist, warum schreibt mir Skyguide dann etwas anderes?
Übrigens Flughafen Zürich macht Ihren Job absolut richtig, nur die Sprecherin sollte sich richtig informieren (da reicht 20 Min. definitiv nicht) und nicht in der Öffentlichkeit falsche Informationen verbreiten. Es handelt sich ja schliesslich um einen grossen internationalen Flughafen, nicht wahr?

Schau mal hier rein. Artikel 17 ff

Der Betrieb von Modelluftfahrzeugen mit einem Gewicht zwischen 0,5 und 30 kg ist untersagt:

a.
in einem Abstand von weniger als 5 km von den Pisten eines zivilen oder militärischen Flugplatzes;

Hallo Nixisi

Wenn die Sprecherin gesagt hat, dass jede Drohne über 500g in der Schweiz registriert ist, war das ein Irrtum ihrerseits. Wenn sie nur diejenigen gemeint hat, die sie betreffen, nämlich diejenigen in der Nähe von Flugplätzen, war ihre Aussage korrekt. Mit der erwähnten Anmerkung besser “erfasst” oder “bekannt” statt “registiert” zu formulieren.

Bezüglich der Bewilligungspflicht für Flüge von Drohnen unter 500g in der Nähe von Flugplätzen beachte die obige Erläuterung von Maagisch.

Ich glaube nicht, dass sich die Sprecherin vom Flughafen Zürich vorwiegend auf öffentliche Medien wie 20min abstützt. Im Gegenteil hat der Flughafen Zürich mehrere Drohnenveranwortliche, die sich gut auskennen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Sprecherin bei ihnen informiert.

Interessant ist das Video, das woesch verlinkt hat. In diesem Fall kennen wir die Wahrheit noch nicht. Allerdings treffe ich leider immer wieder auf Dramatisierungen und bewusste Schuldzuschiebungen der kommerziellen Luftfahrt in Richtung Drohnen. So hatte sich schon ein mal eine “Drohne”, die mit einem Linienflugzeug kollidiert war, später als Plastiksack herausgestellt. Oder ein Linienpilot behauptete eine Drohne bereits auf so grosse Distanz erkannt zu haben, dass er seinen Autopiloten ausschalten und ein manuelles Ausweichmanöver fliegen konnte, was mir bei all meiner aviatischen Erfahrung als sehr unwahrscheinlich erscheint. Oder ein Video auf Youtube einer Kollision einer Drohne mit einem Linienflugzeug, dessen Winglet dabei abbrach, stellte sich als unecht heraus. Es sind immer die zu Grunde liegenden Motivationen der Quellen zu beachten. Einige Teile der bemannten Aviatik haben schlicht ein kommerzielles Interesse, Drohnenflüge einzuschränken, um ihren Markt zu schützen. Andere fürchten sich tatsächlich vor Kollisionen und versuchen mit Dramatisierungen eine strengere Gesetzgebung für Drohnen zu beschleunigen.

Wir bleiben dran und setzen uns weiterhin für die Interessen Schweizerischen Drohnenbetreiber ein.

Beste Grüsse
Reto

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